Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 18.03.2015


Landespolitik

Guffert-Loipe sorgt für politischen Muskelkater

Der Achenkircher Gemeinderat genehmigt Kostenüberschreitungen für den Ausbau der Loipe nach heftiger Kritik erst im zweiten Anlauf.

© LacknerZur Freude vieler Langlaufsportler über die mehrspurige Loipe gesellt sich – wie bei Gerhard Huber aus Achenkirc­h (im Bild) – der dringende Wunsch nach einer Anbindung an die Ortsloipen.Foto: Lackner



Von Josef Lackner

Achenkirch, Steinberg – Nicht nur die Frühjahrssonne kann der beliebten, sportlich anspruchsvollen Guffert-Loipe von Achenkirch nach Steinberg zusetzen. Auch die heißen Diskussionen rund um den im Sommer 2014 erfolgten Teilausbau der 10 km langen Loipe tragen ihren Teil dazu bei. Denn die Kosten für den 2,6 km langen Achen­kircher Anteil sind von prognostizierten 50.000 auf 125.000 Euro angewachsen, wobei eine 50-prozentige Beteiligung durch den Ortsausschuss des Tourismusverbandes gegeben ist.

In der Dezembersitzung des Gemeinderates wies eine knappe Mehrheit der Mandatare diese Kostenüberschreitung zurück, sodass bei der jüngsten Sitzung dieses Them­a wieder zur Debatte stand. Sie war von der Auseinandersetzung der beiden „Wir für Euch“-Mandatare mit BM Stefan Messner geprägt.

GV Klaus Zöschg kritisierte vor allem das Informationsverhalten des Bürgermeisters, der seiner Meinung nach den Gemeinderat schon viel früher von den Kostenüberschreitungen hätte informieren müssen. „Es darf nicht am Gemeinderat vorbei gearbeitet werden, schließlich geht es hier um Steuergelder und um Rechtmäßigkeit“, betonte er. „Außerdem gibt es einen Gemeinderatsbeschluss, dass der Gemeindevorstand maximal 5000 Euro ohne Zustimmung ausgeben darf“, kritisierte er im Zusammenhang mit bereits erfolgten Zahlungen im Ausmaß von 48.000 Euro.

Fraktionskollegin Angelika Egger stellte fest, es brauche keinen Neubeschluss, denn an der Kostenüberschreitung habe sich seit Dezember kein neues Faktum ergeben. Bürgermeister Stefan Messner hielt dem entgegen, dass der für das Gesamtprojekt verantwortliche Steinberger Bürgermeister Helmut Margreiter sowie die Bauaufsicht vor dem Gemeindevorstand ausreichend begründet hätten, warum es zu Kosten­steigerungen gekommen sei. In diesem Abschnitt sei wesentlich mehr Fels vorgekommen als erwartet und man wollte die neue Breite der Gesamtloipe von 10 Metern auch hier verwirklichen.

Oberflächenwässer, erschwerte Rodungen und Weginstandsetzungen sowie der nasse Sommer hätten zusätzliche Mehrkosten verursacht.

Bei der nachfolgenden Abstimmung wurde nunmehr mit 10:5 Stimmen beschlossen, den gedeckelten Gemeindeanteil von 62.500 Eur­o zu bezahlen. Der Vorgang wird über die gemeindeeigen­e „Freizeitanlagen GmbH“ abgewickelt. Aufgeschoben sind vorerst die Arbeiten für die direkte Anbindung mit den Loipen im Ort.

Der Steinberger Ortschef Helmut Margreiter hielt auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung fest, dass die erweiterte Loipe mit Klassik- und Skaterspuren sowie einem Winterwanderweg sehr gut angenommen wurde, was die zahlreichen positiven Rückmeldungen bewiesen hätten.

„150.000 Euro waren bisher für den Steinberger Anteil zu berappen, dazu kommen in weiterer Folge zwei Kilometer, die fertigzustellen sind“, erklärte Margreiter. Der Dorfchef hofft, noch einige Förder­töpfe des Landes anzapfen zu können.