Letztes Update am Di, 06.12.2016 14:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Attacken auf Muslime: New Yorks Bürgermeister kritisiert Trump

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio machte den Wahlkampf Donald Trumps für die fremdenfeindliche Attacken mitverantwortlich. Trump hatte sich mehrfach rassistisch über Mexikaner und Muslime geäußert.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio vor dem "Trump Tower" in New York.

© APA/AFP/JEWEL SAMADNew Yorks Bürgermeister Bill de Blasio vor dem "Trump Tower" in New York.



New York – In New York sind zwei muslimische Behördenmitarbeiterinnen Opfer von rassistischen Angriffen geworden. Die Übergriffe auf eine Bedienstete der Nahverkehrsbetriebe und eine Polizistin ereigneten sich binnen 36 Stunden, wie die Behörden am Montag mitteilten.

Bürgermeister Bill de Blasio machte die rassistische und frauenfeindliche Wahlkampf-Rhetorik des designierten US-Präsidenten Donald Trump für den Anstieg von sogenannten Hass-Attacken verantwortlich.

Polizistin und Mitarbeiterin im Nahverkehr attackiert

Die uniformierte Mitarbeiterin der Nahverkehrsbetriebe wurde von einem Mann an dem belebten Verkehrsknotenpunkt Grand Central Station eine Treppe hinunter gestoßen. Der Verdächtige soll sie zudem als „Terroristin“ beschimpft haben, wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo sagte. Die Frau wurde mit Verletzungen am Knie und am Knöchel in einem Krankenhaus behandelt.

Am Samstagabend wurde laut Staatsanwaltschaft eine Polizistin im Stadtteil Brooklyn attackiert, als sie privat mit ihrem 16-jährigen Sohn unterwegs war. Die Polizistin trägt auch im Dienst das muslimische Kopftuch Hijab. Ein Verdächtiger war am Montag in Polizeigewahrsam. Bei der New Yorker Polizei arbeiten derzeit rund 900 Muslime.

Laut Cuomo wurden am Samstag zudem Hakenkreuz-Schmierereien in einem U-Bahnzug entdeckt; außerdem seien an zwei Metrostationen Flyer und Karten der rassistischen Organisation Ku Klux Klan verteilt worden.

Trump „hat schreckliche Dinge gesagt“

Die demokratischen Politiker Cuomo und de Blasio sind scharfe Kritiker Trumps. Beide betonten, dass rassistische Übergriffe scharf geahndet würden. „Werfe ich Donald Trump vor, Hassreden während seiner Wahlkampagne gehalten zu haben? Absolut. Er tat es. Das ist eine Tatsache. Er hat schreckliche Dinge über Muslime, schreckliche Dinge über mexikanische Amerikaner gesagt“, sagte de Blasio zu Journalisten.

Nach Angaben der Polizei hat die Zahl der rassistischen Übergriffe in New York in diesem Jahr um 35 Prozent zugenommen, gleichzeitig stieg auch die Zahl der Festnahmen wegen solcher Delikte um 45 Prozent. Die meisten dieser Übergriffe sind antisemitischer Natur. (APA/AFP)


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