Letztes Update am Mo, 17.04.2017 10:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Korea-Konflikt

US-Vizepräsident warnte Nordkorea: Geduld am Ende

“Die Politik der strategischen Geduld“ sei beendet, lies US-Vizepräsident Mike Pence am Montag mitteilen. Was genau man gegen die Raketentests und den Atomkurs des kommunistischen Regimes in Pjöngjang unternehmen wolle, ließ er jedoch offen.

Mike Pence am Montag beim Besuch der entmilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

© AFPMike Pence am Montag beim Besuch der entmilitarisierten Zone an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea.



Seoul/Washington - US-Vizepräsident Mike Pence hat Nordkorea im Streit um dessen Raketen- und Atomprogramm gewarnt, "die Politik der strategischen Geduld" mit dem kommunistischen Regime sei beendet. Das teilte am Montag das Weiße Haus in Washington mit, nachdem Machthaber Kim Jong-un die USA am Sonntag mit einem neuen Raketentest herausgefordert hatte.

Pence ließ allerdings offen, was genau die USA gegen den Atomkurs Pjöngjangs unternehmen wollen. Bei einem Besuch der entmilitarisierten Zone nahe der innerkoreanischen Grenze bezeichnete er die Allianz seines Landes mit Südkorea als "unangreifbar".

Alle Optionen auf dem Tisch

US-Präsident Trump hatte schon zuvor betont, dass alle Optionen auf dem Tisch lägen und die USA notfalls auch im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen würden. Ein Regierungsvertreter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, hatte dazu in Washington ausgeführt, die USA hätten bereits mehrere militärische Möglichkeiten geprüft.

UNO-Resolutionen untersagen Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen. Der Test erfolgte nur einen Tag nach den Feiern zum 105. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il-sung, zu dem am Samstag eine große Militärparade mit tausenden Soldaten, Raketen, Panzern und anderen Militärfahrzeugen durch die Hauptstadt Pjöngjang gezogen war.

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Als Demonstration militärischer Stärke hatte Trump einen Flottenverband mit dem US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson" entsandt. Er sollte an diesem Wochenende nahe der Koreanischen Halbinsel in Position gehen.

Pence sagte, er verbinde mit der entmilitarisierten Zone auch eine persönliche Geschichte. Sein Vater, Edward Pence, habe mit den südkoreanischen Truppen im Koreakrieg (1950-53) gekämpft. Pence besuchte unter anderem das sogenannte Friedensdorf Panmunjeom sowie den ehemaligen UNO-Militärstützpunkt Camp Bonifas, der sich nur rund 2.400 Meter südlich der entmilitarisierten Zone der beiden verfeindeten Länder befindet.

Gescheiterter Raketentest

Später am Montag wollte Pence den kommissarischen Präsidenten Südkoreas, Hwang Kyo-ahn, treffen. Dabei dürfte die von Nordkorea ausgehende wachsende nukleare Bedrohung im Mittelpunkt stehen. Am Sonntag hatte das nordkoreanische Militär einen Flugkörper von der Ostküste nahe der Hafenstadt Sinpo abgeschossen. Nach Angaben des südkoreanischen und des US-Militärs scheiterte der Raketentest allerdings.

Der US-Vizepräsident will vor dem Hintergrund der verschärften Spannungen um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm die Solidarität der USA mit dem südkoreanischen Verbündeten bekunden. Weitere Stationen seiner offiziellen Reise in die Asien-Pazifik-Region werden von Dienstag an Japan, Indonesien und Australien sein. (APA, dpa)