Letztes Update am Sa, 12.05.2018 07:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Gericht

Chinesischer Milliardär wegen Bestechung von UN-Diplomaten

US-Bundesanwalt Geoffrey Berman legte dem schwerreichen Tycoon bei der Anhörung am Freitag zur Last, „die höchsten Ebenen der Vereinten Nationen korrumpiert“ zu haben.

© ReutersSymbolfoto.



New York – Ein chinesischer Immobilienmilliardär ist wegen eines Bestechungsskandals bei den Vereinten Nationen von einem US-Gericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Strafmaß setzte am Freitag ein Bundesrichter in New York fest.

Bereits im vergangenen Jahr war der 69-jährige Ng Lap Seng für schuldig befunden worden, den früheren Präsidenten der UN-Generalversammlung und andere UN-Vertreter mit mehr als 1,3 Mio. Dollar (1,1 Mio. Euro) bestochen zu haben.

US-Bundesanwalt Geoffrey Berman legte Ng bei der Anhörung am Freitag zur Last, „die höchsten Ebenen der Vereinten Nationen korrumpiert“ zu haben. Der Geschäftsmann habe „ein Herzstück der internationalen Diplomatie als Instrument für sein gieriges Geschäftsgebaren missbraucht“.

Haft- und Geldstrafe

Zusätzlich zu seiner Haftstrafe muss Ng eine Million Dollar Strafe zahlen. Zudem muss er den Vereinten Nationen die Anwaltskosten erstatten.

Ng hatte die Bestechungsgelder nach Auffassung des Gerichts gezahlt, weil er die UNO dazu bringen wollte, in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau ein Konferenzzentrum zu bauen. Dafür zahlte er Schmiergelder an den damaligen Präsidenten der UN-Generalversammlung, John Ashe.

Ashe, der aus dem Karibikstaat Antigua und Barbuda stammte, wurde 2015 wegen des Skandals festgenommen. Ein Jahr später starb er. Das Konferenzzentrum wurde nie gebaut.

Für die UNO, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat, war der Skandal ein schwerer Schlag. Sie ließ ihn von einer Untersuchungskommission aufarbeiten, die erhebliche interne Mängel aufdeckte. Im Verfahren gegen Ng arbeitete die UNO nach Angaben eines Sprechers eng mit dem US-Gericht zusammen. (APA/AFP)