Letztes Update am Di, 31.07.2018 11:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Präsidentenwahl

Erste Wahl nach Mugabe in Simbabwe: Favoriten siegessicher

Nach vier Jahrzehnten Präsident Mugabe wurde am Montag in Simbabwe ein neuer Präsident gewählt. Knapp 75 Prozent der Wahlberechtigten schritten zur Urne. Das Ergebnis ist noch nicht absehbar.

© AFPAmtsinhaber Emmerson Mnangagwa gibt sich Siegessicher – sein Herausforderer ebenso.



Harare – Am Tag nach der Präsidentenwahl in Simbabwe haben sich beide Favoriten siegesgewiss gezeigt. Was er von seinen Vertretern vor Ort höre sei „extrem positiv“, sagte Amtsinhaber Emmerson Mnangagwa am Dienstag. Sein Herausforderer Nelson Chamisa sprach davon, seine Partei habe sich „außerordentlich gut“ geschlagen.

Die Wahlkommission sprach von einer Wahlbeteiligung von etwa 75 Prozent. Sie will das Ergebnis binnen fünf Tagen veröffentlichen. Allerdings könnte es auch schon früher bekannt werden. Mehrere Bürgerrechtsgruppen zählen parallel zur Wahlkommission aus, dürfen aber ihre Ergebnisse nicht vor der Kommission veröffentlichen. Aus einer der Gruppen verlautete, es sehe nach dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, kommt es am 8. September zu einer Stichwahl.

Chamisa in Harare vorn, Mnangawa-Hochburgen am Land

Laut an Wahllokalen ausgehängten Ergebnissen lag Chamisa in der Hauptstadt Harare deutlich vorn. Mnangawas Hochburgen liegen jedoch eher auf dem Land. Dort war Abgeordneten zufolge in einigen Wahlkreisen die Auszählung auch am Dienstag noch nicht abgeschlossen. Beobachterkreisen zufolge verlief die Abstimmung ohne größere Regelwidrigkeiten. Allerdings habe es auf dem Land Einschüchterungen von Wählern durch die Regierungspartei gegeben. Zudem wurde eine einseitige Berichterstattung durch die staatlichen Medien bemängelt.

Ein Sieg Chamisas dürfte vom Militär nicht gut aufgenommen werden. Die Streitkräfte hatten im November Langzeit-Machthaber Robert Mugabe entmachtet. Einige der damals beteiligten Generäle sitzen nun in der Regierung. Mnangagwa und dessen Partei Zanu-PF haben jedoch erklärt, das Ergebnis anerkennen zu wollen. Mugabe stand seit der Unabhängigkeit Simbabwes von Großbritannien 1980 an der Spitze des Staates. Ihm wurden Korruption und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. (APA/Reuters/dpa)