Letztes Update am Mo, 08.10.2018 23:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gift-Anschlag

Recherche-Seite: Identität des zweiten Skripal-Attentäters enthüllt

Bei „Alexander Petrow“ soll es sich in Wahrheit um einen Militärarzt des russischen Geheimdienstes GRU handeln. London kommentierte den Bericht der Website Bellingcat vorerst nicht.

Der russische Ex-Spion Sergek Skripal und seine Tochter Julia wurden am 4. März in Salisbury vergiftet.

© AFPDer russische Ex-Spion Sergek Skripal und seine Tochter Julia wurden am 4. März in Salisbury vergiftet.



London – Eine Gruppe von Investigativ-Journalisten hat nach eigenen Angaben die wahre Identität auch des zweiten mutmaßlichen Skripal-Attentäters enthüllt. Das teilte die Recherche-Webseite Bellingcat am Montag mit.

Demnach soll es sich bei dem Verdächtigen, der unter dem Namen Alexander Petrow nach Großbritannien eingereist war, in Wahrheit um Alexander Jewgeniwitsch Mischkin handeln, einen Militärarzt des russischen Geheimdiensts GRU. Die Polizei in London wollte den Bericht nicht kommentieren, wie ein Sprecher am Abend mitteilte.

Ausgewertet haben die Journalisten unter anderem Angaben von Bekannten des Verdächtigen sowie verschiedene Ausweisdokumente. Den anderen mutmaßlichen Gift-Attentäter hatte Bellingcat Ende September als einen hochdekorierten russischen Offizier namens Anatoli Tschepiga identifiziert.

Dem Bericht zufolge wurde Mischkin auf einer Elite-Militärakademie zum Arzt ausgebildet. Während des Studiums sei er vom Geheimdienst angeworben worden. 2010 sei er unter dem Decknamen Alexander Petrow nach Moskau gezogen.

Die britischen Ermittler werfen dem Duo vor, unter ihren Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und seine Tochter Julia verübt zu haben. Die beiden hatten im russischen Fernsehen erzählt, sie seien als Touristen nach Großbritannien gereist.

Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod. London macht den Kreml für das Attentat verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise aus. (APA/dpa/Reuters/AFP)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

US-Präsident Donald Trump setzt auf Falschaussagen und Beleidigungen.Präsident unter Druck
Präsident unter Druck

Halbzeit für Trump: Chaos-Jahre in Washington

Fast 8000 Falschaussagen hat der amtierende US-Präsident Donald Trump in den vergangenen zwei Jahren bereits gemacht. Rund 550 Ziele hat er sich für Beleidig ...

In einer Ansprache im Weißen Haus am Samstag bot Trump an, rund eine Million Migranten in den USA drei Jahre lang vor einer Abschiebung zu schützen.USA
USA

“Shutdown“: Demokraten lehnen Trumps Kompromissvorschläge ab

Seit Wochen sind 800.000 US-Bundesangestellte ohne Lohn. Die Lage ist für viele dramatisch, weil der US-Haushalt blockiert ist. Präsident Trump verspricht ei ...

Brexit-Blog
Brexit-Blog

Abgeordnete wollen Brexit-Entscheidung hinauszögern

Die britische Premierministeirn Theresa May überstand ein Misstrauensvotum, nachdem ihr Brexit-Deal im Parlament abgeschmettert wurde. Wie es nun weiter geht ...

US-Präsident Donald Trump setzt auf Falschaussagen und Beleidigungen.News-Blog: US-Präsident Trump
News-Blog: US-Präsident Trump

Trump macht neues Angebot für “Shutdown“-Ende, Demokraten lehnen ab

Die US-Regierung steht wegen des “Shutdowns“ weiter still. Der US-Präsident beharrt auf seiner Mauer, die Demokraten halten das für undenkbar. Jetzt könnte B ...

Diese Demonstranten verkleideten sich als verwundete Marianne - die Nationalfigur Frankreichs. Frankreich
Frankreich

Erneut zehntausende „Gelbwesten“ in Frankreich auf der Straße

Die Demonstranten erteilten dem Angebot von Staatschef Emmanuel Macron zu einem „Bürgerdialog“ eine Absage und forderten seinen Rücktritt.

Weitere Artikel aus der Kategorie »