Letztes Update am Fr, 18.01.2019 09:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Wikileaks: US-Ermittler befragen Botschaftsmitarbeiter über Besucher

Das US-Justizministerium geht Berichten über Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort nach und hat laut Wikileaks die Befragung von sechs ehemaligen Botschaftsmitarbeitern veranlasst.

Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort.

© REUTERS/GripasTrumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort.



Quito – US-Ermittler beginnen nach Angaben von Wikileaks am Freitag mit der Befragung ehemaliger Mitarbeiter der Botschaft Ecuadors in London. Anlass seien Berichte, wonach Präsident Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfchef Paul Manafort dort zu geheimen Gesprächen mit Wikileaks-Gründer Julian Assange zusammengekommen sein soll, erklärte die Enthüllungsplattform am Donnerstag.

Demnach hat das US-Justizministerium die Befragung von sechs ehemaligen Botschaftsmitarbeitern veranlasst. Die Gespräche sollen laut Wikileaks am Freitag in Ecuadors Hauptstadt Quito beginnen. Das US-Justizministerium lehnte es ab, die Angelegenheit zu kommentieren.

Die britische Zeitung Guardian hatte im November berichtet, dass Manafort mehrfach zwischen 2013 und 2016 den Wikileaks-Gründer Assange heimlich an dessen Zufluchtsort in der ecuadorianischen Botschaft in London besucht haben soll.

Dies wäre insofern brisant, als Wikileaks während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2016 zahlreiche interne E-Mails der US-Demokraten veröffentlicht hatte, die bei einem mutmaßlich von Russland verübten Cyberangriff gestohlen worden waren. Die Veröffentlichung brachte damals Trumps demokratische Wahlkampfrivalin Hillary Clinton in Schwierigkeiten.

Assange, Manafort und Ecuador bestreiten den Bericht. Manaforts Name tauche nicht auf der Besucherliste der Botschaft auf.

Wikileaks erklärte, Ecuador habe dem Antrag aus Washington stattgegeben, „obwohl es höchst ungewöhnlich ist, ausländische Vernehmungen ehemaliger Diplomaten über ihre diplomatische Arbeit zu genehmigen“.

Assange verschanzt sich seit 2012 in der Botschaft in London. Er fürchtet, dass Großbritannien ihn beim Verlassen seines Refugiums an die USA ausliefern könnte, wo ihm möglicherweise wegen brisanter Enthüllungen die Todesstrafe droht. (APA/AFP)


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