Letztes Update am Fr, 15.02.2019 07:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Migration

USA schieben mittelamerikanische Kinder nach Mexiko ab

Die Kinder an einen der gefährlichsten Orte der Welt zurückzuschicken, wo sie Opfer von Gewalt und Menschenhandel werden können, sei ein neuer Tiefpunkt, so die Direktorin einer Menschenrechtsorganisation.

Ein Flüchtlingskind aus Honduras in der Grenzstadt Piedras Negras.

© AFPEin Flüchtlingskind aus Honduras in der Grenzstadt Piedras Negras.



Washington – Die USA haben erstmals Kinder aus Mittelamerika nach Mexiko abgeschoben, wo sie auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warten müssen. Zehn Minderjährige, davon neun jünger als 13 Jahre, seien am Donnerstag in Begleitung von Erwachsenen in die mexikanische Grenzstadt Tijuana gebracht worden, teilte Mexikos Migrationsbehörde (INAMI) mit.

Bisher hatten die Vereinigten Staaten nur Erwachsene zurück in das lateinamerikanische Land geschickt. Insgesamt wurden seit Beginn der Abschiebungen Ende Jänner 73 mittelamerikanische Migranten aus den USA nach Mexiko gebracht.

Ende Dezember hatten sich die USA nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums mit Mexiko auf ein Verfahren zur Abschiebung zentralamerikanischer Asylsuchender geeinigt. Die mexikanische Regierung spricht dagegen von einer einseitigen Entscheidung der USA. Bisher hatte Mexiko sich geweigert, nicht-mexikanische Migranten wieder aufzunehmen, tut es aus humanitären Gründen aber nun doch.

Menschenrechtsorganisation sieht neuen Tiefpunkt

Dass nun auch Kinder abgeschoben wurden, wurde von der US-Menschenrechtsorganisation Human Rights First scharf kritisiert. Die Kinder an einen der gefährlichsten Orte der Welt zurückzuschicken, wo sie Opfer von Gewalt und Menschenhandel werden können, sei ein neuer Tiefpunkt, erklärte die Direktorin der Organisation, Eleanor Acer.

In der Grenzstadt Piedras Negras, die gegenüber der US-Stadt Eagle Pass in Texas liegt, harren seit mehreren Tagen mehr als 1500 Migranten aus Mittelamerika in Unterkünften aus. Manche nehmen die gefährliche Durchquerung des Rio Bravo auf sich. Der Großteil der Migranten, die an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ankommen, stammt aus Mittelamerika. Sie sind vor der Gewalt und Armut in ihren Heimatländern geflohen und hoffen auf Asyl in den USA. Bisher wurden die Migranten bei einer weiterführenden Bearbeitung ihres Antrags auf der US-Seite untergebracht. (APA/dpa)