Letztes Update am So, 28.04.2019 21:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Einflussreicher US-Politiker Lugar 87-jährig gestorben

Der Republikaner hatte vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille verliehen bekommen, die höchste zivile Ehrung der USA.

Richard Lugar im Jahr 2012.

© AFPRichard Lugar im Jahr 2012.



Washington – Der einflussreiche Außenpolitiker und US-Senator Richard Lugar ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der ehemalige Präsidentschaftsbewerber der Republikaner erlag am Sonntag in einer Klinik im US-Bundesstaat Virginia einer seltenen Nervenerkrankung, wie das 2013 von ihm gegründete Politikinstitut in Washington mitteilte.

Lugar war zweimal der Vorsitzende des Außenausschusses im Senat und war wegen seiner verbindlichen Art über Parteigrenzen hinweg angesehen. Er galt als eine der einflussreichsten Stimmen bei außenpolitischen Themen in Washington. Den Bundesstaat Indiana vertrat er 36 Jahre als US-Senator. Sein guter Ruf gründete auch auf seiner Bereitschaft, mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten. 1991 entwarf er zusammen mit dem demokratischen Senator Sam Nunn das Nunn-Lugar Programm, das ehemaligen Sowjetrepubliken beim Abbau ihrer Nuklearwaffen half.

Ehrung von aktuellem US-Präsidentschaftskandidat

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg würdigte Lugar am Sonntag als „echten Staatsmann“. „Er machte die Welt sicherer“, schrieb der Bürgermeister der Stadt South Bend in Indiana auf Twitter.

Präsident Barack Obama verlieh Lugar 2013 für dessen „Anstand“ und „Engagement für überparteiliche Problemlösung“ die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Ehrung der USA.

Lugar drängte auf ein Ende der Apartheid in Südafrika und setzte sich für eine Absetzung des philippinischen Diktators Ferdinand Marcos ein – beides in Opposition zum damaligen republikanischen Präsidenten Ronald Reagan.

Bewerbung um Präsidentenamt zurückgezogen

Der Außenpolitiker bewarb sich die Kandidatur seiner Partei für die Präsidentschaftswahl 1996. Der intellektuelle Rhodes-Stipendiat musste sich aber mangelndes Charisma eingestehen und zog seine Bewerbung später zurück.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Senat im Jahr 2013 engagierte er sich weiter für die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen. Er hinterlässt eine Frau und vier Kinder. (APA/AFP)