Letztes Update am Do, 20.06.2019 10:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Halbautomatik-Verbot

Nach Massaker von Christchurch: Neuseeland startet Gewehr-Rückkauf

Die Regierung startete ein Programm zum Rückkauf von halbautomatischen Gewehren. Landesweit sind etwa 14.300 solche Waffen registriert.3

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern.

© AFPDie neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern.



Christchurch – Rund drei Monate nach dem rechtsextremen Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat die Regierung ein Programm zum Rückkauf von Halbautomatik-Gewehren gestartet. Polizeiminister Stuart Nash sagte am Donnerstag, mit der Aktion sollten nach dem Doppelanschlag mit 51 Toten die „gefährlichsten Waffen aus dem Verkehr gezogen werden“.

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Neuseeland hatte nach dem Anschlag auf zwei Moscheen ein Verbot von militärischen Halbautomatik-Gewehren beschlossen. Der Angreifer von Christchurch hatte unter anderem zwei solcher Gewehre verwendet, mit denen in schneller Folge Kugeln von großem Kaliber abgefeuert werden können.

Waffenbesitzer haben sechs Monate Zeit

Waffenbesitzer haben nun sechs Monate, um die fortan illegalen Waffen zurückzugeben. Sie bekommen dafür eine Entschädigung, die sich nach Modell und Alter der Waffen richtet. Für die Dauer der sechs Monate gilt eine Amnestie. Die Regierung rechnet mit Gesamtkosten von 218 Millionen neuseeländischen Dollar (126,94 Mio. Euro).

Polizeiminister Nash sagte, es seien landesweit 14.300 solcher Halbautomatik-Gewehre registriert. Insgesamt gebe es in Neuseeland geschätzt 1,2 Millionen Schusswaffen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen bleibt legal.

Bei dem Anschlag waren am 15. März während der Freitagsgebete in der Al-Noor-Moschee und in der Linwood-Moschee 51 Menschen getötet worden. Der angeklagte australische Rechtsextremist Brenton Tarrant plädierte vergangene Woche vor Gericht auf nicht schuldig. Vor der Tat war Tarrant auch nach Europa gereist, wobei er sich mehrere Tage auch in Österreich aufhielt. Zudem war er in E-Mail-Kontakt mit Identitären-Chef Martin Sellner, der einräumte, vom mutmaßlichen Attentäter eine Spende über 1500 Euro erhalten zu haben. (APA/AFP)