Letztes Update am Mi, 21.08.2019 14:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Parkland-Studenten unterstützen Vorschlag für schärfere Waffengesetze

Nach einer Schießerei in Parkland waren Überlebende der Marjory Stoneman Douglas High School international bekannt geworden. Mit einem „Marsch für unsere Leben“ protestierten sie im vergangenen Jahr gegen die Waffengewalt. Nach den Massakern in El Paso und Dayton untersützten sie nun einen konkreten Vorschlag für schärfere Waffengesetze.

David Hogg, einer der Überlebenden des Massakers an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida.

© AFPDavid Hogg, einer der Überlebenden des Massakers an der Marjory Stoneman Douglas High School in Florida.



Washington – Die berühmt gewordenen Überlebenden des High-School-Amoklaufs von Parkland haben sich erstmals nach den Massakern in El Paso und Dayton zu Wort gemeldet. Wie die Washington Post berichtet, werfen sie ihr politisches Gewicht für einen konkreten und weitreichenden Vorschlag für schärfere Waffengesetze in die Waagschale. Sie hoffen, dass dadurch auch viele junge Wähler motiviert werden, im kommenden Jahr zur Wahl zu gehen. Die Studenten appellierten sowohl an US-Präsident Donald Trump als auch die demokratischen Herausforderer, den Plan in Betracht zu ziehen.

„Ich fühle einen großen Schmerz“, sagte der 19-jährige David Hogg der Washington Post zufolge. „Man sieht diese Schießereien jeden Tag im Fernsehen – und dass sehr wenig passiert. Es ist schmerzvoll, das mitanzusehen. Und es ist sehr schwer für mich und viele andere Studenten, diesmal Hoffnung zu finden“. Der Vorschlag, den die Studenten nun unterstützen, sei jedoch etwas, „wohinter wir – als Land und als Amerikaner vereint gegen Gewalt und im Kampf für den Frieden – stehen können“.

Wie das Blatt berichtet, geht der „Friedensplan für ein sichereres Amerika“ über die aktuell debattierten Vorschläge hinaus. Er sieht einen landesweiten Waffenregister vor, in dem Waffen lizenziert werden müssen. Ein verpflichtendes Programm zum Rückkauf von Waffen. Und einen „nationalen Direktor für die Verhinderung von Waffengewalt“ einsetzen, der direkt dem Präsidenten unterstellt sei und eine Antwort der US-Regierung auf den „nationalen Gesundheitsnotstand“ koordinieren soll.

Darüber hinaus sollen Waffenkäufe erschwert werden. Das Mindestalter soll von 18 auf 21 erhöht werden. In den USA gilt eine Person in manchen Staaten erst mit 21 Jahren volljährig. Außerdem würde für den Erwerb einer Waffe ein persönliches Gespräch nötig sein, ebenso wie eine zehntägige Wartezeit vor dem tatsächlichen Waffenkauf. Damit würden sich die USA an in vielen Staaten weltweit bereits geltenden Standards – wie etwa auch in Österreich – angleichen.

Vor eineinhalb Jahren war ein Amokläufer durch die Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, gefegt. In nur sechs Minuten erschoss der Täter 17 Menschen. Daran anschließend entzündete sich eine große Protestbewegung, die in einem riesigen landesweiten Protesttat gipfelte. Am 24. März 2018 demonstrierten mehrere Millionen Menschen in den USA für schärfere Waffengesetze – unter anderem unter dem Slogan „Schützt unsere Kinder, nicht Waffen“. Getan hat sich seitdem wenig. Die Republikaner blockieren schärfere Waffengesetze im US-Kongress. (mats)