Letztes Update am Fr, 27.09.2019 22:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fridays For Future

“Earth Strike“: Mehr als 65.000 protestierten in Österreich fürs Klima

Mehr als 65.000 Menschen gingen österreichweit auf die Straßen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In Innsbruck kamen 16.000 bis 18.000 Teilnehmer.

In Innsbrucken demonstrierten 16.000 bis 18.000 Menschen für mehr Klimaschutz.

© Thomas Boehm / TTIn Innsbrucken demonstrierten 16.000 bis 18.000 Menschen für mehr Klimaschutz.



Wien, Innsbruck — Der „Earth Strike" der Bewegung Fridays For Future hat am Freitag zu einer Rekordbeteiligung geführt. Mehr als 65.000 Personen streikten österreichweit für besseren Klimaschutz, laut Organisatoren 150.000. Alleine in Wien gingen laut Exekutive rund 30.000 vor allem jugendliche Teilnehmer auf die Straße. „Wir sind überwältigt", sagte Aktivistin Veronika Winter, die von 80.000 Aktivisten sprach.

Um fünf vor 12 Uhr starteten in Wien drei Demonstrationszüge vom Hauptbahnhof, vom Praterstern und vom Westbahnhof. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut", skandierten die Demonstranten. Eine interne Schätzung der Polizei sprach am Nachmittag von 30.000 Teilnehmern, die Organisatoren von 80.000. Österreichweit sprach Fridays For Future von 150.000 Personen. Die Abschlusskundgebung fand dann am Wiener Heldenplatz statt. Zwischenfälle gab es keine.

16.000 bis 18.000 Teilnehmer in Innsbruck

Auch in Innsbruck war die Demo extrem stark besucht: Laut Angaben der Polizei waren 16.000 bis 18.000 Teilnehmer zu der Kundgebung gekommen. Rechne man die Zuseher dazu, sprach die Exekutive gar von 20.000 Personen. Die Demonstranten zogen friedlich durch die Innsbrucker Innenstadt. Unterstützung bekamen die Jugendlichen auf von politischer Seite. Sowohl Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), als auch seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) und Landesrätin Beate Palfrader (ÖVP) hatten sich am Landhausplatz eingefunden.

In Linz hat der Zuspruch die Erwartungen der Organisatoren bei weitem übertroffen. Laut Schätzungen der Polizei marschierten 9.000 Schüler, Lehrer sowie Eltern mit Kleinkindern zogen Freitagmittag vom Hauptbahnhof Richtung Innenstadt. Wegen des gewaltigen Zustroms wurde die Abschlusskundgebung kurzfristig vom Pfarrplatz an die Donaulände verlegt.

8000 Teilnehmer in Graz

In Graz war die Demonstration mit 3000 Teilnehmer angemeldet, gekommen sind dann rund 8000 Personen. In der Landeshauptstadt kam es durch den „Earth Strike" auch zu Verkehrsbehinderungen: Die Innenstadt stand etwa für etwa zwei Stunden still, vor allem die Tramlinien. Gegen 14.45 löste sich die Demo langsam auf. Rund 800 Jugendliche waren laut Polizeiangaben bei der Fridays For Future-Demo in der Klagenfurter Innenstadt dabei.

Die Demo wurde in Österreich von bis zu 80 Organisationen unterstützt. Amnesty International beteiligte sich genauso wie das Rote Kreuz, die großen Religionsgemeinschaften und viele Umwelt-NGOs.

Die „Earth Strike"-Demonstrationen bildete das große Finale der internationalen Klimaschutzwoche „Week for Future". Bisher habe es im Rahmen der Streikwoche 6.383 Aktionen in 170 Ländern gegeben, berichtete die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Für Österreich bedeutete die Veranstaltung einen neuen Rekord: Bei der ersten Klimaschutz-Demo im März waren 20.000 Personen auf die Straße gegangen

Eine Million Menschen demonstrierten in Italien

Über eine Million Menschen sind am Freitag in Italien auf die Straße gegangen, um für eine bessere Klimapolitik und mehr Engagement beim Klimaschutz zu demonstrieren. Dies berichteten die Organisatoren der Fridays For Future-Schülerdemos, die in Italien in 180 italienischen Städten organisiert wurden.

"Wir sind begeistert und sprachlos. In ganz Italien sind wir eine Million Demonstranten", betonte die 24-jährige Umweltaktivistin Marianna Panzarino, Sprecherin der Bewegung Fridays For Future, die allein in Rom über 200.000 Demonstranten auf die Straße brachte. In Mailand waren es 150.000, in Neapel 100.000. Auch aus Bozen, Triest, Turin, Florenz, Cagliari und Bari wurden Demonstrationen mit jeweils Tausenden von Teilnehmern gemeldet. "Unglaubliche Bilder aus ganz Italien", twitterte die Schwedin Greta Thunberg, die Bilder der Demonstrationen in mehreren italienischen Städten postete. (APA, TT.com)