Letztes Update am Mi, 15.02.2012 07:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Iranische Opposition bereitet Nationalkongress im Exil vor

Bekanntgabe von Details demnächst geplant. Aktivistin warnte vor „Drittem Weltkrieg“.

Die iranische Flagge.

© RedaktionDie iranische Flagge.



Wien – Iranischen Oppositionsgruppen unterschiedlicher Richtungen planen in naher Zukunft die Gründung eines Nationalkongresses im Exil. Das erfuhr die APA am Dienstag im Gespräch mit einer iranischen Regimegegnerin in Wien. Die Aktivistin, die unter dem Decknamen Artunis agiert, sagte, die Gruppierungen hätten sich auf eine Reihe von gemeinsamen Zielen und Grundsätzen geeinigt.

Als Ziele nannte sie die Absetzung der gegenwärtigen Regierung, freie demokratische Wahlen, eine Volksabstimmung über die künftige Staatsform, Religionsfreiheit in einem jedenfalls säkularen Staat, die Freilassung aller politischer Gefangenen sowie die Verhinderung eines Krieges mit dem Westen. Die Gruppen seien sich vor allem darüber einig, dass die gegenwärtige Regierung unter Präsident Mahmoud Ahmadinejad „nicht reformierbar“ sei.

Zu den am Nationalkongress beteiligten Gruppen zählte die Oppositionelle sowohl Anhänger einer konstitutionellen Monarchie um Cyrus Reza Pahlevi (Pahlavi), der älteste Sohn des gestürzten Schah von Persien, als auch Republikaner, Kommunisten, Islamisten, sowie Anhänger des 1953 gestürzten Premiers Mohammed Mossadeq.

Die Verhandlung über die Gründung eines Nationalkongresses im Exil hätten in den vergangenen eineinhalb Jahren in Paris stattgefunden, sagte die Regimegegnerin der APA. Wer der Sprecher des Nationalkongresses sein werde, stehe noch nicht endgültig fest und werde erst im Zusammenhang mit der Gründung bekanntgegeben.

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Die Aktivistin warnte ausdrücklich vor den Gefahren, die ein möglicher Krieg zwischen westlichen Staaten und dem Iran mit sich brächte. Sie befürchtet, dass sich die Opposition im Kriegsfall bei der Verteidigung des Landes zu einem Schulterschluss mit dem Regime genötigt fühlen könnte. Ein bewaffneter Konflikt mit dem Iran würde das herrschende Regime festigen und könne sogar zu einem „Dritten Weltkrieg“ führen. (APA)




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