Letztes Update am Do, 22.08.2013 20:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bürgerkrieg in Syrien

Raketenlieferung an Assad: Israel droht Russland mit Reaktion

Die israelische Regierung erklärte, sie wisse „was zu tun ist“, wenn Moskau Syriens Machthaber mit hochmodernen Luftabwehrraketen ausrüste.

null

©



Damaskus/Moskau/Jerusalem - Israel hat Russland am Dienstag vor der Lieferung hochmoderner Luftabwehrraketen an Syrien gewarnt. Die Regierung wisse, „was zu tun ist“, wenn Moskau Syriens Machthaber Bashar al-Assad mit den Raketen ausrüste, sagte Verteidigungsminister Moshe Yaalon am Dienstag in Jerusalem. Kurz zuvor hatte Russlands Vize-Außenminister Sergej Riabkow den umstrittenen Rüstungsauftrag als „Stabilisierungsfaktor“ gerechtfertigt, weil die Waffen andere Länder vor einer Einmischung abschrecken würden.

Die Boden-Luft-Raketen vom Typ S-300 können Kampfflugzeuge oder Marschflugkörper abfangen. Sie sind das Pendant zum US-System Patriot, mit dem sich auch Israel gegen Luftangriffe schützt. Die S-300 könnten also unter anderem eingesetzt werden, um israelische Angriffe auf mutmaßliche Waffenlieferungen für die Hisbollah zu stoppen - oder gegen die Durchsetzung einer Flugverbotszone. Riabkow sagte, Maßnahmen wie die S-300-Lieferungen würden „bestimmte erhitzte Gemüter abschrecken“, die eine Internationalisierung des Konfliktes mit ausländischen Kräften ins Auge fassten.

Auswirkungen auf den Bürgerkrieg in Syrien hätten die Waffen nach seinen Worten hingegen nicht. Es handle sich um „Abwehrwaffen zum Schutz von Infrastruktur und Truppen gegen Waffen, über die die Rebellen und Oppositionskräfte meines Wissens nicht verfügen“, sagte er und wiederholte, der entsprechende Vertrag mit Damaskus sei schon „vor mehreren Jahren“ unterzeichnet worden.

Noch seien keine Waffen geliefert worden, sagte Israels Verteidigungsminister Yaalon. „Und ich hoffe, sie tun es nicht. Aber wenn sie unglücklicherweise in Syrien eintreffen, werden wir wissen, was zu tun ist“.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Nur einige Stunden zuvor hatte sich die EU nicht auf die Verlängerung ihres Waffenembargos gegen Syrien einigen können, sodass die militärische Aufrüstung der Assad-Gegner nun grundsätzlich erlaubt wird. Dies wiederum hatte Riabkow scharf kritisiert. Dadurch würden die Vorbereitungen für die geplante internationale Syrienkonferenz gefährdet, sagte er. (APA/AFP)




Kommentieren