Letztes Update am Mo, 03.02.2014 12:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Angriff auf Gaza-Hilfsflotte

Israel bietet türkischen Familien Millionen-Entschädigung an

Medienberichten aus Israel zufolge soll die Regierung in Jerusalem den Familien der im Mai 2010 getöteten Gaza-Aktivisten eine finanzielle Entschädigung angeboten haben.

Die Attacke auf das Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara" hatte eine diplomatische Krise zwischen Israel und der Türkei ausgelöst.

© EPADie Attacke auf das Gaza-Hilfsschiff "Mavi Marmara" hatte eine diplomatische Krise zwischen Israel und der Türkei ausgelöst.



Jerusalem/Gaza - Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem tödlichen Angriff israelischer Soldaten auf das türkische Hilfsschiff „Mavi Marmara“ hat die israelische Regierung der Türkei laut einem Zeitungsbericht eine finanzielle Entschädigung für die Familien der Opfer angeboten. Die Entschädigungssumme solle 20 Millionen Dollar betragen, berichtete die Zeitung „Haaretz“ am Montag unter Berufung auf Diplomaten.

Israelische Elitesoldaten hatten die zu einer Hilfsflotte für den Gazastreifen gehörende „Mavi Marmara“ Ende Mai 2010 in internationalen Gewässern geentert, um die Weiterfahrt des Schiffs zu verhindern. Bei Auseinandersetzungen an Bord des Schiffs starben neun türkische Aktivisten. Der Vorfall führte zu einer diplomatischen Eiszeit zwischen Israel und der Türkei. Erst im März 2013 entschuldigte sich Israel bei Ankara für den Tod der Aktivisten. Seitdem laufen Gespräche über Entschädigungszahlungen.

Die Türkei hatte ursprünglich 30 Millionen Dollar Entschädigung für die Opferfamilien verlangt; eine Antwort auf das aktuelle Angebot Isreals von umgerechnet rund 15 Millionen Euro steht noch aus. Laut „Haaretz“ sollen die Gelder in einen Hilfsfonds eingezahlt werden. Die Pressestelle der israelischen Regierung wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern. (APA/AFP)