Letztes Update am Mo, 09.03.2015 09:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Iran dementiert Berichte über Krebserkrankung Khameneis

Gerüchten zufolge leidet der Oberste Geistliche Führer des Iran an einer Krebserkrankung im Endstadium. Stimmt nicht, heißt es von Seiten konservativer Medien und Nachrichtenagenturen aus dem Iran.

Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Khamenei.

© EPADas geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Khamenei.



Teheran/Jerusalem/Wien – Der Iran hat am Sonntag und Montag Berichte über den schlechten Gesundheitszustand des Obersten Geistlichen Führers, Ayatollah Ali Khamenei dementiert. Mehrere arabische und israelische Medien hatten zuvor berichtet, Khamenei sei am Mittwoch ins Spital eingeliefert worden und leide an Prostatakrebs im Endstadium. Im Iran sei schon eine Nachfolgedebatte ausgebrochen, da Khamenei „nicht länger als zwei weitere Jahre leben werde“, hieß es in den Medien.

Die ultrakonservative iranische Nachrichtenagentur FARS brachte am Montag einen Bericht, in dem beschrieben wird, wie Khamenei am Sonntag anlässlich der „Nationalwoche der Naturressourcen“ einige Umweltexperten trifft und von ihnen eine Verbesserung des Umweltschutzes fordert.

Im Anschluss an den Bericht heißt es: „Das öffentliche Treffen war zudem von besonderer Bedeutung, da es einen Schlussstrich unter die von Israel gesteuerten Gerüchte in sozialen Medien und in einer Anzahl von westlichen Websites der vergangenen drei Tage setzt, wo berichtet wurde, dass der iranische Führer wegen seines kritischen Gesundheitszustandes ins Spital gebracht worden sei.“

Nachrichtenagentur: Gerüchte „vom Westen gepusht“

Einige westliche Medien hätten die Gerüchte so weit gepusht, dass sie annahmen, dass Teheran bald das Verscheiden des Klerikers melden würde, so FARS weiter. Solche Gerüchte seien aber schon „ein Dutzend Mal in die Welt gesetzt worden während der letzten beiden Jahrzehnte“.

In dieselbe Kerbe schlug auch Khameneis Chefarzt Mohammad Marandi. „Bei vielen Gelegenheiten hat der israelische Geheimdienst bereits gesagt, dass Khamenei ins Spital gebracht wurde, und es war nicht wahr. Und das einzige Mal, wo er tatsächlich ins Spital ging, wussten sie nichts davon“, erklärte Marandi in einer Stellungnahme. „Deswegen ist es völlig offensichtlich, dass sie über keine Insiderinformationen verfügen“, ergänzte er.

Arzt: Nur Routineoperation durchgeführt

Andere konservative Medien ergänzten, dass dies westliche Versuche seien, „Unsicherheit zu verbreiten“. Khamenei unterzog sich am 8. September einer Prostataoperation. Es wird vermutet, dass er an Prostatakrebs im vierten Stadium leidet. Marandi bestätigte zudem, dass der iranische Führer seine Arbeit „wie immer erledige“. „Die Operation vor einigen Monaten war eine Routineoperation. Er arbeitet ganz normal“, stellte der Arzt klar.

Im Iran wird am 15. März über die Nachfolge des 2014 verstorbenen Expertenratschefs Mohamad Reza Mahdavi-Kani entschieden. Der Expertenrat entscheidet über die etwaige Nachfolge Khameneis. (APA)