Letztes Update am Fr, 11.12.2015 12:42

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


FIFA-Skandal

Sportgerichtshof bestätigt Sperre von UEFA-Präsident Platini

Der Internationale Sportgerichtshof CAS lehnte am Freitag den Einspruch des Franzosen ab. Den FIFA-Ethikhütern wurde allerdings untersagt, die bis zum 5. Jänner 2016 laufende Sperre gegen Platini zu verlängern

Bleibt weiter gesperrt: Michel Platini.

© AFPBleibt weiter gesperrt: Michel Platini.



Lausanne – Michel Platini bleibt das Comeback bei der Auslosung zur EM-Endrunde in Paris verwehrt. Nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs vom Freitag bleibt der UEFA-Präsident wegen der Anschuldigungen im FIFA-Korruptionsskandal suspendiert und kann somit nicht wie von ihm erhofft an der Zeremonie teilnehmen. Auch die Fortführung seiner FIFA-Präsidentschaftskandidatur liegt weiter auf Eis.

Die Sportrichter in Lausanne wiesen den Einspruch Platinis gegen die 90-Tage-Sperre durch die FIFA-Ethikkommission ab. Die Sanktion führe „zu diesem Zeitpunkt nicht zu irreparablem Schaden für Michel Platini“, hieß es in der Urteilsbegründung der drei CAS-Richter. In der Sache selbst urteilten die Juristen gar nicht.

FIFA-Ethikkommission urteilt kurz vor Weihnachten

Ob Platini durch die Annahme der umstrittenen Zahlung von zwei Millionen Franken von FIFA-Chef Joseph Blatter im Jahr 2011 gegen die Ethikregeln des Fußball-Weltverbandes verstoßen oder sich gar der Korruption schuldig gemacht hat, war für den CAS nicht die Fragestellung. Dies wird die rechtssprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission entscheiden - vermutlich am 21. Dezember.

Zuvor steht für Platini am 18. Dezember noch eine Anhörung vor dem Gremium an. Einen Tag vorher wird der ebenfalls suspendierte Blatter vor den Ethikhütern aussagen müssen. Der Schweizer hatte im Gegensatz zu Platini auf einen Einspruch gegen die provisorische Sperre beim CAS verzichtet und ist somit ebenso unverändert suspendiert.

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Urteil gelassen zur Kenntnis genommen

Platini selbst nahm das Urteil nach außen hin gelassen zur Kenntnis. Sein Anwalt Thibaud d‘Ales erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass sein Mandant aufgrund des Sachverhalts und der Stärke seiner Argumente „zuversichtlich bleibt“. Von der UEFA hieß es lediglich, man nehme die Entscheidung zur Kenntnis. Die FIFA teilte mit, man stelle mit der Entscheidung fest, „dass das CAS das Verfahren der unabhängigen Ethikkommission anerkannt hat“.

Einen Teilerfolg erzielte Platini. Den FIFA-Ethikhütern wurde untersagt, die bis zum 5. Jänner 2016 laufende Sperre gegen Platini zu verlängern, da dann ein Schaden für den 60-Jährigen eintrete. Er könnte wegen Fristversäumnis nicht wie erhofft zur FIFA-Präsidentschaftswahl am 26. Februar zugelassen werden. Dies ist aber hinfällig, da zuvor das endgültige Urteil ansteht. Wird Platini erneut gesperrt, ist der nächste Gang des einstigen Weltklassefußballers vor den CAS garantiert.

Die FIFA-Ethikkommission hatte Platini am 7. Oktober für rund drei Monate für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Hintergrund ist die dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken im Jahr 2011 durch Blatter. Das Funktionärs-Duo behauptet, es habe sich bei der Überweisung um eine Begleichung ausstehender Honorare für Platini als FIFA-Berater aus den Jahren 1998 bis 2002 gehandelt.

Die ermittelnde Kammer des FIFA-Ethikkomitees hat Strafen gefordert. Die Länge hängt von der Einschätzung der Richter ab. Sehen sie in der Zahlung eine Bestechung, müssten Blatter und Platini lebenslang ausgeschlossen werden.(APA/dpa)