Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.05.2016


Erste Liga

Wacker gegen Austria Salzburg: Ein letztes Spiel mit großen Gefühlen

Im vierten und vorläufig letzten Westderby gegen Fixabsteiger Austria Salzburg setzt der FC Wacker Innsbruck heute (18.30 Uhr) auf positive Emotionen. Den Blick nach St. Pölten blendet man aus.

© gepaDas Westderby gegen Salzburg garantiert im Tivoli noch einmal Stimmung.Foto: gepa/Pranter



Von Alex Gruber

Innsbruck – „Ich schaue nicht mit traurigen Augen und mit einer Leiter über dem Zaun, was in St. Pölten passiert. Wir müssen nach vorne und auf uns schauen“, leitete Wacker-Trainer Klaus Schmidt das heutige Treffen mit seinem Ex-Klub ein: „Wir müssen uns anständig verabschieden. Und Gott sei Dank spielen wir gegen eine Mannschaft, bei der Emotionen drinnen sind. Jeder Einzelne signalisiert, dass er dabei sein will“, hat der 48-jährige Steirer nach den letzten Trainingseinheiten das Gefühl, dass jeder brennt. Einige Kicker wie Danijel Micic, der vor seiner Hüftoperation zu den absoluten Leistungsträgern zählte, oder Armin Hamzic finden sich in einem Vertragsvakuum wieder. Und ein emotionaler Mensch wie Schmidt sagt dazu: „Ich vergesse Sachen nicht.“

Auf Dankbarkeit wird aber keine positive Zukunft gebaut. Und darum geht’s. Kommt die Ligareform, die womöglich auch dem Vizemeister in der kommenden Saison der Sky Go Erste Liga den Aufstieg eröffnet? Das wäre wohl nur eine der Fragen, die man sich stellen könnte. Und setzt dann ein anderer Verein alles auf eine Karte?

Wer weiß, wer weiß. Heute sind in erster Linie Schachzüge gefragt, die im vorletzten Heimspiel einen Sieg gegen Fixabsteiger Austria Salzburg bringen. „Ich freue mich auf dieses Spiel und versuche, wieder nach vorne zu blicken. Ich bin der, der sich am schnellsten mit der Situation hat anfreunden müssen und stehe in der Verantwortung, dass wir bis zuletzt alles geben“, führt Schmidt aus.

Die Fans der Mozartstädter – inklusive Abos waren gestern 3200 Tickets vergriffen – bringen heute noch einmal Stimmung ins Haus, ehe aus Gründen der Insolvenz der schwere Gang zurück in die Regionalliga folgt. Dass die Heimspiele der Austria in dieser Saison in drei verschiedenen Auswärtsstadien (Schwanenstadt, FAC-Platz und zuletzt in St. Pölten) über die Bühne gingen, mag einen Teil zum finanziellen Crash beigetragen haben. Heute steht aber Fußball auf dem Programm. „Und der ist ein Tagesgeschäft“, nickt Schmidt. Der Traum vom Aufstieg (Wackers Ansage für 2017) lebt weiter: „Ich hoffe, dass wir dann 15.000 im Tivoli begrüßen ...“