Letztes Update am So, 21.08.2016 12:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Für Wackers Ansprüche viel zu wenig

Schwarzgrüne Tristesse – nach einem Sechstel der Meisterschaft und der 0:1-Heimniederlage gegen Lustenau weist der FC Wacker bereits elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Liefering auf.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Die letzten Getreuen im Tivoli schüttelten nur verständnislos den Kopf, die Wacker-Kicker schlichen geknickt in die Kabine, Trainer und Manager hatten nach der 0:1-Niederlage im Westschlager gegen Austria Lustenau jede Menge Erklärungsbedarf. Denn nach einem Sechstel der Meisterschaft spricht in der zweitklassigen Sky Go Ersten Liga praktisch alles gegen den Tiroler Traditionsklub. Als Titelaspirant gestartet, liegen die Innsbrucker mit fünf mageren Punkten auf Platz acht. Dahinter rangieren nur noch die beiden Aufsteiger Horn und BW Linz. Der kleine Bruder WSG Wattens liegt trotz zuletzt drei Niederlagen immer noch vor dem „großen Bruder“.

Die Momentaufnahme rund um das Tivoli ist desaströs. Sportlich geht der FC Wacker schwer am Stock. Was sich natürlich auch auf die Zuschauerzahlen auswirkt. Kamen beim Derby noch 9200 Fans ins Tivoli, waren es nach der Pleite gegen die WSG beim Schlager gegen Tabellenführer Liefering schon mehr als 9000 weniger. Und beim Westschlager am Freitag gegen Austria Lustenau verloren sich nur knapp 2400 Zuschauer im Tivoli-Oval. Und die hofften nach dem Aufwärtstrend gegen den LASK und beim 1:1 gegen Liefering vergebens auf den zweiten Saisonsieg.

Lediglich 2391 Zuschauer fanden gegen Lustenau den Weg ins Tivoli - enttäuschend.
Lediglich 2391 Zuschauer fanden gegen Lustenau den Weg ins Tivoli - enttäuschend.
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„Es gibt keine Ausreden, Fakt ist, dass wir zu wenig Punkte haben“, spricht Alfred Hörtnagl erst gar nicht lange um den heißen Brei. Anspruch und das, was auf dem Feld abgeliefert wird, klaffen meilenweit auseinander. Vorne werden die Chancen nicht genützt, hinten wird regelmäßig gepatzt. Im Mittelfeld ist die Fehlpassquote die einzige Konstante. Eine Mixtur, die sich erstens geradezu geschäftsschädigend für das Wirtschaftsunternehmen FC Wacker auswirkt und zweitens das sportliche Ziel Aufstieg in weite Fernen rücken lässt.

Was tun, um die Trendwende einzuleiten? „Das Kapitel Trainer halten wir noch geschlossen, aus dem Tief müssen wir uns im Team herausholen“, so Hörtnagl, der sich, die Mannschaft und das komplette Trainerteam vermehrt in der Pflicht sieht. Gemeinsam statt einsam, lautet das Motto: „Es gibt kein Schönreden, die Dinge werden intern knallhart angesprochen. Wenn man gemeinsam aus so einem tiefen Tal herauskommt, geht man gestärkt in die kommenden Aufgaben. Aber es ist klar, dass jetzt Punkte hermüssen.“

Ein mickriger Zähler schaute aus den letzten drei Partien gegen die deklarierten Titelaspiranten LASK, Liefering und Lustenau heraus. Wobei Punkte immer nach dem gleichen Muster verschenkt wurden. Schwere Schnitzer in der Defensive führten postwendend zu entscheidenden Gegentreffern, vorne hatte Joker Thomas Pichlmann, der gegen Lustenau nach einer Stunde eingewechselt wurde, in der Nachspielzeit jeweils eine Riesenchance auf den Ausgleich (LASK, Lustenau) bzw. Sieg (Liefering). „Es ist nicht einfach bei so einem Negativlauf. Aber wenn man merkt, dass man nicht gewinnen kann, dann muss man zumindest einen Punkt mitnehmen. Wir müssen versuchen, es auf dem Platz zu richten, je schneller, desto besser“, bilanzierte Jürgen Säumel nach dem Westschlager im Sky-Interview. Heißt, ein Sieg am Freitag bei BW Linz ist aber so was von Pflicht.