Letztes Update am Do, 25.08.2016 23:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europa League

Rapid stolpert in Gruppenphase, auch Austria ist weiter

Rapid ist trotz einer 0:2-Heimniederlage in Europa-League-Gruppenphase. Grünwald und Kayode schossen die Austria zum Aufstieg.

Während einer Drangperiode von Trondheim schloss  Olarenwaju Kayode einen Konter mustergültig ab und erzielte das vorentscheidende zweite Auswärtstor.

© GEPAWährend einer Drangperiode von Trondheim schloss Olarenwaju Kayode einen Konter mustergültig ab und erzielte das vorentscheidende zweite Auswärtstor.



Trondheim – Rapid Wien ist trotz einer 0:2-Heimniederlage gegen AS Trencin in die Gruppenphase der Fußball-Europa-League eingezogen. Die Wiener, die das Hinspiel auswärts sensationell 4:0 gewonnen hatten, gerieten am Donnerstag durch Treffer von James Lawrence (12. Minute) und Jakub Paur (35.) in Rückstand. Spätestens mit der Gelb-Roten Karte für Denis Janco (53.) bekam Rapid das Spiel jedoch in den Griff.

Nach Meister Salzburg und Stadtrivale Austria ist Rapid der dritte heimische Vertreter in Europas zweitwichtigstem Fußball-Bewerb auf Club-Ebene. Die Salzburger waren bereits am Mittwoch im Play-off zur Champions League an Dinamo Zagreb mit 1:2 nach Verlängerung gescheitert. Die Austria behielt mit einem Gesamtscore von 4:2 gegen Rosenborg Trondheim die Oberhand.

Austria zum dritten Mal in der Gruppenphase

Die Wiener Austria besiegte Rosenberg Trondheim auswärts wie im Hinspiel mit 2:1 (0:0). Die verdiente Führung durch Alexander Grünwald (57.) glich Christian Gytkjaer durch einen umstrittenen Elfmeter aus (59.). Olarenwaju Kayode schoss die Wiener nach einem Konter schließlich ins Glück (69.).

Damit steht die Austria nach 2009 und 2011 zum dritten Mal in der Gruppenphase und darf sich über ein Startgeld von 2,4 Millionen Euro freuen. Ihre Gegner erfahren die Wiener bei der Auslosung am Freitag in Monaco (13.00/live Eurosport). Die Norweger mussten im heimischen Lerkendal-Stadion die erste Niederlage seit dem 16. Mai 2014 hinnehmen.

Die heimstarken Gastgeber fanden vor 11.692 Zuschauern die erste Chance des Spiels vor. Rosenborg-Topscorer Gytkjaer schoss jedoch weit drüber (3.). Danach kamen die Wiener besser ins Spiel. Nach einer sehenswerten Kurzpassstafette kam Grünwald in der Mitte etwas zu spät (5.).

Rosenborg überließ den Veilchen etwas überraschend die Räume. Nach einigen Halbchancen auf beiden Seiten waren die Wiener dem Tor vor der Pause schließlich näher. Nach einer halben Stunde hatte Rosenborg-Schlussman Adam Kwarasey bei einem Grünwald-Freistoß Mühe, den Ball über die Latte zu lenken. Nach dem fälligen Eckball verfehlte Kayode das Tor mit einem Kopfball nur knapp.

Kurze Zeit später blieb den Austrianern der Torjubel im Halse stecken, weil das englische Schiedsrichtergespann um Martin Atkinson Kayode knapp, aber zurecht im Abseits wähnte (32.). Die größte Chance der Gastgeber resultierte aus einem Abwehrfehler der Wiener. Petar Filipovic verschätzte sich bei einer Flanke, Kapitän Robert Almer im Tor war aber beim Schuss von Fredrik Midtsjö auf dem Posten (37.).

Nach Wiederanpfiff ging es Schlag auf Schlag. Zunächst konnte sich der starke Almer bei einem Gytkjaer-Heber zum wiederholten Male auszeichnen (55.). Im Gegenzug glückte der Austria das ersehnte Auswärtstor. Alexander Grünwald sprintete in eine Freistoß-Flanke von Raphael Holzhauser und drückte den Ball mit dem Kopf über die Linie (57.).

Lange währte die Freude aufseiten der in rot spielenden Wiener nicht. Denn praktisch postwendend wollte Atkinson ein Handspiel von Lukas Rotpuller im Austria-Strafraum gesehen haben und verhängte einen höchst umstrittenen Strafstoß, den Gytkjaer verwandelte (59.).

In die darauf folgende Drangperiode der Norweger setzte die Austria den Nadelstich ins Glück. Kayode schloss einen Konter mustergültig ab und erzielte das vorentscheidende zweite Auswärtstor. In weiterer Folge bemühten sich die Norweger zumindest ihre Serie vor eigenem Publikum zu verlängern, fanden jedoch ein ums andere Mal ihren Meister in Almer.

Dreifachchance durch Rapids Joelinton, Dibon und Auer

Aus dem an sich lockeren Schaulaufen wurde ein unerwartet anstrengender Arbeitstag: Rapid hat die Pflichtübung gegen Trencin gemeistert und steht nach einigem Bauchweh und dem Gesamtscore von 4:2 in der Europa-League-Gruppenphase. Nach dem 4:0-Auswärtssieg vor einer Woche verloren die Wiener 0:2. 21.200 Zuschauer sahen die ersten Gegentore sowie die erste Niederlage im neuen Allianz-Stadion.

Nicht wirklich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: Rapid-Trainer Mike Bueskens
Nicht wirklich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: Rapid-Trainer Mike Bueskens
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Nach dem klaren Hinspielergebnis konnte Rapid auf dem Weg in die sechste Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase eigentlich nur über den eigenen Hochmut und Schlendrian stürzen. Rapid-Trainer Mike Büskens warnte seine Mannen darum eindringlich vor möglichen Fehleinschätzungen des Gegners und einer laschen Herangehensweise. Und Hofmann stand gleich unfreiwillig im Mittelpunkt: James Lawrence fing den gefährlichen Pass des Innenverteidigers auf Ivan Mocinic ab und zog aus zentraler Position erfolgreich ab (12.). Der Engländer schrieb sich nach seinem platzierten Flachschuss ins rechte Eck in die Geschichtsbücher ein: Nicht, weil er das wacker aufspielende Trencin 1:4 heranbrachte, sondern weil er Rapid das erste Gegentor im neuen Allianz-Stadion beifügte.

Es war ein Strohfeuer, das nach Rapids überlegenem Beginn für spielerische Ausgeglichenheit sorgte. Zuvor hatte der durchbrechende Joelinton nach nur drei Minuten das 1:0 am Fuß gehabt, er scheiterte aber an Trencin-Torhüter Igor Semrinec. Unzählige Male waren die Grün-Weißen gefährlich in den Strafraum vorgestoßen, doch Schüsse der durch die slowakische Abwehr dribbelnden Traustason (8.) und Schaub (16.) wurden wie ein Joelinton-Flugkopfball (8.) gerade noch geblockt.

Rapids Offensivabteilung brachte danach nichts mehr zustande und Jakub Paur köpfelte zum 2:0-Halbzeitstand ein (35.). Nach dem Seitenwechsel stoppte Denis Janco eine mögliche sensationelle Aufholjagd seiner Mannschaft frühzeitig: Der Mittelfeldspieler sah Sekunden nach Wiederbeginn Gelb. Sieben Minuten später rasierte er Rapids Srdjan Grahovac mit den Stollen das Kinn und flog mit Gelb-Rot vom Platz (53.).

Die unkluge Aktion und der wohl neuerliche Appell des Trainers brachte Rapid die verlorene Ruhe und Ernsthaftigkeit ins Spiel zurück. Der eingewechselte Schwab (59.) sowie eine Dreifachchance durch Joelinton, Dibon und Auer (60.) nützte der Vizemeister aber nicht. Traustason setzte eine Schaub-Hereingabe vorbei (72.), und auch bei Schaub, dem Dreifachtorschützen aus der Vorwoche, passte das Finish nicht (88.). Rapid blieb zum ersten Mal im neuen Stadion selbst ohne Tor. Am ungefährdeten Einzug in die EL-Gruppenphase änderte das freilich nichts. (APA)