Letztes Update am Fr, 26.08.2016 18:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UEFA-Beschluss

ÖFB und Bundesliga kritisieren Reform der Champions League

Die Fußball-Königsklasse wird reformiert: Künftig sollen die Top-Ligen Europas mit mehr Fixstartern in der Champions League vertreten sein. Für Österreichs Clubs haben die Neuerungen wohl negative Auswirkungen.

Die Champions League wird aber der Saison 2018/19 reformiert.

© GepaDie Champions League wird aber der Saison 2018/19 reformiert.



Monaco - Die Bundesliga und der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) haben die von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) geplante Champions-League-Reform am Freitag heftig kritisiert. Ab der Saison 2018/19 erhalten die vier Topligen mehr Fixplätze für die Gruppenphase und werden noch mehr Prämien kassieren. Dies sei ein Kniefall vor den Branchenkaisern, sind sich in Österreich alle Beteiligten einig.

Die Bundesliga und der ÖFB äußerten sich am Freitagabend in einer gemeinsamen Stellungnahme. Von einer „Reform für und von den Topclubs in Europa“ war da die Rede. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass seitens der UEFA derartige Reformen ohne Information beschlossen werden, wenn dies zum Nachteil für die kleineren und mittleren Verbände ist“, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer äußerte sich ähnlich kritisch: „Unfassbar! Gesellschaftspolitisch wird immer von Umverteilung geredet, damit die Reichen nicht noch reicher und die Armen nicht noch ärmer werden.“

Vier Fixplätze für die vier Top-Nationen

Die vier Topnationen des UEFA-Nationenrankings bekommen demnach in zwei Jahren die Garantie, mit jeweils vier Clubs fix in der Königsklasse vertreten zu sein. Auch die Geldverteilung soll zugunsten historisch erfolgreicher Vereine verändert werden. So wird der Teamkoeffizient, den prominente Clubs wie CL-Rekordsieger Real Madrid und Bayern München anführen, mit 30 Prozent nun erstmals berücksichtigt, der sogenannte Anteil aus dem Market Pool für alle Vereine aus einem Land dagegen von 40 auf 15 Prozent reduziert.

Mit dieser Reform schwäche man einerseits die kleineren und finanzschwächeren Clubs. Andererseits „werden die großen Clubs gestärkt und bekommen noch mehr Geld, das ist Kapitalismus pur“, sagte Ebenbauer. „Fußball lebt ja vom Wettbewerb, aber diese Reform geht klar zulasten der mittleren und kleinen Verbände. Damit killt man den Wettbewerb.“

Einen detaillierten Plan für die Neuverteilung der Startplätze will die UEFA aber erst im Dezember präsentieren, wie sie am Freitag im Vorfeld der Europa-League-Auslosung in Monaco mitteilte. Doch schon jetzt steht fest, dass sie auf Kosten der mittleren und kleinen Fußball-Länder wie Österreich geht, da künftig nur noch vier Plätze (bisher fünf) über den Meisterweg für die Champions-League-Gruppenphase ausgespielt werden. Dies verriet UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti bereits am Freitag. (APA)