Letztes Update am Fr, 26.08.2016 22:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Wacker und Wattens mussten sich mit einem Punkt begnügen

Während die WSG Wattens zuhause gegen Horn eine 2:1-Führung aus der Hand gab, musste der FC Wacker bei Aufsteiger BW Linz einen 0:2-Rückstand aufholen.

Patrik Eler und Thomas Pichlmann trugen sich in die Torschützenliste ein, zum Sieg reichte es für den FC Wacker gegen Linz aber nicht mehr.

© GepaPatrik Eler und Thomas Pichlmann trugen sich in die Torschützenliste ein, zum Sieg reichte es für den FC Wacker gegen Linz aber nicht mehr.



Auch ein achtbares Remis ist für Wacker zu wenig

Von Florian Madl

Innsbruck – Was hatte man beim FC Wacker in dieser Woche nicht alles probiert? Eremitage im Stubaital, Interview-Verbot für die Spieler, eine Brandrede von Trainer Maurizio Jacobacci vor Journalisten. Kernaussage: „Ich sehe sehr wohl eine Weiterentwicklung.“ Aber davon konnte am Freitag kaum eine Rede sein, denn spielerisch lief beim Schlusslicht der Sky Go Erste Liga erneut nicht viel. Und das, obwohl sich für die Tiroler gegen den Meister der Regionalliga Mitte durchaus Räume geboten hätten.

Die hatte zunächst nur Ex-Wacker-Spieler Rene Renner, der den phasenweise bemitleidenswerten Michael Schimpelsberger und seinen Kollegen Sebastian Siller beim 1:0 (31.) wie Slalomstangen umkurvte. Jubeln wollte der 22-Jährige ob seiner Tirol-Vergangenheit nicht. Ein zweites Gegentor nach der Pause sparten sich die Tiroler zunächst (Abseits/52.), doch sechs Minuten später sorgte Pecirep (58.) nach neuerlichem Schimpelsberger-Fehler für das 2:0 der Linzer.

Der FC Wacker? Er zeigte endlich eine Reaktion: Zunächst durch den zuletzt unfreiwillig geschonten Pichlmann (60.). Und dann durch dessen zuletzt kritisierten Sturmpartner Patrick Eler (65.), der überlegt einschob.

Dabei blieb es, wiewohl sich auf beiden Seiten noch Chancen auftaten. Der FC Wacker überzeugte erneut nicht, der Weg zum Titel wird zunehmend steiler. Das spiegelte sich auch in den Reaktionen nach Spielschluss wider:

General Manager Alfred Hörtnagl, der noch vor Anpfiff „Charakter“ einforderte, wollte sich nicht äußern. Nur Maurizio Jacobacci war angesichts des Spielverlaufs wohl ein Stein vom Herzen gefallen: „Bis zum 0:2 lieferten wir Angsthasenfußball ab, da hat die Leidenschaft gefehlt. Aber nach dem 2:2 glaubte ich, dass wir noch gewinnen würden. Ich weiß, dass in der Mannschaft Feuer steckt.“ Die Länderspielpause könnte dennoch eine bewegte werden, auch wenn der 53-Jährige meint: „Ich glaube, dass ich Trainer bleibe.“ Allerdings: Jobgarantien am heißen Pflaster Innsbruck erwiesen sich in der Vergangenheit als wenig zuverlässig – siehe Kirchler, Streiter, Schmid ...

Viel investiert, wenig gewonnen

Von Tobias Waidhofer

Wattens – Die Trinkpause, die Schiedsrichter Christopher Jäger am Freitag nach 24 Minuten veranlasste, hatten sich beide Teams durchaus verdient. Von Beginn an hatte sich im Gernot-Langes-Stadion ein attraktives, chancenreiches Match entwickelt: Schon nach drei Minuten hätte Milan Jurdik beinahe einen Horner Abwehrfehler zur Führung genützt. Im Gegenzug musste Ferdinand Oswald gegen Benjamin Sulimani retten.

Und in dieser Tonart ging es weiter: Zuerst rettete Flo ­Toplitsch auf der Linie (6.), um nach 19 Minuten selbst eine Top-Möglichkeit auf das erste Wattener Heimtor in der Sky Go Ersten Liga vorzufinden. Sein Abschluss aus elf Metern war aber zu schwach für Horn-Goalie Shuichi Gonda. Erneut Jurdik (24.) mit der wohl besten Wattener Tormöglichkeit und ein Mörck-Gewaltschuss (34.) zwangen den Japaner zu zwei weiteren Paraden.

Milan Jurdik brachte Wattens mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 zurück ins Spiel.
Milan Jurdik brachte Wattens mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1 zurück ins Spiel.
- Gepa

Doch auch Horn war – vor allem in Form der Doppelspitze Sulimani/Orsini – immer wieder gefährlich. Der Ex-Admira-Angreifer war es auch, der nach einem Oswald-Patzer im Zweikampf mit David Zimmerhofer zu Boden ging. Die Pfeife von Schiri Jäger blieb aber stumm. Glück für die Wattener: Elfmeter und Rote Karte wären wohl die richtige Entscheidung gewesen. Das war in der 35. Minute. Mit einem torlosen Remis ging es in die Pause. Das Warten auf das erste Heimtor ging also vorerst weiter.

Doch die zweite Halbzeit begann genau so, wie sie es nicht sollte: Nach einem Freistoß vergaß die Wattener Hintermannschaft komplett auf Orsini, der die Hereingabe völlig allein gelassen ins lange Eck verlängerte (51.). Doch die Wattener kamen zurück: In der 59. Minute drückte Jurdik einen Eckball aus kurzer Distanz über die Linie. Der hochverdiente Ausgleich war gleichzeitig das erste Heimtor dieser Saison. Im Gegenzug hätte Orsini die Euphorie fast mit dem 1:2 erstickt, sein Versuch ging aber am langen Eck vorbei.

Doch der Wattens-Kampfgeist wurde belohnt: Nach einem Pranter-Freistoß traf Mörck zum 2:1 (71.). Da hielt es auch Präsidentin Diana Langes-Swarovski nicht mehr auf ihrem Sitz. Und als sie auf die Ehrentribüne zurückkam, stand es 2:2 – weil Oswald bei einem Sulimani-Freistoß patzte (79.). Ein insgesamt gerechtes Remis. Denn beiden Teams hätte in der Schlussphase durchaus der Siegtreffer gelingen können. „Uns fehlt in vielen Situation die Geduld“, ärgerte sich Verteidiger Flo Buchacher.

Sky Go Erste Liga, 7. Spieltag

WSG Wattens - SV Horn 2:2 (0:0)

Tore: Jurdik (58.), Mörck (71.) bzw. Orsini (50.), Sulimani (79.)

Blau-Weiß Linz - Wacker Innsbruck 2:2 (1:0)

Tore: Renner (31.), Pecirep (57.) bzw. Pichlmann (60.), Eler (64.)

SC Wr. Neustadt - FAC 0:3 (0:1)

Tore: Markoutz (32.), Sahanek (51., 75.)

SC Austria Lustenau - FC Liefering 1:1 (0:1)

Tore: Grabher (76.) bzw. M. Berisha (30.)

Kapfenberger SV - LASK Linz 1:2 (0:1)

Tore: Jorge Elias (65.) bzw. Otavio (35.), Grgic (69.)