Letztes Update am Do, 03.11.2016 23:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europa League

Salzburg in EL wieder im Aufstiegsrennen - 2:0 in Nizza

Die Austria verlor gegen AS Roma mit 2:4, Rapid erkämpfte ein 2:2 gegen Sassuolo und die Salzburger haben mit dem 2:0 gegen Nizza den Aufstieg ins Sechzehntelfinale wieder in eigener Hand.

Die Salzburger haben den Aufstieg wieder in eigener Hand.

© REUTERSDie Salzburger haben den Aufstieg wieder in eigener Hand.



Wien – Auch ein Traumstart hat der Austria gegen AS Roma nicht zum Erfolg verholfen. Die Wiener mussten sich am Donnerstag in der vierten Runde der Fußball-Europa-League dem italienischen Spitzenclub mit 2:4 (1:2) geschlagen geben, haben aber in der Gruppe E weiter gute Chancen auf den Aufstieg in die K.o.-Runde.

Vor 32.751 Zuschauern im Happel-Stadion gelang der Austria ein optimaler Start. Nach nur eineinhalb Minuten brachte Larry Kayode die Violetten mit 1:0 in Führung, danach aber drehte Roma groß auf und durch Tore von Edin Dzeko (5.) und Daniele de Rossi nach schwerem Patzer (18.) noch in der ersten Halbzeit die Partie. Dzeko mit seinem zweiten Tor (65.) und Radja Nainggolan (78.) fixierten den verdienten Sieg. Alexander Grünwald gelang in der 89. Minute noch Ergebniskosmetik.

Alexander Grünwald (FK Austria Wien) schießt das Tor zum 2:4.
Alexander Grünwald (FK Austria Wien) schießt das Tor zum 2:4.
- APA

Austria-Trainer Thorsten Fink bot dieselbe Startelf wie beim 2:0 am Sonntag gegen Sturm Graz auf. Die ließ die vielen Fans im gut gefüllten Happel-Stadion bald jubeln. Eine Hereingabe von Venuto bugsierte Kayode über die Linie, ein Rettungsversuch kam zu spät.

Der Rückstand schien die Italiener, die ohne ihren angeschlagenen Superstar Francesco Totti nach Wien gekommen waren, wach zu rütteln. Das Team von Luciano Spalletti zeigte hohe Qualität im Passspiel, ließ Ball und Gegner laufen und nützte die defensiven Schwächen der Austria gnadenlos aus.

Schon in der 5. Minute gelang der Ausgleich. Bruno Peres, der über die rechte Roma-Seite immer wieder viel Druck erzeugte, setzte sich gegen Christoph Martschinko durch und bediente Dzeko. Der Bosnier, mit zehn Treffern Top-Torjäger der Serie A, verwertete die Idealvorlage problemlos. In der 18. Minute profitierten die Römer von einem haarsträubenden Fauxpas. Nach einem Eckball schien die Gefahr nach einem Dzeko-Kopfball schon abgewendet. Auf der Linie standen sich allerdings Martschinko und Torhüter Osman Hadzikic gegenseitig im Weg, vom Verteidiger sprang der Ball direkt vor die Beine von De Rossi, der nur noch ins leere Tor schießen musste.

Danach schaltete Roma wieder etwas zurück. Die Austria spielte gut, konnte sich aber keine großen Chancen herausspielen. Als Holzhauser und Co. wieder mutiger wurden, schlug Roma durch den starken Dzeko ein drittes Mal zu. Beim Hinspiel vor zwei Wochen hatte die Austria im Finish aus einem 1:3 noch sensationell ein 3:3 gemacht, diesmal gelang die Aufholjagd aber nicht.

Roma (8 Punkte) ließ sich die drei Punkte nicht mehr nehmen und machte einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde. Doch auch die Austria, die ihre erste Niederlage in der Gruppe kassierte, ist noch bestens im Rennen. Da das Parallelspiel zwischen Astra Giurgiu und Viktoria Pilsen 1:1 remis endete, liegen die Wiener (5) weiter auf Platz zwei vor Astra (4) und Pilsen (3.). Im kommenden Heimspiel am 24. November gegen Giurgiu könnte die Austria damit sogar schon den Aufstieg perfekt machen.

Unrühmliche Szenen gab es im Vorfeld der Partie bei einem Scharmützel unter den Fans. Laut Polizeisprecher Patrick Maierhofer hatten Anhänger der Römer einen Rauchkörper gezündet und in Richtung einer Gruppe Austria-Fans geworfen. Je 15 Anhänger beider Vereine gingen daraufhin aufeinander los. Eine Einheit der Polizei schritt ein und trennte die beiden Gruppen voneinander. Bei dem Vorfall wurde laut Maierhofer einer der Beteiligten wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt festgenommen. Ein Polizist wurde leicht verletzt und sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht.

Rapid erkämpfte ein 2:2.
Rapid erkämpfte ein 2:2.
- gepa

Rapid verwandelte in EL-Partie bei Sassuolo 0:2 in 2:2

Die Hoffnung von Rapid auf den Aufstieg ins Sechzehntelfinale der Fußball-Europa-League lebt. Dank eines starken Finish erkämpften die Hütteldorfer am Donnerstag auswärts gegen Sassuolo ein 2:2. Gregoire Defrel (34.) und Lorenzo Pellegrini (45.+3) brachten die Italiener in Führung, die Hütteldorfer schlugen aber dank der Joker Matej Jelic (85.) und Giorgi Kvilitaia (90.) noch zurück.

Da Athletic Bilbao gegen Genk daheim 5:3 gewann, ist in Gruppe F alles offen. Genk und Bilbao halten bei je sechs, Rapid und Sassuolo bei je fünf Punkten. Weiter geht es für die Grün-Weißen am 24. November mit der Partie bei Genk.

Dass Rapid die Chance wahrte, wie im Vorjahr im Europacup zu überwintern, war in Reggio Emilia zunächst nicht absehbar. Die bis zum Doppelschlag einzige echte Chance des Rekordmeisters vergab Joelinton in der 12. Minute, als er nach Flanke des 18-jährigen Debütanten Manuel Thurnwald per Kopf aus wenigen Metern nicht das Tor traf.

Weit effektiver zeigte sich vorerst Sassuolo. Die so wie Rapid stark ersatzgeschwächten Gastgeber gingen mit ihrer ersten echten Chance in Führung. Nach einer schönen Kombination und Pass von Davide Biondini traf Defrel mit einem platzierten Schuss ins lange Eck. Davor hatten die Italiener zweimal mit Schiedsrichter Craig Pawson gehadert. Zunächst entschied der Engländer bei einem vermeintlichen Tor von Defrel auf Foul an Maximilian Hofmann (3.), dann gab er bei einer Attacke von Ivan Mocinic an Defrel keinen Elfmeter (25.). Auf der Gegenseite zeigte er Marcello Gazzola nur Gelb, obwohl er als letzter Mann Joelinton zu Fall gebracht hatte (26.).

Das 2:0 folgte schließlich Sekunden vor dem Pausenpfiff. Ein Freistoß von Lorenzo Pellegrini wurde von Antonio Ragusa unhaltbar für Rapid-Goalie Richard Strebinger abgefälscht. In der 51. Minute verhinderte der Keeper eine höhere Rapid-Niederlage. Zunächst parierte er einen Freistoß von Pellegrini, dann war er auch noch beim Nachschuss von Claud Adjapong zur Stelle.

Wenig später brachte Trainer Mike Büskens mit Jelic und Kvilitaia zwei Spitzen und stellte auf ein 4-4-2-System um, und der erhoffte Effekt stellte sich in der Schlussphase ein. Eher aus heiterem Himmel staubte Jelic in der 85. Minute nach einer Freistoßflanke von Louis Schaub und einem Schussversuch von Maximilian Hofmann zum Anschlusstor ab.

Fünf Minuten später scheiterte Arnor Ingvi Traustason an Sassuolo-Schlussmann Andrea Consigli, den abspringenden Ball verwertete Kvilitaia aus kurzer Distanz. Damit ist Rapid zwar in Europacup-Spielen in Italien weiter sieglos, kann aber weiterhin den zweiten Aufstieg in Folge ins Sechzehntelfinale schaffen.

Salzburg in EL wieder im Aufstiegsrennen - 2:0 in Nizza

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag die ersten Punkte in der laufenden Gruppenphase der Fußball-Europa-League geholt. Die „Bullen“ setzten sich auswärts gegen OGC Nizza mit 2:0 durch, Matchwinner war der eingewechselte Hwang Hee-Chan mit einem Doppelpack in der 72. und 73. Minute.

Damit haben die Mozartstädter den Aufstieg ins Sechzehntelfinale plötzlich wieder in eigener Hand. Dazu müssen sie am 24. November in Krasnodar gewinnen, dabei das direkte Duell - die erste Partie endete mit 1:0 für die Russen - für sich entscheiden und dann am 8. Dezember gegen den bereits feststehenden Gruppe-I-Sieger Schalke einen Heimerfolg landen.

Der Sieg der Salzburger war hochverdient. Von Beginn an präsentierten sich die Gäste im 100. Europacup-Match in der Red-Bull-Ära als stärkere Mannschaft und überzeugten vor allem mit intensivem Pressing. Daraus hätten sie fast in der 12. Minute Kapital geschlagen, als Valentino Lazaro den Ball eroberte und für Fredrik Gulbrandsen auflegte, dessen zentraler Schuss Goalie Yoan Cardinale Probleme bereitete. Der Keeper war auch in der 41. Minute bei einem Versuch von Munas Dabbur zur Stelle.

Vom französischen Tabellenführer war vor und nach der Pause mit Ausnahmen von zwei relativ harmlosen Weitschüssen des Stürmerstars Mario Balotelli (21., 38.) nichts zu sehen. Im Gegensatz dazu lieferten die Mozartstädter, die mit fünf Sommer-Neuzugängen, dafür aber zunächst ohne Jonatan Soriano antraten, auch nach der Pause einen überaus gelungenen Auftritt ab.

Auch in der zweiten Hälfte drückten sie auf das Führungstor, das in der 65. Minute bei einem Freistoß von Marc Rzatkowski an die Latte noch verwehrt blieb. Die Einwechslung von Hwang in der 62. Minute brachte die Elf von Oscar Garcia aber dann endgültig auf die Siegerstraße.

Zunächst traf der Südkoreaner in der 72. Minute nach einer Dabbur-Maßflanke per Hechtkopfball, wenige Sekunden später war der Offensivspieler nach einer Vorlage von Josip Radosevic aus kurzer Distanz erfolgreich. Der 20-jährige Hwang erzielte damit in seinen jüngsten vier Pflichtspielen für Salzburg fünf Tore.

Von dem Schock der beiden Gegentore erholte sich Nizza nicht mehr - der überlegene französische Spitzenreiter enttäuschte vor rund 18.000 Zuschauern im EM-Stadion an der Cote d‘Azur auf ganzer Linie. (APA)

Ergebnisse

Gruppe A:

Sorja Luhansk (UKR) - Feyenoord Rotterdam

1:1 (1:1)

Fenerbahce Istanbul - Manchester United

2:1 (1:0)

Gruppe B:

FC Astana - Olympiakos Piräus

1:1 (1:1)

APOEL Nikosia - Young Boys Bern

1:0 (0:0)

Gruppe C:

RSC Anderlecht - FSV Mainz 05

6:1 (2:1)

FK Qabala (AZE) - AS St. Etienne

1:2 (1:1)

Gruppe D:

Maccabi Tel Aviv - AZ Alkmaar

0:0

Zenit St. Petersburg - Dundalk FC (IRL)

2:1 (1:0)

Gruppe E:

Astra Giurgiu - Viktoria Pilsen

1:1 (1:1)

Austria Wien - AS Roma

2:4 (1:2)

Gruppe F:

Athletic Bilbao - KRC Genk

5:3 (3:1)

US Sassuolo - Rapid Wien

2:2 (2:0)