Letztes Update am Fr, 02.12.2016 22:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball

„Football Leaks“: Schmutzige Geschäfte der Superstars enthüllt

Ein Journalistennetzwerk enthüllt die Steuertricks im europäischen Profi-Fußball. Unter anderem sollen Cristiano Ronaldo, Mesut Özil und Jose Mourinho Millionen am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Ronaldo und Özil spielten lange Zeit gemeinsam bei Real Madrid. Beide sollen Einkünfte vor den Steuerbehörden versteckt haben.

© EPARonaldo und Özil spielten lange Zeit gemeinsam bei Real Madrid. Beide sollen Einkünfte vor den Steuerbehörden versteckt haben.



Hamburg – Nach den Querelen rund um die FIFA droht dem Fußball der nächste handfeste Skandal: Wie der Spiegel in seiner neuen Ausgabe berichtet, sollen Stars wie Cristiano Ronaldo oder Mesut Özil ihre Einkünfte „getarnt“ und so vor der Steuer versteckt haben. Dem Bericht zufolge soll der deutsche Starkicker Özil insgesamt 2,8 Millionen Euro an den Staat zurückzahlen müssen. Das habe eine Prüfung seiner Einkommensteuererklärungen aus den Jahren 2011 bis 2013 durch die spanischen Finanzbehörden ergeben.

Real-Madrid-Star Ronaldo habe eine Briefkastenfirma auf den British Virgin Islands genutzt, um auf internationale Werbeeinnahmen keine Steuern zahlen zu müssen. Kolportiert wurde die Summe von 75 Millionen Euro. Einerseits habe er dabei von einer umstrittenen Sonderregelung des spanischen Steuerrechts profitiert. Andererseits hätten seine Berater sich Sorgen gemacht, die Behörden könnten „sensiblen Informationen“ rund um die karibische Briefkastenfirma auf die Spur kommen, berichtete der Spiegel.

Auch Startrainer José Mourinho soll mit einer Briefkastenfirma Steuern am Fiskus vorbeigeführt haben. Insgesamt sollen laut Spiegel 1,9 Terabyte an Daten vorhanden sein, die in den vergangenen sieben Monaten ausgewertet wurden. Die 18,6 Millionen Dokumente werden noch veröffentlicht.

„Falter“ fand Österreicher in den Dateien

Insgesamt 13 Medien waren an den Recherchen über die „Dunkle Seite des Fußballs“ beteiligt, in Österreich die Wochenzeitung Falter. Der „Falter“ fand eigenen Angaben zufolge auch einige österreichische Namen in den Dateien. Man werde in den kommenden Wochen „von einem der umstrittensten Fußballinvestoren, der von Wien aus arbeitet, bis zu den kuriosen Vertragsdetails mancher Bundesligastars“ berichten, kündigte das Blatt am Freitagabend online an. (TT)

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