Letztes Update am Fr, 26.05.2017 09:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Wattens will kitschigen Abschluss, Wacker-Elf stellt sich selbst auf

In der Sky Go Erste Liga fällt heute (19.30 Uhr) der Vorhang. Die WSG Wattens beschließt eine ganz starke Saison mit dem Heimspiel gegen Austria Lustenau, der FC Wacker Innsbruck finalisiert in Wiener Neustadt.

© gepaDie Kicker der WSG Wattens hatten in dieser Saison als „Tiroler Mannschaft des Jahres“ viel Grund zum Feiern.



Von Alex Gruber und Florian Madl

Wattens/Innsbruck – Im Gernot-Langes-Stadion könnte man heute zumindest für zwei Spieler, die den Rasen verlassen, Spalier stehen: Da rückt einerseits Edelroutinier Martin Svejnoha (39) aus freien Stücken in der neuen Saison in die Rolle des Co-Trainers, andererseits nimmt Rechtsaußen Christian Gebauer (23) ja ab Sommer die Bundesliga-Herausforderung in Altach an. Applaus, Applaus. Den haben sich beide mehr als verdient.

Verlassen werden die WSG auch die beiden Legionäre Niels-Peter Mörck (DEN) und Samuel Mansour (FRA), die Verletzungs-Pechvögel Dominik Popp (Hüft-OP/Karrierepause), Samuel Krismer und Matthias Leitner sowie die Ponholzer-Zwillinge Fabian und Emanuel, der beim letzten Sieg in Liefering von Stammgoalie Ferdinand Oswald in kollegialer Größe den Vorzug erhielt. Heute steht sicher wieder der „Ferdl“ im Kasten und macht sein 35. Spiel voll.

In Sachen Startaufstellung überlegt Coach Thommy Silberberger noch, ob und wie er die zuletzt gesperrten Stammkräfte Michael Steinlechner und Benni Pranter integriert. Dass der „Schweini“ (Martin Svejnoha) heute in der Start­elf steht, ist Ehrensache und für Silberberger fix. Dass der coole Tscheche keinen Hang zu Sentimentalitäten pflegt, steht auch außer Frage. WSG-Sportmanager Stefan Köck, früher ein echter „Gschnitzter“, bringt die Sachlage auf den Punkt: „Ich erwarte mir im letzten Heimspiel, dass die Jungs noch einmal alles heraushauen werden und bin auch absolut überzeugt davon.“ Nachsatz: „Mit einem Heimsieg könnten wir nach dieser Saison einen kitschigen Abschluss feiern.“

Das Team aus dem Ländle ist das einzige, das den Wattenern in dieser Saison auf der Abschussliste noch fehlt. Schon jetzt hängt über dem letzten Meisterschaftsquartal (16 Punkte aus acht Spielen, vier Siege in Serie im Mai) ein goldener Rahmen. Das sollte auch noch einmal viel Publikum ins Gernot-Langes-Stadion locken.

Im Hintergrund – Trainingsstart für die neue Saison ist am 16. Juni – laufen die Planungen auf Hochtouren. Der Gebauer-Ersatz auf Rechtsaußen hat wie ein Innenverteidiger, Sechser und Offensivspieler Priorität. „Wir sind gefestigt“, hält Silberberger fest: „Und die Neuen, die kommen, sollten besser als die sein, die uns verlassen.“ Nachsatz: „Das wird bei Gebauer schwierig.“ Mit Benni Pranter (11) und Flo Toplitsch (8) hält die WSG immer noch zwei der besten Assistgeber der Liga.

Daxbacher will unbedingt gewinnen

Der Wacker-Kader für das heutige Spiel in Wiener Neustadt (19.30 Uhr) ergibt sich förmlich von selbst: Wer nicht verletzt ist, wer nicht verabschiedet (und zuvor bei richtungsweisenden Verhandlungen vergrault) wurde, wer als Hoffnungsträger von den Amateuren gilt, saß gestern im Bus nach Wiener Neustadt. Also auch Christoph Freitag, der ein lukratives Angebot vom LASK ausgeschlagen haben soll. Oder Christoph Kobleder, dessen Option vereinsseitig trotz anderslautender Absprachen im Vorfeld nicht gezogen wurde und den es jetzt seinerseits wegziehen soll (Austria Lustenau ?).

Zu den Verletzten gehört Torjäger Patrik Eler, der am 12. Mai gegen Blau-Weiß Linz möglicherweise letztmals für den FC Wacker am Platz stand. Ihn, wohl der neue Torschützenkönig, wird heute wie schon zuletzt Florian Jamnig als Solospitze ersetzen. Eine Qual der Wahl hat Trainer Karl Daxbacher, der den zuletzt im Abseits stehenden Alexander Gründer von Beginn an zum Einsatz bringen könnte, wohl kaum. „Wir wollen unbedingt gewinnen“, hält der Niederösterreicher fest. Man spiele in Wiener Neustadt „nicht einfach so dahin“, das Spiel werde ernst genommen.

Die wahre Arbeit wird in den kommenden Wochen wohl eher auf General Manager Alfred Hörtnagl zukommen. „Wir haben vorgearbeitet, was die Kandidaten für einen Wechsel zum FC Wacker anbelangt. Jetzt müssen wir schauen, ob die ins Budget passen und zu bekommen sind.“ Bis zum 12. Juni, dem Tag des Trainingsstarts, soll so manche Frage geklärt sein.

Die Frage, ob nun Wattens oder Wacker die Tabelle als beste Tiroler Mannschaft abschließt, beschäftigte zuletzt auch Karl Daxbacher: „Ich merke, dass das für viele wichtig ist.“