Letztes Update am So, 15.10.2017 09:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Bei der WSG Wattens leckt man noch die Derby-Wunden

„Es war eine verdiente Niederlage, wir haben in gewissen Phasen zu wenig investiert“, musste WSG-Sportdirektor Stefan Köck nach dem Spiel feststellen.

© gepaGebannter Blick auf das Rasenviereck – Präsidentin Diana Langes ließ sich nicht nehmen, ihr Team auf der Süd anzufeuern.



Wattens – Nein, Ausreden suchte man sich bei der WSG Wattens nach der 0:1-Derbyniederlage beim FC Wacker keine.

Die Verantwortlichen wussten nach den 94 Minuten im Tivoli ganz genau, dass am Freitagabend die bessere Mannschaft gewonnen hatte. „Es war eine verdiente Niederlage, wir haben in gewissen Phasen zu wenig investiert“, meinte Sportmanager Stefan Köck am Tag danach. Trainer Thomas Silberberger hatte schon kurz nach Abpfiff den Hut vor den Schwarzgrünen gezogen: „Wacker ist der verdiente Sieger, darüber gibt es heute keine zwei Meinungen.“

Dass die am Freitagabend zu brave und respektvolle WSG deutlich mehr Ballbesitz – 59 zu 41 Prozent aufwies –, war wohl auch der Plan des FC Wacker. Gegen das schnelle Umschaltspiel der Herren Rakowitz, Gabriele, Rieder und Jamnig war kein Kraut gewachsen. So auch beim schlussendlich entscheidenden Gegentor. „Auch da war ein unnötiger Ballverlust dabei“, weiß Köck. Wie Rakowitz, Dedic und Gabriele den Angriff aber dann zu Ende spielten, deute auf „Qualität und Schnelligkeit“ hin. „Der FC Wacker kann inzwischen sehr schnell umschalten“, lobte Köck den Gegner.

Für die Tatsache, dass das Match lange offen blieb und Lukas Katnik in der 93. Minute fast noch der Ausgleich gelungen war, zeichnete vor allem ein Mann verantwortlich: Keeper Ferdinand Oswald. „Das freut mich für ihn“, erklärt der Sportmanager. „Er hat extrem­e Stärken im Eins-gegen-eins und strahlt eine irrsinnige Ruhe aus. Bis auf einen verunglückten Abschlag gegen Liefering kann ich mich an keinen Fehler erinnen“, so Köck.

Dabei hatte der Bayer in der vergangenen Saison nicht immer so sicher gewirkt. „Das ist auch ein Verdienst von Pascal Grünwald (Ersatzkeeper, Anm.). Er ist absolut loyal zu Ferdl und pusht ihn.“

Spätestens am Montag soll die Niederlage aus den Köpfen verschwunden sein. „Natürlich ist das jetzt kein angenehmes Wochenende. Aber es ist jetzt nicht so, dass wir uns für die Leistung schämen müssen“, so Köck. Die kommenden Wochen werden mit Spielen gegen Lustenau, Wiener Neustadt und Ried keine angenehmen. Vor allem weil Schlusslicht FAC am Freitag in Wr. Neustadt ein Zeichen gesetzt hatte.

Das tat auch WSG-Präsidentin Diana Langes. Am 74. Geburtstag ihres Vaters Gernot zitterte sie statt auf der VIP-Tribüne mitten unter den WSG-Fans mit. (t.w.)