Letztes Update am Do, 09.11.2017 08:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalteam

Die ÖFB-Hoffnung trägt auch neue Namen

Mit Marc Janko und Martin Harnik fehlen dem ÖFB-Team zwei der vier Top-Scorer der vergangenen Jahre. Für Tore sollen jetzt andere sorgen – und auch im defensiven Mittelfeld tat sich zuletzt ein Youngster hervor.

© ReutersKultfigur Burgstaller gilt als neue Nummer eins im ÖFB-Sturm.



Aus Marbella: Tobias Waidhofer

Marbella — Der gewisse Kultfaktor ist bei Guido Burgstaller nicht wegzudiskutieren. Spätestens seit seiner Hauptrolle im trashigen Werbespot für einen Schalker Weihnachtspullover, der hohe Wellen in den sozialen Netzwerken schlug, hat das auch die breite Masse mitbekommen. „Ich war schon überrascht, dass es so viel Aufmerksamkeit gab", grinste der Kärntner gestern. „Aber es ist doch super, wenn viele Leute darüber lachen können. Innerhalb der Mannschaft haben wir uns auch totgelacht."

Noch besser als sein Schauspiel-Talent ist aber seine Entwicklung als Fußballer. Der Mann mit dem Faible für Traditionsklubs (Rapid, Cardiff City, Nürnberg, Schalke) hat in der Schalker Stürmer­hierarchie unter anderem das Schweizer Super-Talent Breel Embolo und den Argentinier Franco di Santo hinter sich gelassen und hält nach elf Spielen bei drei Saisontoren und zwei Assists. Zahlen, die natürlich auch die Ansprüche im ÖFB-Team steigen lassen.

Die Bürde, Tore zu schießen, lastet — nach der Nichtnominierung von Marc Janko und dem Rücktritt von Martin Harnik — auch oder vor allem auf dem gebürtigen Villacher. „Ich weiß nicht, ob das jetzt meine große Chance ist. Wir haben genügend Spieler, die die Qualität haben, für Österreich zu scoren." Damit meint der 28-Jährige sicher auch seinen Kollegen Michael Gregoritsch. Nach viel Auf und Ab in Hamburg, hat sich der 23-Jährige beim FC Augsburg still und heimlich zu einem Topscorer entwickelt. In der laufenden Bundesliga-Saison haben nur drei Spieler mehr Scorerpunkte gesammelt — und das sind mit Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang und Timo Werner allesamt keine „No-Names". Und im Hintergrund wartet mit Hannes Wolf (RB Salzburg/siehe Text unten) ein anderer Akteur, der großes verspricht.

Wer füllt die Lücke von Junuzovic?

Auch im offensiven Mittelfeld gilt es, mit Zlatko Junuzovic einen „Großen" zu ersetzen. Neben dem Tiroler Alessandro Schöpf darf auch Valentino Lazaro als Hoffnungsträger gelten. Der 21-jährige Titelhamster (fünf (!) Meistertitel und Cup-Siege mit Salzburg) erarbeitete sich zuletzt bei der Hertha einen Stammplatz auf der „Zehn". Und bei Marcel Sabitzer lebt die Hoffnung, dass er seine sensationellen Leistungen für RB Leipzig auch ins Nationaldress transportieren kann.

Im defensiven Mittelfeld tat sich zuletzt Florian Grillitsch hervor. Nach dem 3:0-Sieg der Hoffenheimer in Köln wollten die Lobeshymnen gar nicht abreißen. „Das war nahe an der Perfektion, was Florian gespielt hat", meinte Manager Alexander Rosen. Und Trainer Julian Nagelsmann bezeichnete den 22-Jährigen gar „in dieser Form als unverzichtbar". Lob, das guttut. „Aber ich werde auch wieder schlechtere Spiele machen", hält sich Grillitsch noch zurück. Neben dem Hoffenheimer gilt auch Konrad Laimer (diesmal beim U21-Team) als Option für die nahe Zukunft. Die Hoffnung stirbt zuletzt ...

Junge ÖFB-Verteidiger hoch im Kurs

Jedes Jahr wählt das Fußball-Magazin FourFourTwo die 100 besten Teenager. Den Sprung auf die elitäre Liste schafften auch zwei ÖFB-Verteidiger: Auf Platz 66 scheint Kevin Danso auf. Der zurückhaltende Austro-Ghanaer vom FC Augsburg gilt auch im ÖFB-Nationateam als Zukunftsaktie. Nicht umsonst bezeichnete Leipzig-Torjäger Timo Werner den 19-Jährigen nach dem Zusammentreffen im März respektvoll als „Koloss".
Platz 69 belegt Maximilia­n Wöber, der diesmal bei der U21 als Führungsspieler gefordert ist. Früher oder später wird der Weg für den 19-jährigen Ajax-Legionär aber zurück ins A-Nationalteam führen, wo er beim 3:2 gegen Serbien debütiert­e. Und der nächste ÖFB-Youngster sitzt schon in den Startlöchern: Stefan Posch (20) erarbeitete sich zuletzt einen Stammplatz bei Hoffenheim. „Er spielt richtig gut", lobt Teamkollege Florian Grillitsch. Bester Österreicher ist aber ein Offensivmann — Salzburgs Hannes Wolf belegt Rang 43. Die Top 10 werden morgen bekannt gegeben.
Die komplette Rangliste gibt es hier: The 100 best Teenagers in the World