Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.12.2017


Erste Liga

Schwarzgrüne Ruhe vor dem Sturm im Frühjahr

Jahresabschluss bei der Wacker-Generalversammlung einstimmig genehmigt. Stocker will bis 15. Jänner Planungsklarheit haben.

© gepaDie Kampfmannschaft des FC Wacker hat sich im Herbst eine gute Ausgangsposition für den Aufstieg zurück in die Erstklassigkeit geschaffen, was auch für die schwarzgrünen Rahmenbedingungen gelten sollte.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Ruhig, harmonisch, schnell und einstimmig lief die Generalversammlung des FC Wacker ab. Was in den vergangenen Jahren bekanntlich nicht immer der Fall war. Es standen auch keine Neuwahlen auf der Agenda, Anträge gab es ebenfalls nicht zu behandeln. Also bildete der Geschäftsbericht des abgelaufenen Jahres den Mittelpunkt.

Sportlich ist die Profimannschaft nach dem Herbst voll im Aufstiegsrennen. General Manager Alfred Hörtnagl verwies zudem auf die Aufbauarbeit im Nachwuchs. Im vergangenen Sommer schafften immerhin acht Talente – unterstützt durch das Projekt „Profiles – going for goals“ – den Sprung von der zweiten Mannschaft zu den Profis.

Was die „Rahmenbedingungen“ betrifft, gibt es Nachholbedarf. So ortete Gerhard Stocker nach seiner Lage-Darstellung trotz einkehrender Ruhe und positiver Energie auch eine „nachdenkliche Stimmung“. Und der Obmann selbst sieht sich und sein engagiertes Team auf Kurs, aber es gibt halt doch noch „Altlasten“, die es dem Tiroler Traditionsklub nicht leicht machen, wirtschaftlich in der Spur zu bleiben. Zumal mit deutlich weniger Budget ein nicht unbeträchtlicher Schuldenabbau erfolgen muss. Stocker stellte klar, dass sich der Vorstand im Stande sieht, das negative Eigenkapital (Jahresabschluss 30.06.2017) von 544.000 Euro bis 20. Juni 2018 abzubauen. Dieser Schritt würde weitere Kürzungen nach sich ziehen, die einer notwendigen Strukturoffensive widersprechen.

Die quartalsmäßige Reorganisationsprüfung ist ein zusätzlicher Mehraufwand an Arbeit und Kosten. So musste Stocker zuletzt am 31. Oktober persönlich einspringen, um einen möglichen Punkteabzug zu verhindern: „Wie eine Zitrone, die ausgepresst ist, mehr geht nicht. Beispiel Geschäftsstelle – der jüngste Computer ist acht Jahre alt, die meisten Mitarbeiter greifen auf ihre privaten Geräte zurück.“ Die Investitionen, die anstehen, um die nötige Entwicklungsbasis zu schaffen, belaufen sich auf „rund 250.000 bis 300.000 Euro“, so Stocker in seinem Bericht.

Nur verständlich, dass der pensionierte Unternehmer bis 15. Jänner Klarheit haben will, wie die Lage bzw. Vertragsverlängerung bei den Hauptsponsoren aussieht. „So wie letztes Jahr bei der Lizenzierung um fünf nach zwölf noch rotieren, das brauch’ ich nicht mehr. Denn ein zweites Mal Wunder wirken, geht nicht“, so Stocker, der zwar rund um den Klub positive Stimmung aufkommen sieht, aber bezüglich Budget will bzw. muss „Klarheit“ herrschen.

Obmann Gerhard Stocker (rechts) und General Manager Alfred Hörtnagl sehen den FC Wacker wieder auf Kurs.
- fcw