Letztes Update am Mi, 10.01.2018 11:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Transfer

Torjäger Hellermann übersiedelt in die Bullen-Akademie

Akademie-Goalgetter Rene Hellermann (U18/neun Saisontore) kehrt Tirol den Rücken und sucht sein Glück an der Salzach.

© Michael KristenIm Akademie-Herbst duellierte sich Rene Hellermann (l.) noch mit Red Bull Salzburgs Matteo Meisl. Jetzt ist er selbst ein Bulle.



Von Tobias Waidhofer

Innsbruck – Anfangs war Rene Hellermann gar nicht begeistert, als ihm die Tiroler Akademie-Verantwortlichen ihre Idee schmackhaft machen wollten. Der Mittelfeld-Allrounder sollte plötzlich Mittelstürmer spielen. „Die Trainer haben gesagt, dass ich auf dieser Position meine Stärken am besten ausspielen kann. Am Anfang war ich nicht begeistert“, erinnerte sich der 17-Jährige. „Aber je länger ich die Position gespielt habe, desto besser hat es mir gefallen.“

Es war ein entscheidender Schachzug von U18-Trainer Andreas Spielmann und Akademie-Leiter Roli Kirchler, die dem ehemaligen IAC-Spieler mit der Kapitänsbinde auch Verantwortung übertrugen. Seine Leistungskurve auf der Mittelstürmer-Position – physisch wie spielerisch – ging steil nach oben: Neun Saisontore und damit Platz eins in der Torschützenliste der ÖFB-U18-Jugendliga sprechen eine deutliche Sprache. Doch diese Entwicklung wird sich – zumindest vorerst – nicht mehr in Tirol fortsetzen:

Mit 1. Jänner wechselte das Sturm-Juwel ein Bundesland weiter nach Osten und unterschrieb einen Vertrag bis 2020 bei RB Salzburg. Im Frühjahr könnte Hellermann noch für die U18-Akademie der Bullen spielen, spätestens im Sommer soll er aber in den Erste-Liga-Kader des FC Liefering aufrücken. „Der Verein wollte mich umbedingt. Ich habe hier beste Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln.“ Wichtig war Hellermann außerdem, dass die schulische Entwicklung nicht unter dem Wechsel leide. Das ist mit einer Maturaschule in Salzburg gegeben. Für den Wechsel nach Salzburg wies der Youngster auch Angebote von deutschen Vereinen zurück. Auch der FC Wacker war – wie übrigens schon im Sommer 2017 („Da wollte ich noch in der Akademie bleiben“) – an Hellermann dran. Schlussendlich ging es mit den Bullen aber schnell.

Kirchlers Sicht: Rene war nicht zu halten

Von Roland Kirchler

Der Abgang von Rene Hellermann sorgt bei mir für ein lachendes und ein weinendes Auge. Einerseits verlieren wir den besten Stürmer der Altersklasse an einen Verein außerhalb Tirols. Andererseits hat sich Rene das verdient und erarbeitet. Natürlich wäre es das Ziel der Tiroler Ausbildung, dass heimische Talente wie er im Tiroler Spitzenfußball zu sehen sind, aber mit der Einberufung ins U18-Nationalteam und seinen Toren in der Jugendliga tat sich eine Tür auf, da konnte man ihn schlichtweg nicht mehr halten.

Man muss angesichts der Red-Bull-Infrastruktur in Liefering und des Netzwerks, der Durchgängigkeit bis hin zu Leipzig, ganz ehrlich sagen: Das Angebot war sehr verlockend. Zwar wurde mit Wacker-Manager Ali Hörtnagl geredet, aber da war dann kein Weg mehr, ihn in Tirol zu halten. Selbst Angebote aus Köln und Leverkusen wurden ausgeschlagen.

Wie der Weg funktionieren kann, das zeigt das Beispiel Marcel Sabitzer. Potenzial hat auch Rene, das war auch in den letzten Jahren schon zu erkennen. Was man unter dem Strich sagen kann: Ein Guter wird immer seinen Weg machen.

Ex-ÖFB-Teamspieler Roli Kirchler kommentiert für die TT das Fußballgeschehen.