Letztes Update am Mi, 31.01.2018 10:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Liga

Pirkl fehlt dem FC Wacker bei der Mission Aufstieg

Ein schwarzgrünes Juwel versucht vorerst woanders sein Glück: Der FC Wacker verlieh Simon Pirkl auf dessen Wunsch für das Frühjahr an Austria Lustenau.

© gepaSimon Pirkl geht künftig für Austria Lustenau in die Zweikämpfe.



Von Alex Gruber

Innsbruck — Den Flieger ins Trainingslager nach Teneriffa hat Simon Pirl gar nicht mehr bestiegen. Sein „Abflug" kündigte sich in den vergangenen Monaten bereits mehrfach — auch in andere Richtungen (z. B. Sturm Graz) — an. Der mehrfache Nachwuchs-Teamspieler, der in Innsbruck bereits mit 16 Jahren seinen ersten Profivertrag unterzeichnen durfte, schlägt seine Zelte jetzt im Ländle auf.

„Ich will wieder mehr spielen und mit mehr Spielpraxis zurückkommen", meldete sich der 20-jährige Linksfuß nach der Vertragsunterzeichnung in Lustenau gestern zu Wort. Bei Wacker gab es im Zweitliga-Herbst ja nur neun Kurzeinsätze. Vorerst findet Pirkl bei Austria-Kapitän Marco Krainz Unterschlupf, nach einer Wohnung wird Ausschau gehalten. Die Vorarlberger halten nach dem halbjährigen Leihgeschäft eine Kaufoption. Pirkls Vertrag beim FC Wacker läuft bis Sommer 2019.

Die Akte Pirkl bringt viel hervor. Vom begnadeten Jungprofi bis zum zweifachen Kreuzbandriss: der erste im April 2015, der zweite fast noch bitterer beim ersten Comeback-Versuch im November desselben Jahres. „Dadurch habe ich fast 14 Monate verpasst", nickt Pirkl. Nicht zu vergessen: Als Zeichen der Wertschätzung verlängerte der FCW in der Verletzungspause seinen Vertrag. Und Pirkl lief unter Maurizio Jacobacci, Thomas Grumser und auch Karl Daxbacher im (linken) Mittelfeld oder auf der linken Außenbahn mit drei Sky-Go-Liga-Treffern durchaus wieder heiß. Die ihm vor dieser Saison verstärkt zugedachte Rolle als linker Außenverteidiger — phasenweise lief er in anderer taktischer Ausrichtung auf dieser Position schon unter Grumser auf — lässt bei seinen Anlagen Diskussionsspielraum offen. Die getroffene Lösung scheint aber fair. Zumal es ein Gentlemen's Agreement geben soll, dass Pirkl am 2. März im Tivoli gegen Wacker nicht im Lustenau-Dress auflaufen soll.

„Simon Pirkl ist ein talentierter Spieler, der bereits in jungen Jahren den Sprung in die erste Mannschaft geschafft hat. Mehrere schwere Verletzungen verhinderten seinen absoluten Durchbruch. Es war sein unbedingter Wunsch, den Verein zu wechseln, um im Frühjahr mehr Spielpraxis zu bekommen. Das hat er mehrfach bei uns deponiert. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, seinem Wunsch nachzukommen und ihn leihweise an Austria Lustenau abzugeben", wird Wackers General Manager Alfred Hörtnagl in der Klub-Aussendung zitiert. Im Aufstiegskampf bleibt für Romantik ohnehin kein Platz. Es wäre dennoch wünschenswert, wenn sich der Weg eines hochtalentierten Eigenbauspielers über die Umleitung Lustenau in Innsbruck fortsetzt.