Letztes Update am Di, 10.07.2018 12:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


WM 2018

Was im Halbfinale für Belgien und was für Frankreich spricht

Frankreichs Deschamps-Cocktail oder Belgiens teuflische Achse? Im WM-Halbfinal-Schlager (20.00 Uhr/TT.com-Ticker) gibt es gute Argumente für beide Teams:

© gepaWelches Star-Ensemble bucht das Ticket für's WM-Finale?



Darum gewinnt Frankreich:

Ungeachtet dessen, ob das Pendel für Frankreich oder Belgien ausschlägt – ein weiterer potenzieller Weltmeister bleibt nach Brasilien auf der Strecke. Und der Blick auf die andere Seite des Turnierbaums schmerzt. Bei allem Respekt vor den Kroaten und dem Kollegen, der in seiner unbändigen England-Liebe neben mir „Football’s coming home“ trällert. Das malt sich im Vergleich zur heutigen Paarung hausbacken aus. Aber warum Frankreich gegen Belgien triumphiert? Der wichtigste Mann sitzt auf der Bank: Das WM-Halbfinale ist die 82. Partie, die die hochbegnadete „L’Équipe Tricolore“ unter Rekord-Teamchef Didier Deschamps bestreitet. Der Welt- und Europameister, einst hinter Zidane einer der besten defensiven Mittelfeldspieler der Welt, schreibt Arbeit groß und mischt unglaublich viel Talent (Griezmann, Mbappe, Pogba …) dazu. An dieser Mischung wird sich auch Belgien verschlucken. (lex)

Darum gewinnt Belgien:

Belgien ist längst kein Geheimtipp mehr. Die roten Teufel gewannen als einziges Team alle bisherigen WM-Auftritte und sind mit ihrem Hochgeschwindigkeitsfußball erst am Ziel, wenn sie den WM-Pokal in den russischen Nachthimmel stemmen. Das Potenzial dafür haben sie, denn die Achse mit Tormannkrake Thibaut Courtois, dem kompromisslosen Abwehrchef Vincent Kompany, davor die ballsicheren Edeltechniker Eden Hazard und Kevin De Bruyne sowie Romelu Lukaku als kampferprobte Speerspitze ist weltmeisterlich. Dazu scheint der Spanier Roberto Martínez als Teamchef jenen Zauberdraht gefunden zu haben, der die Millionäre des kleinen Landes zusammenschweißt. „1986 waren wir eine goldene Generation, das hier ist eine brillante“, adelt Jean-Marie Pfaff, damals immerhin WM-Halbfinalist, völlig zu Recht seine Nachfolger, die sich heute auch gegen die Franzosen nicht verschlucken. (w.m.)