Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 19.07.2018


ÖFB-Cup

„Es geht zu viel um Sicherheit und zu wenig um Sport“

Das ÖFB-Cup-Gastspiel von Rapid Wien am Freitag (20.20 Uhr, live ORF Sport Plus) in Kufstein wirft große organisatorische Schatten.

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© gepa



Von Tobias Waidhofer

Kufstein — Saisonstart in Tirol. Für den österreichischen Rekordmeister Rapid Wien wird das schön langsam zur Gewohnheit. Nachdem man vergangene Saison in der ersten ÖFB-Cup-Runde in Schwaz gastierte, geht die Reise diesmal nach Kufstein. Schon heute Abend (18.30 Uhr) wird die Djuricin-Truppe erstmals im Unterland trainieren, morgen (20.20 Uhr) rückt dann der ORF an, um das Match im Spartensender Sport Plus ins rechte Licht zu rücken.

Bei aller Vorfreude auf das „Spiel des Jahres" stöhnt der Tiroler Westligist aber auch unter den Auflagen der Behörden. „Ich bin die ganze Woche nur am Telefon", erklärte Kufstein-Präsident Hannes Rauch gestern. Nachsatz: „Aber man tut es ja gerne." Allerdings funktioniere alles nur so gut, weil „so viele mithelfen. Teilweise haben sich ehrenamtliche Helfer extra Urlaub genommen. Da kann man nur Danke sagen."

"So macht man das Ehrenamt kaputt"

Knapp 500 Rapid-Fans sollen morgen anreisen, insgesamt werden circa 2000 Zuschauer erwartet. Die Sicherheitsvorgaben der Behörde für das „Hochsicherheitsspiel" seien jedenfalls immens: 90 Polizisten, dazu private Security, Absperrgitter — an alles muss gedacht werden. „Es geht zu sehr um Sicherheit und zu wenig um Sport", übt Ex-Politiker Rauch auch Kritik. Die Sicherheitsvorkehrungen seien übertrieben: „Aber die Behörde sieht das anders, so macht man das Ehrenamt kaputt."

Denn ein richtiges Geschäft sei der ÖFB-Cup trotz des attraktiven Gegners nicht. „Bei den Sicherheitskosten hilft uns die Stadtgemeinde Kufstein aus. Ohne sie wäre es sicher ein Minusgeschäft für uns", erzählt Rauch. So könne man zumindest dank Getränke- und Essensverkäufen auf einen kleinen Gewinn hoffen. Vom ÖFB gibt es eine fixe Prämie (1000 Euro), eine zusätzliche wegen des TV-Spiels (knapp 2000 Euro), dazu der Erlös aus dem Ticketverkauf — das war's mit den Einnahmen. Angst vor Ausschreitungen hat Rauch trotz des zweifelhaften Rufs der Rapid-Fans keine. „Wir sind gut aufgestellt. Die Zusammenarbeit mit Rapid funktioniert hervorragend." Vom harten Fan-Kern („Ultras") werden etwa 200 Rapidler erwartet. Vor einem Jahr, als 350 Rapid-Fans selten gesehene Fußball-Stimmung in das Schwazer Sportzentrum importierten, war jedenfalls alles friedlich geblieben. Die Wiener waren damals als 2:0-Sieger vom Rasen geschritten. Der FC Kufstein will ihnen freilich ein Bein stellen. Eines ist sicher: Gelingt die Sensation, ist die viele Arbeit schnell vergessen.

UNIQA-ÖFB-CUP

Spieltermine der Tiroler Vereine im ÖFB-Cup:
Freitag, 20.7.: Reichenau - Kapfenberg (18 Uhr); SC Schwaz - Dornbirn (19 Uhr);
FC Kufstein - SK Rapid (20.20 Uhr)
Samstag, 21.7.: USK Anif - WSG Wattens (16 Uhr); FC Kitzbühel - Lafnitz (16.30 Uhr);
Team Wiener Linien - FC Wacker (17 Uhr)