Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.08.2018


Fußball

Tivoli soll in der Bundesliga eine Wacker-Festung bleiben

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad findet heute im Tivolistadion ab 17 Uhr das Heimdebüt des FC Wacker in der Tipico Bundesliga statt. Gegen Vizemeister Sturm werden rund 9000 Fans erwartet.

© gepaSturms Dario Maresic und Wacker-Kapitän Christoph Freitag kämpfen heute im Tivoli um Punkte.Foto: gepa



Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Das Tivoli-Comeback in der Tipico Bundesliga wird heute ab 17 Uhr eine extrem heiße Geschichte. Erstens sind Temperaturen über 30 Grad angesagt, zweitens hat sich der FC Wacker nach der knappen Auftaktniederlage bei der Wiener Austria viel vorgenommen und drittens wird der aktuelle Vizemeister und Pokalsieger Sturm Graz ebenso viel dagegen haben. Bis gestern Nachmittag waren im Vorverkauf schon rund 4500 Karten weg, beim FC Wacker hofft man stark, dass die fünfstellige Zuschauermarke angekratzt wird. Hinter der Nordtribüne soll eine Wacker-Fanzone mit einigen Food-Trucks entstehen, die stetig wachsen soll. Neu ist auch der Rasen im Tivoli. Der wurde im Juni ausgerollt und präsentierte sich beim gestrigen Abschlusstraining der Schwarzgrünen zwar mit braunen Flecken, aber in gut angewachsenem Zustand.

„Wir müssen die Fans vom Anpfiff an mitnehmen und zeigen, dass wir unbedingt punkten wollen“, nimmt Karl Daxbacher seine Mannschaft in die Pflicht. Damit meint der Wacker-Coach, dass gleich mit gewonnenen Zweikämpfen oder guten Angriffsaktionen Stimmung gemacht werden muss. Ob mit dem gleichen Team wie zum Auftakt bei der Austria oder mit der einen oder anderen personellen Überraschung, ließ sich Daxbacher noch offen: „Es gibt Überlegungen, die wird man aber erst am Spielbericht sehen.“ Bis auf Patrik Eler ist der komplette Kader fit, auch Goalie Christopher Knett kann heute auflaufen.

„Wir erhoffen uns schon einen Punktezuwachs“, hofft Daxbacher so wie sein Flügelflitzer Stefan Rakowitz auf Zählbares für das Punktekonto. „Es täte uns schon gut, wenn wir anschreiben. Andererseits kommt mit Sturm immerhin der aktuelle Vizemeister und Pokalsieger ins Tivoli“, hofft Rakowitz auch darauf, dass den Grazern der Kraftakt gegen Ajax Amsterdam vielleicht doch noch im Kopf und den Knochen steckt.

„Das wird kein Problem. Wir sind körperlich so gut drauf, dass wir das verkraften“, kontert Fabian Koch postwendend. Der Natterer im Sturm-Dress freut sich schon auf seine Heimkehr ins Tivolistadion. Die soll dem 29-Jährigen allerdings vermiest werden. „Das Tivoli soll auch oben eine Festung bleiben“, lautet Daxbachers Parole. Abgesehen vom bedeutungslosen letzten Heimspiel gegen den FAC (0:2) blieb der FC Wacker in der gesamten Vorsaison im Antlitz der Nordkette ungeschlagen.

Sturm-Coach Heiko Vogel zeigte jedenfalls Respekt vor den Tirolern. „Ein verdienter Aufsteiger mit sehr interessanten Spielern und der Euphorie des Aufsteigers. Sie haben gegen die Austria ein richtig gutes Spiel gemacht“, brachte es der Deutsche auf den Punkt. Vogel kann mit Ausnahme von Jakob Jantscher auf alle seine Kicker zurückgreifen, noch nicht so weit sei Neuzugang Otar Kiteishvili. Der Mittelfeldmann werde aber die Reise antreten, „um seine Integration zu fördern“, erklärte der Sturm-Coach.

Rückblick: Das letzte erstklassige Tivoli-Duell zwischen dem FC Wacker und Sturm Graz endete am 7. Dezember 2013 mit einem 1:0-Auswärtssieg der Grazer. Bei den Tirolern saß damals noch Roli Kirchler auf der Trainerbank.