Letztes Update am Mi, 03.10.2018 08:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Dortmund gegen Monaco und die bösen Erinnerungen

Vor eineinhalb Jahren wurde der BVB auf dem Weg zum CL-Match gegen Monaco Opfer eines Bombenanschlags. Das Gruppenspiel heute weckt Erinnerungen.

© AFPDer 11. April 2017 wird den BVB-Spielern und -Anhängern für immer in Erinnerung bleiben.



Monte Carlo – Am 11. April 2017 hielt die Fußball-Welt den Atem an. Der Bomben-Anschlag auf die Dortmunder Profis vor der Partie gegen Monaco sorgte für Fassungslosigkeit. Nun trifft der BVB wieder auf das Team aus dem Fürstentum - und kämpft gegen die Erinnerungen an.

Für den damaligen Torhüter Roman Weidenfeller war es der „schlimmste Tag der Vereinsgeschichte“, für Vereinschef Hans-Joachim Watzke die „schwierigste Situation der vergangenen Jahrzehnte“. Das Duell von Borussia Dortmund am Mittwoch (21.00 Uhr) in der Champions League mit Monaco bringt die Erinnerungen an den Anschlag zurück - damals wurde der BVB-Teambus bei der Abfahrt zur Partie gegen den selben Gegner von drei Splitterbomben getroffen.

Beispielloses Verbrechen der Kriminalgeschichte

Vor dem Wiedersehen mit den Monegassen würden sich alle Beteiligten den Blick zurück liebend gern ersparen. „Natürlich ist es ein besonderes Spiel - weil es ein Champions-League-Spiel ist. Aber diese Sache ist für mich abgeschlossen“, antwortete Tormann Roman Bürki auf die Frage nach dem Stellenwert der Partie und seiner Gefühlslage eineinhalb Jahre nach dem Attentat.

Nur mit viel Glück entgingen der Schweizer und die meisten seiner Mitspieler schweren Verletzungen, als fingerlange Metallbolzen nach der Detonation der Sprengsätze einige Scheiben zerschlugen. Das angebliche Motiv des vermeintlichen Täters Sergej W., der viel Geld auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben soll, machte die Tat zu einem beispiellosen Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte.

Noch Monate später klagten diverse Profis über Beklemmungen und Schlaflosigkeit. „Dieser hinterhältige Bombenanschlag hat den ganzen Club verändert“, sagte der heutige Vereinsbotschafter Weidenfeller der „Bild“. Sebastian Kehl ist guter Dinge, dass sich die Mannschaft am Mittwoch vom traumatischen Erlebnis befreien kann. „Wir haben es oft besprochen: Wir wollen dieses Spiel einfach als ein normales Champions-League-Spiel annehmen“, sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Ähnlich sieht es Manuel Akanji. Der Schweizer Abwehrspieler war beim Anschlag noch kein BVB-Profi, weiß aber als Mitglied des Mannschaftsrates um die interne Stimmung: „So wie ich das sehe, ist das Thema in der Mannschaft abgeschlossen. Wir gehen in die Partie, um zu gewinnen, und konzentrieren uns auf Fußball.“ (APA)

Champions League, 2. Spieltag

Gruppe A

Borussia Dortmund - AS Monaco 21.00 Uhr (live auf DAZN)

Atletico Madrid - Club Brügge 21.00 Uhr (live auf DAZN)

Gruppe B

PSV Eindhoven - Inter Mailand 21.00 Uhr (live auf DAZN)

Tottenham Hotspur - FC Barcelona 21.00 Uhr (live auf Sky)

Gruppe C

Paris St. Germain - Roter Stern Belgrad 18.55 Uhr (live auf DAZN)

SSC Napoli - Liverpool 21.00 Uhr (live auf DAZN)

Gruppe D

Lok Moskau - Schalke 04 18.55 Uhr (live auf DAZN)

FC Porto - Galatasaray Istanbul 21.00 Uhr (live auf DAZN)