Letztes Update am Do, 01.11.2018 15:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Wacker-Bilanz voller Visionen: Träumen wird noch erlaubt sein

Zwischen Trainingszentrum und Verlustzahlen: Die Zukunft des FC Wacker Innsbruck soll mit neuen Sponsoren auf Schiene gebracht werden.

© imagoDie Sportzone Rungg in Eppan dient dem geplanten Wacker-Trainingszentrum in Mieming als Vorbild.



Von Florian Madl

Innsbruck – Wenn der FC Wacker Innsbruck in der Vergangenheit zu Hintergrundgesprächen lud, schwang stets ein wenig Nüchternheit mit. Motto: Wir arbeiten hart, aber das Budget lässt keine weiten Sprünge zu. Gestern nahm sich das ein wenig anders aus, da mischte sich Unternehmergeist in die bescheidene Bestandsaufnahme. „Wir bilanzierten in der Vorsaison mit 70.000 Euro Plus, wir können stolz sein“, eröffnete Präsident Gerhard Stocker, um im gleichen Atemzug zu erwähnen: „Noch müssen wir 465.000 Euro Verlust abbauen.“ Das zu bewerkstelligen, sei eine „Riesen-Challenge“.

Doch Stocker und sein General Manager Alfred Hörtnagl blicken lieber voraus: etwa auf das Projekt Trainingszentrum in Mieming, das sich in der Flächenwidmungsphase befinde. Die Schmalspurvariante (8,1 Mio. €) erscheint als realistische Basis, die Deluxe-Version (mit Skaterplatz der Gemeinde etc./15,6 Mio. €) als Gedankenmodell.

Erst bei drei von 20 Schritten

Nun gehe es um Finanzierung (Förderungen, Eigenkapital, Crowdfunding, Sponsoren, Investoren) und einen Zeitplan: acht Monate Planung, 12 bis 14 Monate Bauzeit. „Wir sind erst bei drei von 20 Schritten“, veranschaulicht der mit dem Projekt betraute Peter Margreiter.

Auch zeitnah soll die Wacker-Zukunft auf Schiene gebracht werden. Die bereits angekündigte Marketing-Kooperation mit dem renommierten Schweizer Unternehmen Infront soll dem Verein die Möglichkeit verschaffen, in der internationalen Sponsorenlandschaft Kontakte zu knüpfen.

„Es ist der nächste Schritt, außerhalb Tirols Partner zu finden“, freute sich Gerhard Stocker bei der gestrigen Präsentation. Drei bis vier Leute werden sich künftig in Innsbruck neben Sponsoren um VIP und Hospitality bemühen, ein 70-seitiger Vertrag regelt die mit Anfang November beginnende Zusammenarbeit im Detail.

Budgetzahlen FC Wacker Innsbruck

Verlustvortrag aktuell: 465.000 Euro (in der Vorsaison 535.000)

Sponsoring: 2.785.000 Euro (in der Vorsaison 2.267.594)

Bundesliga-Geld (TV etc.): 1.750.000 Euro (in der Vorsaison 489.940)

Einmalerlöse (Transfers): derzeit keine (in der Vorsaison 635.000, u.a. Patrick Eler)

Refundierungen: 840.000 Euro (Vorsaison: 842.000)

Sonstiges: 1.546.000 Euro (Vorsaison: 1.021.500).

Die früher geäußerte Sorge, dass der Verein angesichts der Vermarktung aller kommerziellen Rechte des Vereins um seine Identität bangen müsste, räumte Präsident Gerhard Stocker gestern aus: „In den Statuten des Vereins ist alles geregelt, außerdem haben wir bei jedem möglichen Abschluss ein Vetorecht.“

In einer Vereinsaussendung wird der Managing Director von Infront Austria, Stefan Krauß, mit salbungsvollen Worten zitiert: „Ich freue mich, dass wir nun auch Österreich zu unserem umfangreichen Fußball-Portfolio zählen können.“ Man wolle daran mitwirken, den FC Wacker als feste Größe in der Bundesliga zu etablieren.

Schon in der Vergangenheit war man mit Infront in Kontakt, damals scheiterte eine Kooperation an Vertragsdetails. So muss der FC Wacker künftig keine Provision auf bestehende Sponsorenverträge abliefern, die vor dem 1. September geschlossen wurden. Die Hoffnung auf dringend benötigte Geldgeber lebt.