Letztes Update am So, 18.11.2018 22:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nations League

Schweiz holte sich drittes Finalticket mit 5:2 gegen Belgien

Die „Roten Teufel“ unterlagen der Schweiz in Luzern nach schneller 2:0-Führung noch 2:5 und zogen bei Punktegleichheit (9) aufgrund des schlechteren direkten Vergleiches gegenüber den Eidgenossen den Kürzeren.

© AFPHaris Seferovic traf gleich drei Mal (31., 44., 84.).



Luzern, London – Der Weltranglistenerste Belgien ist beim Fußball-Nations-League-Finalturnier im Juni 2019 nur Zuschauer. Der WM-Dritte verspielte am Sonntag im letzten Gruppe-2-Spiel die Spitzenposition. Die „Roten Teufel“ unterlagen der Schweiz in Luzern nach schneller 2:0-Führung noch 2:5 und zogen bei Punktegleichheit (9) aufgrund des schlechteren direkten Vergleiches gegenüber den Eidgenossen den Kürzeren.

Die Schweizer durften jubeln, da sie in Belgien nur mit 1:2 verloren hatten. Für sie trafen Ricardo Rodriguez (26./Elfmeter), Triple-Torschütze Haris Seferovic (31., 44., 84.) und Nico Elvedi (62.). Zuvor hatten bereits Portugal und England ihr Finalticket geholt. Der vierte Teilnehmer wird am Montag ermittelt. Der Niederlande reicht ein Remis in Deutschland für den Aufstieg, von einer „Oranje“-Niederlage würde Weltmeister Frankreich profitieren. Das Finalturnier startet am 5./6. Juni mit dem Halbfinale, Spiel um Platz drei und Finale folgen am 9. Juni.

Die Belgier legten in Luzern einen Traumstart hin. Thorgan Hazard profitierte schon nach mehr als einer Minute von einem Elvedi-Patzer und machte in der 17. Minute seinen Doppelpack perfekt. Der 25-Jährige wurde nicht genug attackiert und traf von der Strafraumgrenze ins Eck. Aus einem Elfmeter, der nach einem Foul von Nacer Chadli an Kevin Mbabu verhängt und von Rodriguez souverän verwertet wurde, kamen die Schweizer zurück. Für die Eidgnossen kam es aber noch vor der Pause besser. Seferovic sorgte mit dem Abschluss einer tollen Aktion für den Ausgleich (31.) und avancierte kurz vor dem Pausenpfiff (44.) zum Doppel-Torschützen.

Den Schwung nahmen die Hausherren auch in die zweite Hälfte mit. Elvedi machte seinen Patzer gut und traf nach perfekter Shaqiri-Flanke aus kurzer Distanz per Kopf. Die Belgier drängten in der Folge auf den Anschlusstreffer, blieben im Abschluss aber glücklos. Und auf der anderen Seite machte Seferovic per Kopf mit dem 5:2 endgültig den Sack zu. Die Belgier hatten bei einem Lattenschuss von Michy Batshuayi (86.) Pech, ihnen hätte etwa eine 4:5-Niederlage für das Weiterkommen gereicht.

England nach 2:1 Gruppensieger, Kroatien steigt ab

Freud und Leid im Wembley: England hat sich am Sonntag mit einem 2:1-Sieg in London in der Fußball-Nations-League für das Final Four im kommenden Juni qualifiziert. Vizeweltmeister Kroatien steigt trotz einer zwischenzeitlichen Führung aus der A-Liga ab und könnte in der nächsten Auflage wie Deutschland, Polen und Island ein Gegner von Österreich werden.

Die „Three Lions“ belohnten sich mit einer fulminanten Schlussoffensive und wieder einmal war Torjäger Harry Kane einer der Erfolgsgaranten. Der Tottenham-Goalgetter bereitete mit seinem von Kroatien-Goalie Lovre Kalinic nur kurz abgewehrten „Spitz“ quasi das Abstaubertor zum 1:1 von Jesse Lingaard vor (78.). Mit dem Heimpublikum im Rücken wurde es sieben Minuten später endgültig zu einem Captain‘s Game: Kane drückte den Freistoß von Ben Chilwell im Rutschen über die Linie.

Dabei hatte es für den Vizeweltmeister zwischenzeitlich richtig gut ausgesehen. Andrej Kramaric hatte nach erst drei Haken und dann ein wenig Glück - weil abgefälscht - die Führung erzielt (57.). Zu diesem Zeitpunkt war Kroatien für das Finalturnier um einen EM-Startplatz qualifiziert - die Briten hingegen abgestiegen.

Englands Siegtorschütze Harry Kane.
- imago sportfotodienst

Die von Gareth Southgate betreuten Engländer schafften aber das Comeback und revanchierten sich auch ein wenig für die Niederlage im WM-Halbfinale (2:1 n.V.). Mit sieben Zählern setzten sie sich in der Nations League nun knapp vor Spanien (6) durch. Die Iberer wären nur bei einem Remis zwischen England und Kroatien Gruppensieger gewesen. (APA)