Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.11.2018


2. Liga

WSG Wattens streckt die Fühler Richtung Bundesliga aus

Mit einem beruhigenden Sechs-Punkte-Polster auf Titelkonkurrent Ried kann die WSG Wattens die Winterpause genießen.

© gepaDie WSG Wattens verabschiedete sich jubelnd in die Winterpause. Im Frühjahr soll der große Wurf gelingen.



Von Alex Gruber

Wattens – Im letzten Herbst-Match der reformierten zweiten Liga fuhr der SV Ried unter Interimstrainer Miron Muslic gestern gegen die OÖ Juniors einen 1:0-Sieg ein, um gleichzeitig Ex-Mattersburg-Coach Gerald Baumgartner zu Jahresbeginn als neuen Trainer und Sportchef in Personalunion zu begrüßen. Die Spatzen pfeifen schon länger von den Dächern, dass das professionelle Fortbestehen der Wikinger fast zwangsweise an einer Rückkehr in die Bundesliga hängt.

Auf Platz eins hat sich mit der titelverdächtigen Bilanz von zehn Siegen, vier Remis und nur einer Niederlage (in Runde zwei 1:2 in Ried) die WSG Wattens positioniert. „Mir ist völlig wurscht, wer in Ried Trainer ist. Wir müssen uns auf uns konzentrieren“, hält WSG-Coach Thommy Silberberger nach der Winterkrone und der Weihnachtsfeier am Samstag fest: „Wir haben zwar sechs Punkte Vorsprung auf Ried, aber es geht im neuen Jahr bei null weiter.“

Mit einem bärenstarken Herbstdurchgang hat die WSG Wattens unter dem Langzeittrainer die Weichen in Richtung Fußball-Oberhaus gestellt, die Bäume sieht Silberberger aber noch lange nicht in den Himmel wachsen: „Aktuell ist bei uns noch nichts bundesligatauglich, weil wir noch unterwegs sind und ein weiter Weg vor uns liegt. Wir werden im Frühjahr eine ähnlich starke Serie brauchen.“

Weil BW Linz den Aufstiegsverzicht erklärt hat, bleibt wohl nur Ried als Titelkonkurrent übrig. Bei den Innviertlern hat der Zillertaler U21-Teamgoalie Johannes Kreidl gleich wenig Treffer (10) kassiert wie WSG-Kapitän Ferdinand Oswald (Bild). Offensiv blieben die Oberösterreicher dafür einiges schuldig. Angeführt von Top-scorer Benni Pranter (9 Tore) und dem argentinischen Neuzugang Ignacio Jauregui (4 Tore als defensiver Mittelfeldspieler) fand Wattens auch den Vorwärtsgang, was sich in einer Heimserie von 15 ungeschlagenen Partien seit März widerspiegelt: „Wir haben offenbar auf die richtigen Pferde gesetzt. Jetzt gilt es die Spannung zu halten, damit wir im Frühjahr wieder einmal ein volles Gernot-Langes-Stadion haben“, verweist Silberberger auf das erste womöglich vorentscheidende Heimspiel gegen Ried Anfang März.

Im Vereinsumfeld bewegt sich einiges. So sollen am Stadion-Nebenplatz die Leichtathletik-Plätze für weitere Fußball-Grünflächen weichen. Rund um Präsidentin Diana Langes befinden sich die Grünweißen ganz klar auf der Überholspur.