Letztes Update am Do, 29.11.2018 12:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Auf Liverpool wartet gegen Napoli bereits das erste Finalspiel

Vorjahres-Finalist FC Liverpool droht nach dem 1:2 gegen PSG das frühe Aus in der Champions League. Auf Tottenham wartet in Barcelona eine Herkules-Aufgabe.

© AFPDer wichtige 2:1-Erfolg gegen Liverpool sorgte bei PSG für Partystimmung.



Paris – Nur noch vier von 16 Plätzen in der K.o.-Phase der Champions League sind in der letzten Runde zu vergeben. Prekär bleibt die Situation aber in der „Todesgruppe“ C. Dort steht Liverpool nach einer 1:2-Niederlage im Schlager am Mittwoch bei Paris Saint-Germain unter Druck. Zum Abschluss muss ein Heimsieg gegen SSC Napoli her, sonst ist der Finalist der vergangenen Saison aus dem Rennen.

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp beschwor den Geist des eigenen Stadions. „Jetzt rufen wir Anfield, und wir werden sehen, was passiert“, erklärte der Deutsche. „Wir müssen eine wirklich spezielle Atmosphäre schaffen. Napoli ist eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen es zu einer speziellen Nacht machen - wir haben am 11. Dezember in Anfield ein echtes Finale.“

Sieg mit einem Tor Unterschied vielleicht zu wenig

Selbst ein Sieg mit einem Tor Unterschied könnte für Liverpool zu wenig sein, wenn Napoli selbst einen Treffer erzielt und PSG das Parallelspiel bei Schlusslicht Roter Stern Belgrad für sich entscheidet. Das erste direkte Duell mit den Italienern hatten die „Reds“ auswärts mit 0:1 verloren. Um sicher zu gehen, müsste für Liverpool ein Heimsieg mit mindestens zwei Toren Differenz her.

Die Spielweise der Pariser, die früh 2:0 führten und in der zweiten Hälfte oftmals die Zeit verzögerten, schmeckte Klopp und seinen Mannen gar nicht. „Die kleine Hürde waren die 5.000 Unterbrechungen. Sie waren ständig am Boden, das hat meine Burschen aggressiv gemacht“, meinte Klopp. Das bestätigte Verteidiger Andy Robertson, der in Bezug auf PSG-Superstar Neymar sagte: „Es ist frustrierend, wenn er ständig auf diese Art und Weise niederfällt.“

Die zahlreichen Unterbrechungen in der Partie nach kleineren und auch gröberen Fouls zogen Liverpool den Nerv.
- AFP

Während aus dem Liverpool-Lager von „unsportlichem Verhalten“ und „Schauspielerei“ (Robertson) die Rede war, bejubelte Paris einen enorm wichtigen Sieg. Der katarische Clubpräsident Nasser Al-Khelaifi bezeichnete seinen deutschen Coach Thomas Tuchel gar als den „besten Trainer der Welt. Und er hat das heute bewiesen, weil er es wirklich großartig gemacht hat.“

Tottenham-Coach: „Glaube ist wichtig“

Tottenham hielt die Chance auf den Achtelfinal-Einzug mit einem 1:0-Sieg gegen Inter Mailand am Leben, muss in der letzten Runde aber wohl auch noch bei Gruppensieger FC Barcelona gewinnen. Die punktegleichen Mailänder empfangen im Fernduell PSV Eindhoven. „Es wird schwierig, aber der Glaube ist wichtig“, sagte Tottenham-Trainer Mauricio Pochettino, der nicht von einer „Mission impossible“ im Camp Nou sprechen wollte. „Alles ist möglich.“

Den Achtelfinal-Einzug bereits in der Tasche haben seit Mittwoch auch Borussia Dortmund und Schalke 04. Bei den deutschen Lokalrivalen war dennoch längst nicht alles eitel Wonne. Dortmund hat den Gruppensieg gegenüber Atletico Madrid nach einem mageren 0:0 gegen Club Brügge nicht mehr in der eigenen Hand, bei Schalke machte sich nach einem enttäuschenden 1:3 beim FC Porto Ernüchterung preis. Von den mitgereisten Fans gab es Pfiffe.

Ersatzgeschwächte Schalker standen gegen Porto auf verlorenem Posten.
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Die Schalker unterstrichen ohne den angeschlagenen Guido Burgstaller ihre Harmlosigkeit vor dem Tor. „Offensiv tun wir uns sehr schwer, nicht nur heute, sondern schon die ganze Saison“, meinte der eingewechselte ÖFB-Teamspieler Alessandro Schöpf. „Da fehlen ein bisschen der Mut und die Durchschlagskraft.“

Landsmann Burgstaller könnte mit seiner Achillessehnen-Reizung auch für das Ligaspiel am Samstag (18.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim ausfallen. „Burgstaller hat keine strukturelle Verletzung, aber sie ist schmerzhaft“, erklärte Schalke-Trainer Domenico Tedesco. (APA)