Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 02.12.2018


Bundesliga

Achtung, Wacker! Rapid will die Festung Tivoli stürmen

Mit einem Sieg im heutigen Schlager gegen Rapid kann der FC Wacker den Rekordmeister in der Tabelle überholen.

© gepaHeimspiele gegen Rapid haben immer ihren Reiz, daher wird im Tivolistadion heute ab 14.30 Uhr wieder die schwarzgrüne Post abgehen. Foto: gepa



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — „Wir wollen heute etwas holen, wenn möglich drei Punkte", blickt Wacker-Coach Karl Daxbacher so wie seine Spieler dem heutigen Heimschlager ab 14.30 Uhr gegen Rapid erwartungsfroh entgegen. Was stimmt die Schwarzgrünen vor dem Ansturm der Grünweißen zumindest leicht optimistisch? Zum einen der Blick auf die Tabelle, in der die Hütteldorfer nur einen Punkt vor den Tirolern liegen, zum anderen die Bilanz der letzten drei Wacker-Heimspiele: 1:0 gegen den LASK, 0:0 gegen die Austria und 1:0 gegen Altach.

Hinten stand die Null und vorne war man effektiv, genau dieser Mix soll auch Rapid daran hindern, mit Punkten im Gepäck zurück nach Wien zu reisen. „Wir wollen mit Freude und mit dem Vorhaben, was mitzunehmen, in die Partie gehen. Es wird natürlich wieder wichtig sein, dass man kompakt steht und im Block gut verteidigt. Rapid hat natürlich Qualität, mit vielen guten Einzelspielern", setzt Daxbacher auf Vorsicht.

Zlatko Dedic ist wieder fit, bis auf Roman Kerschbaum und Stefan Rakowitz sind alle fit und heiß darauf, sich vor stattlicher Kulisse für den enttäuschenden Auftritt in St. Pölten zu rehabilitieren. Die Tivoli-Heimbilanz des FC Wacker gegen Rapid ist übrigens ausgeglichen: 22 Siege, 21 Remis und 22 Niederlagen. Nach dem Motivationsschub bei Minusgraden in Moskau ist Rapid in den letzten drei Ligaspielen des Jahres 2018 zum Punkten verdammt.

Daher steht das heutige Tivoli-Gastspiel unter dem Motto „Pflichtsieg", wenn der Sprung in die Meistergruppe der Top sechs noch gelingen soll. Mit dem Moskauer Überraschungssieg will der Liga-Achte den mit Tiefschlägen gespickten Wochen ein Ende gesetzt haben. „Wir wissen genau, dass wir Punkte brauchen. Sie werden uns nichts schenken, aber ich glaube, dass sich bei den Burschen was gelöst hat. Das sollte man auch sehen", erklärte Trainer Dietmar Kühbauer vor der Abreise nach Tirol.

Die Vorzeichen sind vor dem Innsbruck-Match völlig andere als gegen Spartak. Kühbauer weiß das: „Es wird ein komplett anderes Spiel, wir wissen, dass wir Favorit sind." Mario Sonnleitner könnte nach überstandener Erkrankung wie Thomas Murg oder Andrei Ivan in die erste Elf rutschen. Kühbauer hat personell wieder mehr Möglichkeiten. Der Burgenländer warnte trotzdem: „Es wird kein Kindergeburtstag." Eine klare Ansage, die alle Schwarzgrünen vor dem heutigen Duell ohne Widerspruch bestätigen.

„Mit Herz und Mut zur Offensive“

Innsbruck — Der letzte Sieg gegen Rapid? Verdammt lang her — am 25. März 2012 sorgte Marce­l Schreter mit einem Doppelpack für das letzte Erfolgserlebnis der Schwarzgrünen gegen die Grünweißen. Mit zwei Treffern fixierte er den 2:1-Heimsieg gegen den späteren Vizemeister. 10.200 Zuschauer jubelten damals im Tivoli. Dem Telfer ist auch ein anderes Duell gegen die Hütteldorfer in bester Erinnerung. 13.400 Zuschauer waren am 18. Jul­i 2010 gespannt, wie sich der frisch gekürte Aufsteiger aus dem Westen gegen den Rekordmeister aus dem Osten aus der Affäre ziehen würde. 4:0 wurde Rapid abgefertigt, Schreter traf zweimal, außerdem noch Fabian Koch und Thomas Löffler. „Zwei geniale Siege, das 4:0 war noch emotionaler, weil wir gerade den Aufstieg schafften", erinnert sich der 37-jährige Telfer, der bei Austri­a Lustenau seine Profi­karriere ausklingen ließ und immer noch für den SV Telfs in der Tiroler Lig­a auf Torjagd geht.

Ein drittes Rapid-Spiel mit besonderer Erinnerung war auch das 2:2 im Dezember 2004 im Hanappi-­Stadion. „Erstens weil extrem lange nachspielt wurde, wir das 2:2 erst in der 97. Minute kassierten, und zweitens war damals auch noch der viel zu früh verstorbene Theo Grüner im Einsatz", so Schreter rückblickend. Seinen Wacker-Nachfolgern rät er für den heutigen Tivoli-Schlager: „Mit Herz, Leidenschaft und Selbstvertrauen auflaufe­n. Dazu noch Mut zur Offensiv­e, denn mit Mauern allein wird es nicht gehen." (w.m.)