Letztes Update am So, 02.12.2018 19:07

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Salzburg mit Arbeitssieg über Altach, Sturm fertigt den WAC ab

Der Meister rotierte nach dem Europacup-Erfolg, Altach verpasste einen möglichen Überraschungs-Punkt. Sturm Graz war auch bei Mählichs Heimpremiere siegreich.

© APASmail Prevljak (Salzburg/ Mitte) setzt sich gegen die Altacher Emir Karic (l.) und Felix Luckeneder durch.



Salzburg – Altach 1:0

Auch ohne einige Stammspieler hat Fußball-Meister Salzburg seine imposante Saisonbilanz ausgebaut. Beim 1:0-Heimsieg gegen SCR Altach am Sonntag in der 16. Bundesliga-Runde feierte der rotierende Tabellenführer den 25. Saisonsieg und ist im eigenen Stadion seit mittlerweile 54 Pflichtspielen ungeschlagen. Der Vorletzte aus Vorarlberg wehrte sich wacker, am Ende aber wieder vergeblich.

Drei Tage nach dem prestigeträchtigen 1:0-Sieg gegen RB Leipzig und dem damit verbundenen Aufstieg in der Europa League ließ es der Ligaprimus weniger spektakulär zugehen. Salzburg rotierte im Gegensatz zum Leipzig-Match an sechs Positionen. So bekamen etwa die Vielspieler Stefan Lainer, Marin Pongracic und anfangs auch Hannes Wolf im leicht veränderten System von Trainer Marco Rose eine Pause. Altach fehlte mit Aigner/Grbic/Mwila ein Sturmtrio, mit Joshua Gatt wurde immerhin noch ein Angreifer rechtzeitig fit.

Die Gäste versteckten sich nicht und suchten mit schnellen Zuspielen in die Spitze den Weg nach vorn. Das gelang allerdings in der ersten Hälfte selten so gut wie in der 2. Minute, als Gatt gerade noch von Jerome Onguene gestoppt wurde. Salzburg machte wie erwartet das Spiel, kam aber in der Anfangsviertelstunde mit Ausnahme eines harmlos ausfallenden Minamino-Schuss nur zu Halbchancen. Dennoch stand es nach 18 Minuten 1:0: Minamino übernahm einen 30-Meter-Ball von Andre Ramalho aus der eigenen Hälfte volley.

Danach ließen es die Europacup-Helden vor diesmal 5.797 Zuschauern etwas ruhiger angehen. Die Partie nahm aber nach dem Seitenwechsel Fahrt auf. Altach kam risikofreudiger aus der Kabine und zur größten Chance im Spiel. Nach einer Kombination über Andreas Lienhart und Christian Gebauer zwang Kristijan Dobras aus kurzer Distanz Salzburg-Tormann Cican Stankovic zu einer Fußabwehr (49.).

Die Chance leitete eine 15-minütige Altach-Drangphase ein, in der Salzburg einigermaßen überrascht wirkte. Auf der andere Seite hätte Munas Dabbur aber die Partie vorentscheiden können (53.). Der Israeli verzog. Wenig später kullerte ein abgefälschter Nachschuss von Xaver Schlager an der Stange vorbei (60.). Da hatte Altach den Respekt schon abgelegt und bereitete dem Favoriten mit konsequentem Forechecking immer wieder Probleme. Wie in der 59. Minute, in der Samuel Oum Gouet seinem besser postierten Kollegen Felix Luckeneder eine Gebauer-Flanke wegköpfelte.

Rose nahm in der 66. Minute den wirkungslosen Smail Prevljak für Wolf vom Feld. Seine Mannschaft fand im Anschluss zur Ruhe zurück, mussten aber bis zum Abpfiff um den 14. Ligasieg bangen. Salzburg gewann auch im neunten Spiel in Folge gegen Altach. Der Sieg war aber wie beim 3:2 im ersten Duell hart erkämpft.

Sturm Graz – WAC 3:0

Sturm hat den Vorstoß unter die Top sechs geschafft. Beim 3:0 gegen den WAC feierten die Grazer am Sonntag den zweiten Erfolg im zweiten Spiel unter Neo-Trainer Roman Mählich und liegen nun punktegleich mit Hartberg auf Platz sechs. Der erst zweite Saison-Heimsieg gegen erst harmlose und dann in Unterzahl spielende Kärntner war verdient.

8.074 Zuschauer wollten den ersten Heimauftritt unter Mählich sehen. Sie bekamen eine kompakte und zweikampfstarke Vorstellung ihrer Mannschaft präsentiert, bei der Emeka Eze (45.), Michael Lema (85.) und Otar Kiteishvili (88.) trafen. Die Kärntner, bei denen Kapitän Michael Sollbauer wegen Torraubs vom Platz flog (57.), liegen nach der 16. Runde nur noch drei Punkte vor den Grazern.

Mählich veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:0 in Altach gezwungenermaßen an einer Position: Dario Maresic rückte nach seiner Sperre anstelle des dieses Mal gesperrten Peter Zulj in die Mannschaft. Der 19-jährige Verteidiger spielte anstelle von Markus Lackner, der wieder ins Mittelfeld vorrückte.

Zulj sollte den Steirern als kreative Schaltstelle im Mittelfeld über weite Strecken fehlen. Defensiv stand die Mählich-Elf wie anfangs auch der WAC sicher. Die gute Organisation beider Mannschaften ging aber zulasten der Torraumszenen.

Erster Aufreger einer spielerisch schwachen ersten Hälfte war ein Elfmeteralarm im Kärntner Strafraum. Nach einem Doppelpass zwischen Fabian Koch und Eze traf Michael Novak den Nigerianer am Bein. Schiedsrichter Gerhard Grobelnik ließ aber weiterspielen (35.). Kurz vor der Pause schlug Sturm wie schon in Altach nach einer Standardsituation zu: Mario Leitgeb köpfelte die Lovric-Flanke vor die Beine von Stefan Hierländer, der geblockt wurde. Eze donnerte den Nachschuss unter die Latte (45.).

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt erhöhte Sturm nach dem Seitenwechsel den Druck. Vor allem Eze und gefährliche Standards stellten die zweikampfschwache WAC-Mannschaft immer wieder vor Probleme. Dies gipfelte in einer Roten Karte für Sollbauer, der den durchbrechenden Eze per Foul stoppte (57.). Wenig später sah Nemanja Rnic seine fünfte Gelbe Karte, wodurch die Kärntner in der nächsten Partie gegen den LASK auf beide etatmäßigen Innenverteidiger verzichten müssen.

Die Gastgeber ließen gute Konterchancen über Lovric (63.) oder Kiteishvili (82.) aus. Besser machte es Joker Michael Lema. Der 19-Jährige traf nach Lovric-Vorlage durch die Beine von WAC-Torhüter Alexander Kofler zum 2:0. Es war sein erstes Bundesligator. Drei Minuten später zog Kiteishvili mit einem präzisen Flachschuss gleich. Auch der Georgier feierte seinen Premierentreffer in der Bundesliga.