Letztes Update am Sa, 08.12.2018 19:09

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Meister Salzburg wendete gegen die Admira erste Saison-Niederlage ab

Auch der LASK kam gegen den WAC nur zu einem Remis. Der SKN St. Pölten schrieb im Rennen um die Meistergruppe mit einem 2:1-Heimsieg gegen Altach voll an.

© APADie Salzburger (l. mit Munas Dabbur) kamen bei der Admira nicht über ein 2:2 hinaus.



Admira – Salzburg 2:2

Ein Tor von Hannes Wolf (69.) hat Meister und Tabellenführer Salzburg am Samstag vor der ersten Pflichtspielniederlage der laufenden Saison bewahrt. Der Stürmer sorgte in der 17. Runde der Fußball-Bundesliga für das 2:2 (1:2) bei Schlusslicht Admira, das dank eines Doppelpacks von Patrick Schmidt (36., 46.) immerhin noch einen Punkt verbuchte.

Munas Dabbur hatte Salzburg zwar plangemäß und früh (5.) in Führung gebracht, der Favorit kam aber auch in Bestbesetzung insgesamt zu wenigen Chancen und musste schließlich zum erst dritten Mal in der aktuellen Bundesligasaison Punkte abgegeben. Zuvor war das erst Wacker Innsbruck (1:1 am 20. Oktober) und dem LASK (3:3 am 28. Oktober) gelungen. Die Admira wartet neun Spiele lang bzw. seit 23. September auf einen Sieg. Die Elf von Reiner Geyer zog punktemäßig mit Altach (je 11) gleich, ist aber weiter Letzter.

Salzburg dominierte das Spiel ab dem Anpfiff zwar klar, kam mit Ausnahme einer Aktion gegen die massierte Abwehr der Hausherren aber vor der Pause zu keiner klaren Chance. Diese eine aber führte in der fünften Minute zum 1:0, bei dem sich Dabbur unter kräftiger Mithilfe der St. Pöltner Abwehr den Treffer quasi selbst vorbereitete.

Dass Jonathan Scherzer in der 26. Minute quasi aus dem Nichts die erste und durchaus brauchbare Einschussmöglichkeit der Admira vorfand, aber das Tor nicht traf, läutete eine spielerische Wende ein. Salzburg konnte die immer mutiger agierenden Niederösterreicher nicht im Zaum halten und auch das 1:1 nicht verhindern. Wenig später hebelte Wilhelm Vorsager die „Bullen“-Defensive mit einer perfekten Weiterleitung auf Schmidt aus, und der machte mit einem Schuss ins lange Eck via Innenstange den Ausgleich perfekt.

Angesichts der Chancen von Dominik Starkl (41./neben das Tor) und Bjarne Thoelke (44./Kopfball daneben) musste Salzburg mit dem 1:1 zur Pause sogar zufrieden sein, wurde aber nur neun Sekunden nach Wiederbeginn doch bestraft: „Scharfrichter“ war neuerlich Schmidt, der nach einem Ausrutscher Marin Pongracics allein gegen Cican Stankovic Sieger blieb. Salzburgs Schlussmann verhinderte später gegen den Doppeltorschützen sogar das 1:3 (54.).

Doch die Salzburger, die durch Dabbur die Stange getroffen (49.) und bei einem Volley von Takumi Minamino Goalie Andreas Leitner zu einer starken Parade gezwungen hatten (56.), dominierten in der Folge wieder und schlugen zurück. Es brauchte aber einen Patzer Leitners, der bei einer Flanke von Stefan Lainer durch den Strafraum irrte, und Wolf den einfachen Ausgleich per Kopf ermöglichte. Salzburg erhöhte im Finish noch einmal den Druck, für den Sieg reichte das aber nicht mehr.

WAC – LASK 1:1

Keinen Sieger hat es im Duell des WAC mit dem LASK gegeben. Die viertplatzierten Kärntner holten in der Lavanttal-Arena gegen den mittlerweile sieben Partien unbesiegten Zweiten aus Oberösterreich ein ziemlich leistungsgerechtes 1:1-Remis. Die beiden klar auf Meisterrunde-Kurs liegenden Teams sind damit auch nach der 17. Runde durch fünf Punkte voneinander getrennt.

Lukas Schmitz brachte die Hausherren mit seinem ersten Ligatreffer schon in der 16. Minute voran, Philipp Wiesinger (43.) sorgte aber in einer extrem chancenarmen Partie noch vor dem Seitenwechsel für den Ausgleich. Der WAC ist nun drei Spiele sieglos, die Linzer gewannen zum zweiten Mal in Folge nicht, teilten wie schon zuletzt beim Heim-3:3 gegen Hartberg die Punkte.

In Wolfsberg entwickelte sich von Beginn an eine offene Partie, in der beide Teams meist in Strafraumnähe mit ihrem Latein am Ende waren. Ein genialer Abschluss bescherte der Truppe von Chefcoach Christian Ilzer trotzdem einen Start nach Maß. Nach Wernitznig-Flanke zog Schmitz ohne nachzudenken aus seitlicher Position ab und traf am verdutzten Alexander Kofler vorbei mit links ins lange Eck. Sonst war nur noch ein zur Ecke abgefälschter Liendl-Schuss nennenswert (30.).

Der LASK wurde nur einmal aus einem ruhenden Ball richtig gefährlich, und der landete gleich im Tor. Nach einem kurz abgespielten Freistoß traf Wiesinger aus rund 20 Metern. Kofler sah dabei nicht gut aus, der Ball rutschte ihm über die Hand.

Nach Wiederbeginn gab es einen gefährlichen Ramsebner-Kopfball, der drüberging (48.). Sonst war das Spiel aber noch chancenärmer als zuvor. Die Punkteteilung war die logische Folge. Für die Gäste, die im ersten Saisonduell in Linz einen 2:0-Sieg gefeiert hatten, war es bereits das fünfte Remis in den jüngsten sieben Runden. Der WAC blieb auch im dritten Liga-Heimspiel gegen den LASK sieglos.

St. Pölten – Altach 2:1

Der SKN St. Pölten hat im Rennen um die Teilnahme an der Meistergruppe der Bundesliga voll angeschrieben. Die Niederösterreicher setzten sich zu Hause gegen den SCR Altach mit 2:1 (1:0) durch und sicherten ihren dritten Tabellenplatz ab. Altach ist nun seit sieben Runden sieglos, Trainer Werner Grabherr gerät beim Vorletzten mehr und mehr unter Druck.

Issiaka Ouedraogo erzielte schon in der 6. Minute das 1:0 für die St. Pöltner. Pak Kwang-ryong (64.) gelang in der zweiten Spielhälfte die Vorentscheidung. Im siebenten Ligaspiel unter Trainer Ranko Popovic holte der SKN damit den zweiten Sieg. Altach konnte durch U21-Teamstürmer Adrian Grbic per Freistoß (89.) erst in den Schlussminuten verkürzen. Durch das Remis der Admira gegen Salzburg liegen die Rheindörfler nun an Punkten gleichauf mit dem Schlusslicht.

St. Pölten brachte sich in der NV Arena mit dem ersten gefährlichen Vorstoß auf die Siegerstraße. Sandro Ingolitsch fand rechts außen Raum vor, seine Hereingabe kam glücklich zu Ouedraogo, der den Ball mit der Ferse ins Netz bugsierte. Für die defensiv wieder kompakten „Wölfe“ war die Führung die halbe Miete.

Altach rannte mit viel Einsatz, aber wirkungslos an. Im Angriff mühte sich Sherko Gubari, nachdem mit Hannes Aigner, Joshua Gatt und Brian Mwila drei Stürmer verletzt bzw. angeschlagen fehlten. Grbic saß nach seiner Muskelverletzung zumindest auf der Bank. Gubari versuchte sich in einer Volleyabnahme (12.), traf den Ball aber nicht ordentlich. Der Iraker hatte später auch per Kopf nicht das beste Timing (36.).

Mehr war von Altach in der Offensive nicht zu sehen. Mit Andreas Lienhart musste gegen Ende der ersten Spielhälfte außerdem der nächste Akteur mit einer Muskelblessur vom Feld. Glück hatten die Vorarlberger, als Torhüter Martin Kobras nach einem Ausflug aus dem Gehäuse einen Fehlpass produziert und Gegenspieler Taxiarchis Fountas niederriss. Schiedsrichter Andreas Heiß beließ es bei einer Gelben Karte.

Grabherr versuchte das Spiel seiner Mannschaft nach einer Stunde mit der Hereingabe von Grbic anstelle von Gubari zu beleben. Kurz darauf gelang St. Pölten der zweite Treffer. Pak, nach der Pause für Ouedraogo gekommen, stieg nach einem Freistoß hoch und köpfelte kraftvoll ein. Vorangegangen war der Standardsituation ein Fehler von Altachs Kapitän Benedikt Zech, der Pak nur mit einem Foul stoppen konnte.

Altach hatte erst zu Beginn der Schlussviertelstunde die erste wirkliche Torchance. Louis Ngwat-Mahop tauchte frei vor Christopher Riegler auf, der SKN-Keeper blieb im Duell aber Sieger (76.). Als schon viel auf das zehnte „zu Null“ für St. Pölten in dieser Saison hindeutete, brachte ein Grbic-Freistoß noch Spannung in die Partie. Daniel Drescher fälschte den Ball unhaltbar für Riegler ins Tor ab. Die letzten Minuten lieferte St. Pölten eine Abwehrschlacht ab, durfte sich danach aber verdientermaßen freuen.




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