Letztes Update am Mi, 12.12.2018 14:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

Wacker-Transfer-Karussell: Wer soll gehen und wer will weg?

Die Winterpause naht, Zeit für eine Inventur beim FC Wacker Innsbruck. Nach dem letzten Spiel am Samstag (WAC/17 Uhr, Tivoli) könnte sich die Kadersituation durchaus ändern.

Dominik Baumgartner schaffte es mit der U21 zur EM – das macht ihn interessant für die Konkurrenz.

© gepaDominik Baumgartner schaffte es mit der U21 zur EM – das macht ihn interessant für die Konkurrenz.



Von Florian Madl und Tobias Waidhofer

Innsbruck – Überwiegt bei einem möglichen Spielerverkauf das sportliche Kalkül? Schließlich will der FC Wacker die Liga halten, nach einer Punkteteilung läge man derzeit nur noch drei Zähler vor den Schlusslichtern Altach und Admira. Oder sollte man der wirtschaftlichen Seite den Vorzug geben? Der Verein kämpft mit einem knappen Budget, selbst Präsident Gerhard Stocker schoss zuletzt 500.000 Euro zu. Fest steht: Ein Abstieg stünde in keiner Relation zu einem Geld­regen. Die TT bemühte sich um eine Einschätzung.

Torhüter:

Die Nummer eins, Christopher Knett (28 Jahre/Vertrag bis 2019), war im Sommer begehrt, wurde unter Trainer Karl Daxbacher kurzfristig und unverständlicherweise in Frage gestellt. Der Leithammel bleibt, auch Hidajet Hankic (24/bis 2019) und Lukas Wedl (23/bis 2019) werden wohl nicht wechseln – in der zweiten Mannschaft werden sie benötigt.

Verteidiger:

Mit Dominik Baumgartner (22/bis 2019) hat ein Spieler des U21-Nationalteams mit EURO-Ambitionen noch einen Vertrag bis Sommer, ihn könnte der Verein zu Geld machen. Abwehrchef war er keiner und sportlich nicht so herausragend, dass er unverzichtbar wäre. Verlängern wird der Niederösterreicher im Gegenzug wohl kaum. Geht er?

Albert Vallci (r.) ist eine heiße Transfer-Aktie, die sportlich allerdings kaum zu ersetzen wäre.
Albert Vallci (r.) ist eine heiße Transfer-Aktie, die sportlich allerdings kaum zu ersetzen wäre.
- gepa

Stefan Meusburgers Abgang (25/bis 2020) scheint unwahrscheinlich, als verletzter Spieler ohne Stammplatz bleiben Angebote wohl aus. Matthias Maak (26/bis 2019) indes ist gesetzt, ohne Abwehrchef wird der Verein nicht gegen den Abstieg spielen. Und Talent Manuel Maranda (21/bis 2019) muss sich wie Lukas Hupfauf (22/bis 2020) erst bestätigen, die Gunst der Stunde (viele Verletzungen) nutzten beide. Dem Wacker-Abenteuer des Watteners Florian Buchacher (31/bis 2019) blieben indes viele Einsatzminuten versagt, er wäre wohl besser mit dem Stammverein auf Aufstiegskurs. Und Michael Schimpelsberger (27/bis 2019)? Sollte bleiben – eine solide Ergänzung und nicht teuer.

Möglich: ein Abgang des Salzburgers Stefan Peric (21/bis 2020), der weder in erster noch zweiter Kampfmannschaft ein Zeichen setzen konnte. Mit Albert Vallci (23/bis 2020) spielte sich einer lukrativ in die Auslage, der beim LASK und bei Sturm hoch im Kurs steht. Größe, Dynamik, Schuss – vieles spricht für ihn. Die Frage: Wie dringend benötigt der Verein das Geld? Oder geht man vielleicht doch mit ihm in den Abstiegskampf?

Mittelfeld:

Einer der drei „Sechser“ könnte das Weite suchen – eine Überbesetzung. Bryan Henning (23/bis 2020) bleibt wohl nach zuletzt soliden Auftritten, auch für den aktuell verletzten Roman Kerschbaum (24/bis 2019) gilt das. Wackelkandidat: Christoph Freitag (28/bis 2019), der Älteste des Trios und ein meinungsstarker Gegenpol zu Trainer Karl Daxbacher. Das könnte „Fri“ den Abgang erleichtern.

Christoph Freitag gilt als laut- und meinungsstark – der FC Wacker hat allerdings einen „Sechser“ zu viel.
Christoph Freitag gilt als laut- und meinungsstark – der FC Wacker hat allerdings einen „Sechser“ zu viel.
- gepa

Florian Rieder (22/bis 2020) steht bei Trainer Karl Daxbacher am Abstellgleis, im 5-3-2-Mantel braucht der 65-Jährige den Senkrechtstarter des Vorjahrs nicht (6 Spielminuten in der Bundesliga). Auch er will sich verändern, möglicherweise auf Leihe für ein halbes Jahr (SV Ried?).

An Flügelspieler Stefan Rakowitz (28/bis 2019) hätte man höhere Erwartungen, 459 Einsatzminuten könnten ihn zum Wechsel bewegen. Der scheint bei Ilkay Durmus (24/bis 2020) ausgeschlossen, immer wieder präsentierte sich der Ex-Rieder brandgefährlich. Und Martin Harrer (26/bis 2019) erwies sich als Schaltstelle im Offensivspiel – Prädikat unverkäuflich.

Sturm:

Mit Cheikhou Dieng (25/bis 2019) sorgte ein Neuer nach Anlaufschwierigkeiten für viel Dynamik, der Senegalese gilt als Liebkind von Karl Daxbacher und wird nicht gehen.

Von Daniele Gabriele (23/bis 2020) konnte man das bis vergangenen Sonntag nicht behaupten – zwei Tore in Hartberg, nachdem er lange Zeit verletzt war oder übersehen wurde (408 Minuten). Will der Deutsche weg?

Mit Patrik Eler (27/bis 2019) wurde der Zweitliga-Torschützenkönig zurückgeholt, in 525 Minuten gelang ihm nach Trainingsrückstand und Frankreich-Gastspiel kein Tor. Die Erwartungen konnte er nicht erfüllen, die Körpersprache ließ bisweilen Resignation vermuten. Ob sich der Slowene verändern will? Für Zlatko Dedic (34/bis 2019) gilt das keinesfalls: vier Tore, drei Vorlagen, 1062 Einsatzminuten und etliche Kilometer – unverzichtbar.

Auch der Verbleib des glücklosen Angreifers Patrik Eler scheint nicht in Stein gemeißelt.
Auch der Verbleib des glücklosen Angreifers Patrik Eler scheint nicht in Stein gemeißelt.
- gepa