Letztes Update am Sa, 06.04.2019 19:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bundesliga

0:2 im Tivoli! Rapid war für den FC Wacker doch eine Nummer zu groß

Nach dem Auftaktsieg in der Qualifikationsgruppe in Hartberg gab es für den FC Wacker im Tivoli gegen Rapid nichts zu holen. Die Wiener gewannen durch Tore von Dibon (7.) und Alar (88.) verdient mit 2:0.

Torjubel bei Rapid Wien nach dem frühen Treffer zum 0:1 durch Christopher Dibon.

© APATorjubel bei Rapid Wien nach dem frühen Treffer zum 0:1 durch Christopher Dibon.



Von Wolfgang Müller

Innsbruck — Aus dem Zuschauer-Saisonrekord (7820 gegen Sturm) wurde ebenso nichts wie aus dem ersten Heimsieg gegen Rapid. Vor 7413 Fans musste sich der FC Wacker am Samstag Rapid 0:2 geschlagen geben und liegt damit in der Qualifikationsgruppe weiter auf dem vorletzten Platz. „Wir haben nicht den Zugang gefunden wie in Hartberg. Die ersten zehn Minuten wurden komplett verschlafen. Es war eine verdiente Niederlage, mit der wir absolut unzufrieden sind", bilanzierte Wacker-Coach Thomas Grumser nach dem Schlusspfiff enttäuscht und analysiert gleich: „Es bringt uns nichts, wenn nur die ersten Drei ins Pressing gehen und die Hinteren nicht mitmachen. Wir müssen gierig darauf sein, die Bälle zu gewinnen."

Didi Kühbauer rotierte ordentlich, brachte im Vergleich zum Sieg beim LASK im Elfmeterschießen fünf neue Spieler. Zu den Änderungen in der Innenverteidigung war er gezwungen. Maximilian Hofmann fehlte wegen seiner Sperre, Mario Sonnleitner fiel krankheitsbedingt aus. Mateo Barac und Christopher Dibon bildeten damit das Abwehrzentrum. Philipp Schobesberger und Srdjan Grahovac saßen zu Beginn nur auf der Bank, Stephan Auer war gar nicht im Kader.

Jubelnde Rapidler und ein nachdenklicher Wacker-Coach Thomas Grumser prägten das Bild im  Tivoli-Schlagerspiel.
Jubelnde Rapidler und ein nachdenklicher Wacker-Coach Thomas Grumser prägten das Bild im Tivoli-Schlagerspiel.
- gepa

Frühe Führung für Rapid

Wer glaubte, dass die Grünweißen verhalten beginnen würden, täuschte sich gewaltig. Die ersten 20 Minuten waren ein offener Schlagabtausch mit „vogelwilder" Tiroler Defensive. So durfte Dibon bei seinem Comeback schon früh (7.) über den Führungstreffer jubeln, nachdem zuvor schon Christoph Knasmüllner und Aliou Badji grob fahrlässig zwei Sitzer vergeben hatten.

Aber auch FCW-Torjäger Zlatko Dedic (5.) verzog nur knapp. Matthias Maak hatte den Ausgleich am Kopf (14.), doch Rapid hätte auch nachlegen können. Bei einem Murg-Abschluss rettete die Latte für die Tiroler (20.). Die waren in der Folge bis zur Pause deutlich gefährlicher, machten mehr für das Spiel. Richard Strebinger zeichnete sich bei einem Dedic-Weitschuss aus (22.), ein Schimpelsberger-Abschluss landete im Außennetz (23.).

Nach der Pause kamen die Wiener mit mehr Dampf aus der Kabine und waren mehrmals dem 2:0 nahe. Bei einem leicht abgefälschten Potzmann-Schuss fehlte nicht viel (54.), Maak musste bei einer Ivan-Chance auf der Linie retten (62.) und der einmal mehr starke Knett parierte Schüsse von Murg (65.) und Schobesberger (76.). Knasmüllner vernebelte (80.) dann so wie vor der Halbzeit kläglich.

Alar sorgte für die Entscheidung

Deni Alar machte da seine Sache schon besser, zeigte sich als Meister der Effizienz. Vier Minuten nach seiner Einwechslung ließ er Knett nach einem Murg-Ideallochpass keine Chance und besorgte den 0:2-Endstand. Rapid ist nun schon zwölf Ligaspiele gegen die Tiroler unbesiegt. Diese Saison wurden alle drei Partien gewonnen.

„Wir hätten die Partie eindeutig früher entscheiden müssen. Wenn man aber dann doch gewinnt, ist es in Ordnung. Knasi haut die Chancen normalerweise im Schlaf rein, so etwas passiert ihm wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren nicht mehr", haderte Kühbauer mit der Chancenverwertung, war aber mit dem zweiten Sieg in der Qualifikationsgruppe zufrieden.

Die Meinungen zum Spiel

Thomas Grumser (Innsbruck-Trainer): "Es ist grundsätzlich so, dass wir nicht den Zugang gefunden haben wie in Hartberg. Wir sind sehr schlecht ins Spiel gestartet, haben die ersten zehn Minuten komplett verschlafen und sind auch verdient in Rückstand geraten. Dann ist es ein bisschen besser geworden. Hinten raus haben wir phasenweise gar nicht mehr gut verteidigt. Rapid hätte früher den Sack zumachen können. Es war eine verdiente Niederlage, mit der wir absolut unzufrieden sind. Es waren viele Sachen dabei, die uns so nicht passen. Es bringt uns etwa nichts, wenn nur die ersten drei ins Pressing gehen und die hinteren nicht mitmachen. Wir müssen gierig darauf sein, die Bälle zu gewinnen."

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Wir haben speziell zweite Hälfte Chancen liegen gelassen, es uns damit nicht einfach gemacht, weil wir sie so ein bisschen im Spiel gelassen haben. Wir hätten die Partie eindeutig früher entscheiden müssen. Wenn man aber dann gewinnt, ist es in Ordnung. Knasi hat die Chancen normalerweise im Schlaf rein, so etwas passiert ihm wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren nicht mehr. Mattersburg hat auch gewonnen. Wir freuen uns jetzt, dass wir uns eine Woche lang auf das nächste Spiel vorbereiten können und freuen uns auf die Aufgabe SV Mattersburg."

Das war der Ticker zu Wacker gegen Rapid: