Letztes Update am Do, 02.05.2019 12:10

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Champions League

Barcelona bleibt trotz Messi-Gala gegen Liverpool vorsichtig

Bei den Katalanen kamen Erinnerungen an das Champions-League-Aus im Vorjahr gegen AS Roma hoch. Messi rief nach Pfiffen für Coutinho zum Zusammenhalt auf.

Wieder einmal überragend: Leo Messi.

© AFPWieder einmal überragend: Leo Messi.



Barcelona – Lionel Messi hat wieder einmal den Unterschied gemacht. Der fünfmalige Weltfußballer hat für diese Saison den Gewinn der Champions League als wichtigstes Ziel ausgegeben. Seit 2015 hat der FC Barcelona die Trophäe nicht mehr gewonnen. Nach einer Zwei-Tore-Gala von Messi im Halbfinal-Hinspiel gegen Liverpool ist „Barca“ drauf und dran, im Finale am 1. Juni in Madrid die Favoritenrolle einzunehmen.

Endspielgegner ist mit Ajax Amsterdam oder Tottenham (Hinspiel 1:0) ein Außenseiter. Barcelona will sich aber trotz des 3:0-Heimsieges am Mittwochabend gegen Liverpool nicht in Sicherheit wiegen. Zu frisch sind die Erinnerungen an das vergangene Jahr, als im Viertelfinale nach einem 4:1 zu Hause mit einer 0:3-Pleite bei der AS Roma das Aus gekommen war.

„Duell ist immer noch offen“

„Wir werden nicht übervorsichtig nach Liverpool fahren, aber die Erfahrung muss etwas wert sein“, meinte Barcelona-Trainer Ernesto Valverde. „Wir haben gesehen, wie Liverpool Spiele anlegt, und mit welcher Geschwindigkeit sie spielen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir es uns nicht leisten können, zu selbstsicher zu sein. Das Duell ist noch immer offen, wir sind noch nicht durch.“

Tatsächlich war Liverpool selbst in Barcelona über weite Strecken die tonangebende Mannschaft, belohnte sich für eine couragierte Leistung aber nicht einmal mit dem einen so wichtigen Auswärtstor. „Das macht es um einiges schwieriger“, weiß Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. „Wir haben noch eine Chance, es ist Fußball - aber vor diesem Abend war die Chance um einiges größer.“

Klopp mit Leistung zufrieden

An der Leistung hatte Klopp nichts auszusetzen. „Ich war komplett zufrieden, wie wir gespielt haben. Wir haben Chancen gehabt und ihnen Probleme bereitet.“ Am Ende musste Liverpool aber anerkennen, keinen Messi in den eigenen Reihen zu haben. Klopp: „Er ist ein Weltklassespieler, außergewöhnlich. Ich bin ein großer Bewunderer von ihm.“ Mittelfeldmann James Milner ergänzte: „Du kannst ihn nicht 90 Minuten ausschalten, dafür hat er zu viel Qualität.“

Und so war es Messi, der in der Schlussphase mit einem Doppelpack vielleicht schon für eine Vorentscheidung sorgte. Vor allem sein Freistoß zum 3:0 verzückte die Fußball-Welt. „Wir haben einen großen Vorteil, aber es ist noch nicht definitiv. Wir spielen noch in einem sehr schwierigen Stadion“, sagte der Argentinier über das Rückspiel nächsten Dienstag (7. Mai) in Anfield.

Messi: „Müssen geeinter auftreten“

Leicht verärgert zeigte sich Messi ob der Pfiffe der Barca-Fans für seinen Teamkollegen Philippe Coutinho. Der Brasilianer wird in Barcelona nach seinem 135-Millionen-Euro-Transfer von Liverpool im Jänner 2018 zusehends als Flop angesehen. „Wir sind in einem entscheidenden und sehr schönen Moment. Es ist nicht der Moment, um irgendjemanden zu kritisieren“, betonte Messi. „Es ist der Moment, in dem wir uns alle unterstützen müssen. Wir müssen geeinter auftreten als jemals zuvor. Das haben wir schon zu Saisonbeginn gesagt.“

Ziel ist das dritte „Triple“ der Vereinsgeschichte nach 2009 und 2015. Den Meistertitel hat Barcelona bereits eingefahren, das Cupfinale gegen Valencia wartet am 25. Mai. Eine Woche später will man auch den Titel in der Königsklasse zurück nach Katalonien holen. Messi: „Es sind nicht mehr viele Spiele. Uns bleiben drei Finalspiele, und alle gemeinsam werden wir es schaffen.“

Das erste Finale steigt in Anfield. Noch keines der drei bisherigen K.o.-Duelle mit Liverpool hat Barca für sich entschieden. Die Ausgangsposition ist diesmal aber ungleich besser als jemals zuvor. Um wie im Vorjahr ins Endspiel einzuziehen, benötigt Liverpool ein kleines Wunder. Aufgegeben hat Klopp aber noch nicht. „Spielen werden wir schon nochmal“, sagte der Deutsche mit einem Augenzwinkern. (APA/AFP/Reuters/dpa)