Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.05.2019


Bundesliga

Abstiegsfinale im Tivoli: FC Wacker ist bereits zum Siegen verdammt

Vier Runden vor dem Meisterschafts-Ende treffen heute ab 17 Uhr im Tivolistadion Tabellenschlusslicht FC Wacker und der Vorletzte TSV Hartberg im prognostizierten „Abstiegs-Endspiel“ direkt aufeinander.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Es gibt im Fußball Finalspiele, auf die sich beide Mannschaft freuen, und es gibt Endspiele, die den Klubs und ihren Mitarbeitern schwer im Magen liegen – das heutige Spiel im Tivolistadion zwischen dem FC Wacker und Hartberg gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Tabelle lügt nicht. Wenn das Tiroler Schlusslicht der Qualifikationsgruppe heute ab 17 Uhr auf den Vorletzten Hartberg trifft, dann geht es um mehr als drei Punkte. Die beiden Aufsteiger der letzten Saison stecken bis zum Hals im Abstiegsstrudel und kämpfen verzweifelt um das sportliche Überleben in der tipico Bundesliga. Die Schwarzgrünen sind praktisch zum Siegen verdammt. Bei einem Remis bleibt die Rote Laterne weiter in Tirol, eine Niederlage gegen die Steirer würde wohl bedeuten, dass der FC Wacker zweitklassig planen und alle Visionen ad acta legen muss.

Doch so weit ist es noch nicht. Der 4:1-Erfolg in Altach hauchte den Schwarzgrünen Leben und Selbstvertrauen ein, was die Hartberger auch zu spüren bekommen sollen. „Klar ist das Spiel extrem wichtig. Es wird heiß umkämpft und eng werden. Letztlich wird der Kopf entscheiden. Wer die Situation besser ausblenden kann, wird auch gewinnen“, setzt Thomas Grumser darauf, dass seine Mannschaft nahtlos an die Leistung in Altach anschließen kann. Personelle Änderungen werden sich in Grenzen halten, „weil die Jungs zuletzt viel sehr gut gemacht haben“.

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Mit acht Saisontoren führt Zlatko Dedic die interne FCW-Trefferwertung klar an. Vor einer Woche steuerte der 34-Jährige einen Doppelpack zum Sieg in Altach bei. „Einfach locker bleiben und nur nicht zu sehr verkrampfen. Dass wir es können, haben wir bewiesen. Ich hoffe, dass uns die Fans nicht im Stich lassen und zum Sieg anfeuern“, erklärte Dedic, der so eine ähnliche Situation schon einmal mitmachen musste: „Das war mit Bochum. Da zogen wir uns in den letzten Runden auch am eigenen Schopf aus dem Abstiegsstrudel.“

FCW-Sportchef Alfred Hörtnagl stimmt die Leistungskurve optimistisch: „Das müssen wir mitnehmen. Diese positive Energie soll uns zum Klassenerhalt verhelfen.“ Das prognostizierte „Endspiel“ gegen Hartberg sieht Hörtnagl als sehr wichtig, aber noch nicht als alles entscheidend: „Nach einem Erfolg ist ebenso nichts entschieden, wie bei keinem Sieg auch noch nicht alles verloren ist.“

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