Letztes Update am Sa, 04.05.2019 07:23

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2. Liga

Fünf Elfmeter nährten den Krimi, Wattens und Ried siegen

Lange Zeit sah es am Freitag danach aus, als würde Ried (4:3-Sieger bei Wacker II) Wattens weiter abschütteln. Ein spätes Elfertor von Sinan Kurt hielt die WSG beim 2:1 gegen die Young Violets im Titelkampf aber am Leben.

Ausgerechnet der bisher so blasse Sinan Kurt erzielte den Wattener Siegtreffer. Der Jubel danach fiel dementsprechend euphorisch aus.

© Michael KristenAusgerechnet der bisher so blasse Sinan Kurt erzielte den Wattener Siegtreffer. Der Jubel danach fiel dementsprechend euphorisch aus.



Von Tobias Waidhofer

Wattens – So richtig hatte Freitagabend in Wattens niemand mehr an einen WSG-Sieg geglaubt: Doch als Schiri Christopher Jäger in der 89. Minute auf Elfmeter entschied, fasste sich Sinan Kurt ein Herz und traf zum 2:1-Sieg. Ein Erfolg, der im Titelkampf noch Gold wert sein könnte.

Nach 35 Minuten war im Gernot-Langes-Stadion erstmals gejubelt worden: Kurz nachdem Ione Cabrera die Wattener gegen die Young Violets mit 1:0 in Führung geköpfelt hatte (34.), glückte Wacker II im Tivoli gegen Ried nach einem 0:2-Rückstand der 2:2-Ausgleich.

Doch keine Spur von einem Knotenlöser bei verunsicherten Wattenern: Nach einem unnötigen Foul von Flo Toplitsch gab es einen Elfmeter, den Dominik Fitz mit Glück zum 1:1 verwandelte (44.).

Und dieser Ausgleich war hochverdient: Neben einem wegen einer Abseitsstellung aberkannten Treffer von Alexandar Borkovic (14.) fanden auch Manprit Sarkaria (25.

Top-Parade von Wattens-Schlussmann Ferdl Oswald) und Sterling Yateke (42.) gute Chancen für die Wiener vor. Die WSG blieb offensiv mit Ausnahme des Cabrera-Treffers und einer Szene, in der Santin das Abspiel auf Pranter verpasste (17.), zahnlos.

Der zweite Durchgang startete dann nach einem Foul an Oliver Filip mit dem ersten Strafstoß für die Tiroler, den Benni Pranter allerdings an den Pfosten setzte. Mit der nächsten Angriffsaktion gelang den Young Violets fast das 1:2. Szenen, die die WSG-Verunsicherung augenscheinlich machten.

Viel mehr als einige Standardsituationen kamen aber nicht von den Tirolern. Auf der anderen Seite war es bei einer Sarkaria-Großchance richtig knapp (61.). Erschwerend kam hinzu, dass Ried im Tivoli nach einer Stunde in Führung gegangen war.

Jetzt war guter Rat teuer: Die Antwort sollten die Offensiv-Joker Sinan Kurt und Kelvin Yeobah geben. Und ausgerechnet Kurt lieferte sie mit seinem ersten Tor für die WSG. „Die Erleichterung ist riesig. Für uns zählen jetzt nur noch Siege“, meinte der Siegtorschütze. Das Titelrennen bleibt spannend.

Treffen der Frühjahrsmannschaften

Die jugendliche Unbekümmertheit der Wacker-Fohlen traf im Tivoli im Duell der beiden besten Frühjahrsmannschaften auf die unbändige Titelgier der Rieder Wikinger. Und zu Beginn setzte sich eher die Routine der Oberösterreicher in Szene: Eine perfekte Ballmitnahme zwischen den beiden Wacker-Innenverteidigern Felix Bacher und Johannes Handl krönte Patrik Eler mit einem feinen Lupfer zum 0:1 (10.). Somit traf der Winter-Neuzugang ausgerechnet an alter Wirkungsstätte und eben dort, wo er nach seiner Rückkehr aus Frankreich ein halbes Jahr lang glück- und torlos geblieben war. Gegen Ante Bajic verhinderte FCW-Keeper Lukas Wedl das 0:2 (14.), zehn Minuten später wurde es nach einem Kröpfl-Corner erneut Eler zugeschrieben.

Bei einem Zwei-Tore-Rückstand schienen die jungen Innsbrucker rasch aus dem Spiel, aber die Schwarz-Elf schüttelte sich bei immer wieder gelungenen Angriffszügen kurz, um dann zurückzuschlagen: Zunächst landete nach einem Eckball eine Handl-Vorlage bei Ertugrul Yildirim, der den Tiroler Ried-Goalie Johannes Kreidl zum 1:2 (31.) bezwingen konnte. Und nur vier Minuten später versenkte Robert Martic neuerlich nach einem Corner und weiterem Handl-Assist das Leder zum 2:2 (35.) in den Maschen. Es war der erste Zweitliga-Treffer für den 17-jährigen Youngster und ein weiteres Indiz, dass Aufgeben für Wackers zweites Team ein Fremdwort ist.

Mit herzerfrischendem Kombinationsfußball starteten die Schwarzgrünen bei strömendem Regen in die zweite Hälfte. Nur der finale Abschluss blieb aus. Und eine unglückliche Einlage von Conte führte stattdessen zu einer Notbremse von Handl, der Rieds Bajic von den Beinen holte – so konnte Eler vom Elfmeterpunkt den Triplepack zum 2:3 (59.) schnüren. Das brachte das Momentum eher wieder zu den Gästen zurück, Wedl verhinderte gegen Grüll (71.) den vierten Gegentreffer, der dann Pecirep (83.) gelang. Ein Zaizen-Elfer brachte zwar noch das 3:4 (86.), dennoch blieb Wackers erste Niederlage im Frühjahr zur Freude von Leader Ried stehen.

Durfte sich trotz der Niederlage gegen Ried ein Stück weit als Sieger fühlen - Wackers Robert Martic gelang sein erster Zweitliga-Treffer.
Durfte sich trotz der Niederlage gegen Ried ein Stück weit als Sieger fühlen - Wackers Robert Martic gelang sein erster Zweitliga-Treffer.
- gepa