Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.05.2019


2. deutsche Liga

Hinterseer liegt für den HSV noch auf der Lauer

Während der 1. FC Köln die Rückkehr in die deutsche Bundesliga feiert, hat Bochum-Torjäger Lukas Hinterseer noch lange nicht ausgeballert.

Weiß in der zweiten deutschen Liga schon längst, wie der Hase läuft – Bochums Lukas Hinterseer.

© imago imagesWeiß in der zweiten deutschen Liga schon längst, wie der Hase läuft – Bochums Lukas Hinterseer.



Von Alex Gruber

Innsbruck – Nach einem 4:0-Auswärtssieg bei Greuther Fürth und nachdem alle Kontrahenten (Paderborn, Hamburg, Union Berlin) zuvor am Wochenende verloren hatten, stand der 1. FC Köln am Montagabend zwei Spieltage vor Schluss als Meister der zweiten deutschen Liga fest.

Während die ÖFB-Teamspieler Florian Kainz und Louis Schaub (beide standen in der Startelf) mitfeiern durften, führt dieser Aufstieg die groteske Tatsache mit sich, dass der Trainer (Markus Anfang weilte am Samstag beim Wacker-Heimsieg im Tivoli) drei Runden vor Schluss abgesetzt wurde. Vielleicht ein Indiz dafür, welche Ansprüche beim „Effzeh“ mit Top-Angreifern wie Simon Terrode, Jhon Córdoba oder Anthon­y Modest­e gelten. Stammgoalie Timo Horn hatte den Geißböcken in Liga zwei ja ebenso die Treue gehalten wie DFB-Teamspieler Jonas Hector. So wurde die sofortige Rückkehr in Liga eins und der sechst­e Bundesliga-Aufstieg nach 2000, 2003, 2005, 2008 und 2014 (unter Coach Peter Stöger) perfekt. Beim Feiern muss man sich um Kölner ohne­hin nie Sorge­n machen ...

„Ihr Kader ist zweifelsohne sehr gut. In den letzten Jahren hatten die Aufsteiger aber deutlich mehr Punkte. Und es war auch ein Kraftakt für sie“, spielte Tirols Bochum-Goalgetter Lukas Hinterseer auf die harte Konkurrenz in der zweiten deutschen Liga an. In der 32. Runde haben gar alle Teams von den Plätzen zwei bis acht verloren.

Im Kampf um den zweiten direkten Aufstiegsplatz sowie Relegationsrang drei mischen in erster Linie Paderborn (54), Union Berlin und der HSV (beide 53) mit. Und auch dabei kommt Hinterseer wieder ins Spiel. Der 28-jährige Tiroler Mittelstürmer soll beim HSV ja ganz oben auf dem Einkaufszettel stehen. „Da ist schon was dran. Hamburg ist ein großer Verein, den man weit über die Grenzen hinaus kennt. Aber es gibt viele Gespräche und ich bin ganz entspannt“, diktiert der Kitzbüheler, der in dieser Saison bei 18 Toren und acht Vorlagen hält und auch in der Vorsaison (14 Tore/3 Assists) auf starke Werte verweisen kann.

So ein Aufstieg muss festgehalten werden – ÖFB-Teamspieler Florian Kainz (l.) feierte mit Köln die Rückkehr in die deutsche Bundesliga.
So ein Aufstieg muss festgehalten werden – ÖFB-Teamspieler Florian Kainz (l.) feierte mit Köln die Rückkehr in die deutsche Bundesliga.
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„Mit über 40 Scorerpunkten schaut es nicht so schlecht aus und vielleicht kann ich ja noch den ein oder anderen drauflegen“, grinst Hinter­seer. Würde er am letzten Spieltag im Bochum-Dress gegen die Union treffen und den Hauptstädtern gleichzeitig Punkte abknöpfen, könnt­e dies für Hamburg von entscheidender Bedeutung sein. Und das würde seinen Preis wohl weiter steigern ...