Letztes Update am So, 02.06.2019 10:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kommentar

Wattens in der Bundesliga: Ein Aufstieg für ganz Tirol

Auf dem Papier hatte die SV Ried den deutlich breiteren, um nicht zu sagen besseren Kader. Nicht nur deshalb war der Meistertitel der WSG Wattens eine beeindruckende Leistung.

Einer der Väter des Erfolges: Wattens-Trainer Thomas Silberberger.

© APAEiner der Väter des Erfolges: Wattens-Trainer Thomas Silberberger.



Von Tobias Waidhofer

Auch wenn es nicht jeder gerne liest: Tirols Fußball kann aufatmen. Die rot-weiß-rote Elite macht in der Saison 2019/20 keinen Bogen um Tirol, weil die WSG Wattens gestern den sensationellen Bundesliga-Aufstieg fixierte. Es ist ein Meistertitel, der beeindruckend anmutet: Denn die WSG war besser, als es die Summe ihrer Einzelteile versprochen hätte. Die distanzierten Rieder hatten am Papier den deutlich breiteren, um nicht zu sagen besseren Kader. Aber die Wahrheit liegt auf dem Rasen, und dort hat die WSG – im Gegensatz zu Ried – kaum einen Pflichtsieg ausgelassen. Eine Tatsache, die für die Arbeit der Sportlichen Leitung und die mentale Stärke der Elf auf dem Rasen steht.

Präsidentin Diana Langes ist mit ihrer WSG nun das, was ihr kaum einer zugetraut hatte: die Nummer eins im Fußball-Land. Wie passend, dass die Bundesliga-Rückkehr ausgerechnet dort fixiert wurde, wo eine viel zu früh verstorbene Tiroler Bundesliga-Legende tiefe Spuren hinterlassen hat. „Danke, Gischi – Wir werden dich nie vergessen“ steht in großen Lettern auf dem Fernsehturm der Waldviertel-Arena in Erinnerung an Christoph Westerthaler. Der „Gischi“ wird den Wattener Aufstieg von oben wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Das sollten alle Tiroler Fußball-Freunde tun.