Letztes Update am Di, 04.06.2019 15:34

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EM-Quali

Hintereggers Wunschtransfer steckt weiter in der Warteschleife

Dem Kärntner Frankfurt-Legionär liegt der vergebene Elfmeter gegen den FC Chelsea im Europa-League-Halbfinale weiter im Magen.

ÖFB-Teamchef Franco Foda (r.) baut auf die Abwehrstärke von Martin Hinteregger.

© gepaÖFB-Teamchef Franco Foda (r.) baut auf die Abwehrstärke von Martin Hinteregger.



Klagenfurt – Die berufliche Zukunft von Martin Hinteregger ist weiterhin offen. Der österreichische Fußball-Teamspieler muss nach derzeitigem Stand im Sommer zum FC Augsburg zurückkehren, würde aber gerne bei Eintracht Frankfurt bleiben. Für den Club von Coach Adi Hütter spielte Hinteregger im Frühjahr auf Leihbasis, und das überaus erfolgreich.

In der Liga befanden sich die Hessen lange auf Champions-League-Kurs und schafften es schließlich mit Endrang sieben noch in die Europa-League-Qualifikation. Außerdem stieß Hinteregger mit Frankfurt bis ins Semifinale der Europa League vor, wo gegen den späteren Sieger Chelsea erst im Elfmeterschießen Endstation war - auch deshalb, weil der Kärntner seinen Penalty vergab.

Verschossener Elfer lässt Hinteregger noch nicht los

Danach wurde der Innenverteidiger von den Frankfurt-Fans an der Londoner Stamford Bridge getröstet. „Das hat gutgetan, dass sie mich in den Arm genommen haben“, erzählte der Abwehrspieler am Dienstag in Klagenfurt.

Das schlechte Gewissen drückt Hinteregger, der davor gegen Chelsea eine immens starke Leistung abgeliefert hatte, noch immer. „Mir war schon bewusst, wenn ich den Elfer reingemacht hätte, wären wir im Finale in Baku gewesen. Einige Fans hatten schon Flüge und Hotels gebucht.“

Zwar hätten die Frankfurter auch dann noch scheitern können, wenn Hinteregger seinen Strafstoß verwandelt hätte, wirklicher Trost ist das für den Kärntner aber nicht. „Ich denke nach wie vor darüber nach, das ist noch nicht vorbei.“

Transfertheater nagt

Auch das aktuelle Transfertheater nagt am 26-Jährigen. Augsburg und Frankfurt konnten sich bisher noch nicht über eine Ablösesumme einigen, doch nun könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen, weil die Eintracht nach dem 60 bis 70 Millionen Euro teuren Verkauf von Luka Jovic an Real Madrid über neue Reserven verfügt.

Daher hofft der noch bis 2021 an Augsburg gebundene Hinteregger auf ein baldiges Happy End. „Ich habe mich extrem über das letzte halbe Jahr in Frankfurt gefreut, da ist es logisch, dass ich gerne dort hinwechseln würde.“

Vorerst steht aber nicht die Situation auf Vereins-, sondern auf Nationalteam-Ebene im Mittelpunkt. „Wir brauchen am Freitag gegen Slowenien drei Punkte. Es ist nicht schön, wenn die Tabelle so ausschaut“, meinte Hinteregger.

Für Schaub „ist noch alles möglich“

Auch Louis Schaub weiß, dass die ÖFB-Auswahl nach den beiden Auftaktniederlagen unter Zugzwang ist. „Am besten, wir holen gegen Slowenien und dann am Montag gegen Nordmazedonien sechs Punkte. Wir wissen, wir haben noch alles in eigener Hand. Es sind noch acht Spiele, da ist alles möglich.“

Der Köln-Legionär ist mit dem Erfolgserlebnis des geschafften Aufstiegs in die deutsche Bundesliga zum ÖFB-Team nach Kärnten angereist. „Jetzt ist unser erstes Ziel der Klassenerhalt“, erzählte Schaub.

Der Ex-Rapidler erlebte bei den Kölnern den wohl kuriosesten Trainerrauswurf seiner Karriere. Coach Markus Anfang musste drei Runden vor Saisonende gehen, obwohl der Club zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie fix aufgestiegen war. „Der Wechsel war für uns überraschend. Die 59 Punkte, die wir damals hatten, hätten auch schon zum Aufstieg gereicht. Aber im Fußball gibt es eben solche Geschichten, die schwer zu erklären sind“, sagte Schaub. (APA)