Letztes Update am Mi, 19.06.2019 08:22

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2. Liga

Wacker neu heißt auch Wacker light: Heute soll eine Bombe platzen

Nur 2,5 statt sieben Millionen Euro und vorerst keine Aussicht auf die erste Liga: Der FC Wacker Innsbruck soll in einer Zukunftspressekonferenz am Mittwoch 14 Kündigungen in den Raum stellen – und hofft auf mehr Geld.

Lafnitz – an weniger zuschauerträchtige Schauplätze wie diesen muss man sich beim FC Wacker Innsbruck vorerst gewöhnen.

© gepaLafnitz – an weniger zuschauerträchtige Schauplätze wie diesen muss man sich beim FC Wacker Innsbruck vorerst gewöhnen.



Von Florian Madl

Innsbruck – Die Brötchen werden künftig kleiner, was nicht heißt, dass sie dann ungenießbar sind. Aber in seiner „Zukunftspressekonferenz“ will man beim FC Wacker Innsbruck am Mittwoch, 11 Uhr, die neue Ära einleiten. „Wir sind voll motiviert, aber gehen es nüchtern an. Alles andere wäre Realitätsverlust“, meinte Präsident Gerhard Stocker am Dienstagabend, nachdem er von den Klubs der zweiten Liga als Vertreter der zweithöchsten Spielklasse gewählt worden war.

Den Paradigmenwechsel symbolisiert eine weitere Abstimmung: WSG-Präsidentin Diana Langes-Swarovski wurde von den Erstliga-Klubs als Vertreterin der Tipico Bundesliga in den Aufsichtsrat gewählt. Dass bei ihr in der Geschäftsstelle der Personalstand ein geringerer ist als beim Absteiger, nimmt Stocker emotionslos zur Kenntnis. „In der vergangenen Saison waren unsere Herausforderungen noch andere, etwa beim Merchandising oder in der Öffentlichkeitsarbeit.“

Doch Wacker neu heißt auch Wacker light, was in der Vorstandssitzung am Dienstag thematisiert wurde: Von 2,5 Millionen Euro Budget soll heute die Rede sein, was nach den knapp sieben Millionen Euro der Vorsaison einen beträchtlichen Einschnitt darstellt. Ursprünglich hieß es nach dem Abstieg, alle Mannschaften (2 Kampfmannschaften Damen, 3 Herren) bzw. Mitarbeiter sollten gehalten werden. Prinzipiell – denn glaubt man Kiebitzen, dann will der FC Wacker mit 14 Kündigungen (alle bis auf die Bereichsleiter Alfred Hörtnagl und Peter Margreiter) eine Reaktion hervorrufen. Leistungsträger wie Tormann Christopher Knett, Lukas Hupfauf, Stefan Meusburger und Florian Rieder sollen von der Gehaltsliste, der Vertrag mit Daniele Gabriele sei indes bereits aufgelöst worden. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler macht keinen Hehl aus seinen Erwartungen: „Wir fördern Amateurbereich und Nachwuchs, auf die Ausbildung der Talente muss man den Fokus legen.“ In den nächsten Jahren werde man sehen, wie sich die Dinge entwickeln würden, einen Wiederaufstieg könne man vorerst „ad acta legen“.

„Es wird jedem klar sein, dass man vorerst kleine Brötchen backen muss.“ Da waren sie wieder, die Brötchen. Und Geisler verweist gerne auf die Zweitliga-Mannschaft, die mit „wenig Geld tolle Leistungen“ geboten hätte. Die neue Hierarchie würde es nahelegen, dass der WSG Swarovski Tirol ein besonderer Stellenwert eingeräumt werde. „Wir haben versucht, einen gemeinsamen Weg von WSG und Wacker zu finden, aber das ist nicht gelungen.“

Den Weg von Präsidentin Diana Langes lobt der Ziller­taler als professionell. „Von dort höre ich kein Jammern – nichts.“ Ein Jammern wird man heute auch vom FC Wacker nicht hören, wohl aber eine nüchterne Bestandsaufnahme. Die Quellen der öffentlichen Geldgeber versiegen genauso wenig wie sie sprudeln, das Wacker-Bekenntnis zur Nachwuchsarbeit ist noch nicht überall angekommen. Möglicherweise das beste Argument, um Sponsoren anzulocken.

Der FC Wacker lebt derzeit offensichtlich in zwei Welten. Denn zuletzt war auch von einem Investor die Rede, der das angedachte Mieminger Trainingszentrum mittragen würde ...